Netto schließt Filiale an Hauptstraße in Broichweiden

Von: Pia Sonntag
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Bedauert sehr, dass die Netto-Filiale an der Hauptstraße in Broichweiden schließen soll: Die 90-jährige Maria Brennecke. Foto: Pia Sonntag

Würselen. Anwohner bedauern den Wegfall einer für sie so wichtigen Einkaufsmöglichkeit: Die Netto-Filiale an der Hauptstraße in Broichweiden schließt am 24. März. Das ist gerade für ältere Leute, die nicht mobil sind, ein großes Problem.

Der Parkplatz vor der Netto-Filiale ist gut gefüllt. In dem Laden stehen die Leute an der Kasse Schlange, so dass sogar noch eine zweite geöffnet werden muss. Dennoch schließt das Geschäft nächsten Monat. Fassungslosigkeit macht sich besonders bei den älteren Kunden breit.

Die 90-jährige Maria Brennecke aus Würselen ist auf den Lebensmittelladen angewiesen. Sie macht sich jeden Tag zu Fuß auf den Weg und ist froh aufgrund ihres hohen Alters, dass das Geschäft bei ihr direkt um die Ecke liegt.

„Auch wenn ich nicht lange bis zu dem Laden gehe, setzt die Strecke mir doch sehr zu. Die anderen Supermärkte wie Rewe und Penny sind zehn Minuten von mir entfernt und zu Fuß für mich unerreichbar“, sagt die Rentnerin. Außerdem müsse sie ja auch noch die schweren Einkäufe bis nach Hause tragen.

„Immer mit dem Bus zur nächsten Einkaufsmöglichkeit zu fahren, ist für eine Rentnerin viel zu teuer“, sagt sie.

Mietvertrag nicht verlängert

Auf Nachfrage wurde von der Netto-Pressestelle bestätigt, dass der Mietvertrag für die Filiale am 24. März ausläuft. Eine Verlängerung sei „aus wirtschaftlichen Gründen“ nicht geplant, was bei den Kunden auf Unverständnis stößt.

„Ich habe von Bekannten gehört, dass nicht genug Umsatz reingekommen sein soll. Aber bei dem was hier im Laden los ist, kann man das nicht nachvollziehen“, sagt die 85-jährige Johanna Pütz. Auch sie kauft regelmäßig im Geschäft ein und freut sich immer, dort Bekannte anzutreffen.

„Die Netto-Filiale ist klein und übersichtlich. In größeren Supermärkten fällt es mir schon schwer, die Lebensmittel zu finden, die ich suche, und den Überblick zu bewahren“, sagt sie.

Mittlerweile haben sich schon traurige Szenen im Laden abgespielt, berichtet eine Fachverkäuferin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen wollte. Sie arbeitet in der Bäckerei, die sich in der Netto-Filiale befindet. „Die Senioren haben angefangen zu weinen, als sie von dem Wegfall gehört haben.

Für sie bricht da schon eine Welt zusammen, denn eine Alternative für den Netto-Laden gibt es nicht“, sagt sie. Vorerst soll auch kein neues Geschäft dort eröffnen. Einziger Lichtblick für die Kunden sei, dass die Bäckerei vorerst noch bestehen bleibe.

Um den Wegfall der Netto-Filiale doch noch zu verhindern, hat Dr. Ansgar Klein aus Würselen bisher über 100 Unterschriften gesammelt. „Weitere wären wünschenswert, um die Verantwortlichen doch noch umzustimmen“, sagt Klein. Die Unterschriftenliste ist an der Bäckerei in der Netto-Filiale ausgelegt.

Ob diese Aktion noch etwas bewirken kann, wurde von Netto nicht beantwortet. Christina Stylianou, Leiterin Unternehmenskommunikation von Netto Marken-Discount, sagte lediglich, dass für die Kunden aus der Umgebung die Nahversorgung durch die beiden Netto-Märkte in Würselen aufrechterhalten wird.

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