Alsdorf - Neapolitanische Verhältnisse bei der Müllentsorgung

Neapolitanische Verhältnisse bei der Müllentsorgung

Von: Verena Müller
Letzte Aktualisierung:
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Seit drei Wochen türmt sich der Müll in einer Stichstraße der Viehaustraße in Mariadorf. Foto: vm
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Die Firma Schönmackers sagt, dass sie mit ihren Lkw nicht durch die verengte Kurve kommt. Die Baufirma sagt ihrerseits, ihr Soll erfüllt zu haben, indem sie den Gehweg provisorisch zur Fahrbahn erweitert hat. Foto: vm

Alsdorf. Den Mariadorfern stinkt‘s, um genau zu sein, Anwohnern der Viehaustraße. Erst waren sie vor mehr als drei Wochen von den Bauarbeiten der Regionetz überrascht worden, weil das Unternehmen es versäumt hatte, die Anwohner zu informieren. Sie konnten weder nach Feierabend ihre Garage erreichen, noch den Müll rausstellen.

Und nun wird der Müll nicht abgeholt, wie Anwohner Stefan Otten unserer Zeitung schildert: Der Müll türme sich seit drei Wochen, die Säcke würden inzwischen aufreißen und der Inhalt sich über die Straße verteilen. Mehrere Kontaktaufnahmen mit der Entsorgungsfirma Schönmackers seien ohne nennenswerte Konsequenz geblieben.

„Laut der Abfuhrfirma konnte der Lkw-Fahrer aufgrund der Baustelle nicht in die Sackgasse Viehaustraße fahren. Wir sollten die Gelbe Tonne und die Säcke auf der Straße stehen lassen. Die Abfuhr sollte zwei Tage später erfolgen. Das war nicht der Fall“, so Otten. Erneuter Anruf: Weitere zwei Tage später sollte der Müll nun geholt werden. Wieder nichts. „Diesmal hieß es, der Lkw sei defekt und wir sollten – wieder – die gelbe Tonne und die Säcke auf der Straße stehen lassen. Es passierte Tage nichts.“

Letztendlich, finale Antwort, soll die Stadt Alsdorf es versäumt haben, der Firma Schönmackers eine Info über die Bauarbeiten gegeben zu haben. Und der Lkw könne die Sackgasse schlicht nicht anfahren. „Komisch ist aber, dass die blaue Tonne, die Restmülltonne und die grüne Tonne abgeholt werden“, rätsel Otten. Dazu muss man wissen, dass hierfür ein anderes Entsorgungsunternehmen zuständig ist.

Die Stadt Alsdorf, beziehungsweise der Eigenbetrieb technische Dienste, der die Müllabfuhr beauftragt hat, erklärt zum Problem „gelber Sack“ folgendes: Verantwortlich sei die Firma, die die Straße abschnittsweise aufreiße, um neue Leitungen zu verlegen: die EWV GmbH nämlich, genauer gesagt deren Tochter Regionetz.

In der Genehmigung, die die Stadt für die Baumaßnahme erteilt habe, habe es geheißen, dass die Abfuhr von Müll während der gesamten Bauphase gewährleistet sein müsse. Offenbar sei das nicht der Fall. „Wir werden diesen Satz aber künftig ergänzen durch den Hinweis, dass Anwohner und Presse informiert werden müssen“, versprach der Leiter des Eigenbetriebs, Stephan Spaltner.

Die Regionetz wiederum zeigte sich einigermaßen erstaunt. Verkehrsregelungen seien Aufgabe der Stadt – was diese, nebenbei bemerkt, aber auch erledigt hat. Wie Sprecherin Yvonne Rollesbroich bei der ausführenden Firma Blandfort in Erfahrung brachte, kann diese nicht nachvollziehen, warum Schönmackers mit dem Lkw nicht um die Kurve kommt. Zwar gibt es eine Verengung, an der Bordsteinkante ist aber über die gesamte Breite Bitumen verteilt worden, so dass Fahrzeuge den Bürgersteig mitbenutzen können.

Und Schönmackers? Bestätigt, dass die eigenen Lkw zu groß sind, um die Baustelle passieren zu können. Man suche aber am Montag ein Gespräch mit dem Bauunternehmen, um eine Lösung zu finden. Dieses sei dafür verantwortlich, einen Zugang zu schaffen oder Anwohner zu bitten, die Tonnen vorne an die Straße zu stellen.

Dienstag soll dann die reguläre Abfuhr erfolgen. Warum das nicht viel früher geschehen ist, bleibt offen.

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