Narren erobern vorzeitig das Rathaus

Von: hob
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Große und kleine Tollitäten bei der Unterschrift im Ratssaal, in dem normalerweise Bürgermeister Alfred Sonders (3.v.l.) „das Sagen hat“: Nicht nur das Alter haben die kommenden Prinzen Tim Krämer (sitzend, l.) und Hans Peters (r.) gemeinsam… Foto: hob

Alsdorf. Zur Einstimmung „Alsdörp ming Stadt“ und als musikalische Begleitung der kommenden Tollitäten beim Eintrag ins Gästebuch der Stadt „Das Lied von der Pflaumenallee“, geschmettert von Bürgermeister Alfred Sonders in bester Udo-Jürgens-Manier – das waren die akustischen Highlights bei der Prinzenvorstellung für die kommende Session im großen Sitzungssaal des Rathauses.

Denn dass dort am 11. November der Karneval startet, das hat Tradition in Alsdorf. Und so voll zeigte sich der „Plenarsaal“, in dem in der Regel nur wenig gealbert wird, nur selten, wie an diesem Abend, an dem die Narren und ihre Herrscher der kommenden Session – diese allerdings noch ganz ohne schmucke Gewänder und Zepter, denn die Proklamationen in den Alsdorfer Hochburgen stehen noch aus – die Reihen picke-packe füllten.

Gute Laune fortan ein Muss

„Wenn das so weiter geht, müssen wir in den nächsten Jahren wohl in die Stadthalle umziehen“, konstatierte folgerichtig Bürgermeister Sonders und stellte fest: „Im Karneval spielt Alsdorf schon in der Bundesliga.“

Und wer die Protagonisten des karnevalistischen Treibens in dieser fünften Jahreszeit sind und welche Folgen das für die Stadt hat, das kündigte der kommende Kinderprinz des Festkomitees Alsdorfer Karneval ohne Wenn und Aber an: „Erster Beschluss: Gute Laune ist fortan ein Muss.“

Der (noch) elfjährige Joel Heinrich, Gymnasiast und Handballer, will mit seiner Kinderprinzessin, der zwölfjährigen Michèle Lindstrot, Alsdorf in einen Märchenwald verzaubern. Das Pendant des Alsdorfer Kinderprinzenpaares bilden für den Karnevalsausschuss Hoengen der Gesamtschüler Mouhriz El-Boubsi und seine Prinzessin Julia Rother. Beide besuchen die sechste Klasse und haben neben dem Karneval die Musik zum Hobby.

Die IG Kellersberger Vereine wirft in der kommenden Session mit Heinz-Bert Schieren und seiner Gattin Silvia wieder ein Grafenpaar ins närrische Rennen. IG-Präsident Ingo Schwiegmann, selbst jüngst Kellersberger Graf, appellierte an alle Teilnehmer: „Karneval in Alsdorf sollte keine Grenzen haben.“

Dass es solche zur Broicher Siedlung ohnehin nicht gibt, betonte für die dortige Interessengemeinschaft Karneval Stefan Held: „Wir laden euch alle ein ins Niemandsland Broicher Siedlung“, ermunterte er mit dem Verweis, dass die Siedler in der kommenden Session ja niemanden als Tollitäten vorzuweisen hätten.

Selbstverständlich haben solche Alsdorf und Hoengen. Und diese haben einiges gemeinsam: Beide Prinzen sind 34 Jahre alt und ihre Eltern stellten beide im gleichen Jahr, nämlich 1989, die Prinzenpaare. In der Altgemeinde wird Tim Krämer, Verwaltungsfachwirt bei der Stadt Alsdorf und Hobby-Fußballer, gemeinsam mit seiner Schwester Claudia Lenz die Narren anführen.

Ob die Session friedlich ausgehen wird, bleibt aber dahingestellt: Ist die Lieblichkeit doch treue 1. FC Köln-Anhängerin, der Prinz hingegen ein passionierter Fan der Borussen aus Mönchengladbach… Wie gut, dass diese beiden Mannschaften erst am 22. Spieltag und damit nach der ohnehin nur kurzen Session, Aschermittwoch ist bereits am 10. Februar, stattfindet.

Mit Hans Peters und seiner Frau Sarah-Mareen werden in Alsdorf zwei Vollblut-Karnevalisten diese kurze Regentschaft in vollen Zügen genießen. Hans Peters ist seit 2014 Kommandant und jüngst zum Ehren-Corpsführer der Prinzengarde ernannt worden. Sowohl Prinz als auch Prinzessin haben in diesem Jahr noch einen weiteren Grund zu feiern: Hans das 6x11-Jährige mit seiner Prinzengarde und Prinzessin Sarah-Mareen die 4 x 11 mit ihrer KG Buscher Jonge, bei der sie Mitglied ist.

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