Narren legen den Herzogenrather Kämmerer in Fesseln

Von: -ks-
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Fotos (3): Karl Stüber Foto: Karl Stüber

Herzogenrath. „Ob Sonne, Schnee oder Regen, Karneval in Roda ist ein Segen.“ Das Motto, unter dem Prinz Andreas I. und Prinzessin Sabine I. in Herzogenrath das Zepter schwingen, passt bestens zu diesem Fettdonnerstag. Sie belagern mit Verstärkung des Dreigestirns Prinz Dieter III., Bauer Rolf und Jungfrau Wilhelma sowie die Kinderprinzessin Lisa I. und deren Truppen das Rathaus.

Marodierende Weiberhorden sind kaum noch zu bändigen. Trotz trüben Wetters kommen die Kostüme der Narren gut zur Geltung. Wenn die Sonne um 11.11 Uhr schon nicht so recht scheinen will, dann wärmt man sich eben bei Wein, Weib und Gesang, ist einhellige Meinung – wobei dann doch eher Bier als Rebensaft fließt.

Im Sauerland sollen Hotels und Pensionen ausgebucht sein – mit Karnevalsflüchtlingen. Das kann die bunte Truppe in Roda überhaupt nicht nachvollziehen, die zum Sturm auf die „Feste“ ansetzt, um das letzte Aufgebot um Burgherrn Bürgermeister Christoph von den Driesch nieder zu bützen und zu herzen.

Die Bürokraten leisten weit weniger Widerstand, als es der Bürger ansonsten bei Widersprüchen gegen Gebührenbescheide gewohnt ist. Letztlich muss der Hausherr doch die weiße Fahne schwenken, die Kapitulationsurkunde verlesen und den Stadtschlüssel aushändigen.

Kämmerer Markus Schlösser wird von der siegreichen Narren gefesselt auf die Bühne getrieben. Obwohl die Stadt nicht in der Lage ist, Lösegeld zu zahlen, wird er wieder freigelassen. Die Macht ist für die tollen Tage futsch.

Als üble Nachrede von Anti-Karnevalisten erweist sich die Behauptung, dass noch kurz vor der Erstürmung wichtige Papiere vernichtet worden sind. In Wahrheit haben Verwaltungskräfte aus Sitzungsvorlagen in müheseliger Kleinarbeit, aber mit großer Begeisterung per Locher Konfetti gefertigt, um die Verteidiger mit reichlich Munition aufzurüsten, die aber nicht mehr verschossen werden konnte.

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