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Naturfreunde legen sich beim Radschnellweg quer

Von: Christoph Hahn
Letzte Aktualisierung:
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Steigungsarm müssen Radwege sein: Der neue Bahntrassenradweg quer durch Würselen erfüllt nicht nur diese Voraussetzung. Die Verbindung Jülich-Aachen, die aktuell entsteht, stößt überwiegend auf positive Resonanz. Foto: Georg Pinzek
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Ökologie und Ökonomie im Blick: Bruno Barth und Marika Jungblut beleuchten die Radwegeplanung. Foto: W. Sevenich

Herzogenrath. Unmäßiger Geländeverbrauch, Zerstörung der Natur, Undurchführbarkeit an nicht bloß einer Stelle und noch mehr: Für Bruno Barth, den stellvertretenden Vorsitzenden der Naturfreunde Merkstein, und seine Vorstandskollegin Marika Jungblut, ihres Zeichens Fachreferentin für Umweltfragen, gibt es mehr als einen guten Grund, gegen den Bau eines Fahrradschnellweges zwischen Aachen und Herzogenrath zu sein.

Bei ihren Mitbürgern fanden Barth und Jungblut mit dieser Position merklich viel Zuspruch: Keine freien Stühle gab es mehr im Naturfreundehaus an der Comeniusstraße, als dort das Duo die Versammlung eröffnete – und zwar auf politisch kreative Weise, mit einem Sketch.

Als „Lieschen Müller“ und „Uwe Schlau“ machten Barth und Jungblut ihren Zuhörern klar, warum sie gegen die „Radautobahn“ sind. Baukosten so um die 15 Millionen Euro, Anfälligkeit für die Unbilden des Wetters und 300.000 Euro für dubiose Studien im Vorfeld: Da und anderswo liegt für die Naturfreunde und ihre Unterstützer „der Hase im Pfeffer“. Dass die Autoren einer der drei Studien sich zudem für die Gegner schon durch ihre Beteiligung am Bau der Brücke über die Krefelder Straße am Tivoli in Aachen gründlich diskreditiert haben, war ebenso für den SPD-Ratsherrn und seine Mitstreiterin, die in der Kommunalpolitik unter anderem als Vorsitzender der Linken-Fraktion im Stadtrat von Baesweiler tätig ist, Gegenstand gepflegten Spottes.

In ihren anschließenden Referaten machten die Naturfreunde ihre spöttisch geäußerte Kritik noch einmal sachlich dingfest. „Drei Studien haben 300.000 Euro gekostet“, meinte Barth, „da kann sich ja jeder mal ausrechnen, wie viele Radwege man von diesem Geld hätte bauen können.“ Dass es bei den 15 Millionen veranschlagten Euros bleiben wird, kann der Sozialdemokrat ebenso wenig glauben: „Man kann davon ausgehen, dass Baukosten im Verlauf eines Jahres noch steigen.“ Überdies sei es ihm in seiner Eigenschaft als Ratsherr nicht gelungen, die Unterlagen für die Ausschreibung in die Hand zu bekommen.

Marika Jungblut machte geltend, dass das Aachen-Herzogenrather Projekt noch nicht einmal den Vergabekriterien des Landes für den Bau von Radschnellwegen entspreche. Steigungsarm sei die anvisierte Strecke, die größtenteils parallel zur Bahnstrecke Aachen-Mönchengladbach verlaufen soll, jedenfalls absolut nicht. Ein Detail missfiel ihr ganz besonders: „Am Pilgramsweg ist gar kein Platz vorhanden – die Planer haben sich das nicht richtig angesehen.“ Derweil schob Bruno Barth süffisant eine weitere Einzelheit nach: „Ein paar Häuser stehen, salopp gesagt, auch noch im Weg herum.“

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