Nachmittag des Gedenkens in Herzogenrath

Von: mabie
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Gedenken am Mahnmal: Bürgermeister Christoph von den Driesch (l.) legte ein Blumengebinde am Mahnmal nieder. Melanie Lückhoff (r.) gehörte zu den Schülern des Herzogenrather Gymnasiums, die Texte von während des Naziregimes geächteten Autoren lasen. Foto: Markus Bienwald
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Gedenken am Mahnmal: Bürgermeister Christoph von den Driesch (l.) legte ein Blumengebinde am Mahnmal nieder. Melanie Lückhoff (r.) gehörte zu den Schülern des Herzogenrather Gymnasiums, die Texte von während des Naziregimes geächteten Autoren lasen. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Mit einem Themennachmittag, der zum Erinnern und Gestalten aufrief, begingen die Herzogenrather das Gedenken an den 9. November 1938. Eingeladen hatten das Städtische Gymnasium, das Soziokulturelle Klösterchen als Veranstaltungsort, die Stadt Herzogenrath und der Arbeitskreis „Wege gegen das Vergessen“.

Zu den unterschiedlichen Perspektiven der vieldeutigen Thematik dieses Tages gehörte auch „Die Legende über Lilja“. Beeindruckend vorgetragen von Amanda Rodekamp vom „aixpertentheater Aachen“, beschreibt das von Sarah Kirsch verfasste Gedicht eindrucksvoll das Leben von Menschen, das im menschenverachtenden NS-Regime mit Füßen getreten wurde.

Dabei wurde das Leben der Lilja, die wohl aus Polen stammte und die von Helfern der ums Überleben kämpfenden Menschen wusste, kurz portraitiert. Und es wurde deutlich, wie auch noch 20 Jahre nach dem Ende der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft Geschichten von Menschen wie Lilja auch von der Obrigkeit im neuen Deutschland als Legende abgetan wurden. Neben diesem Plädoyer gegen das Vergessen und für den Wert jedes einzelnen Menschen unterstrichen vielfältige Arbeiten der Gymnasialschüler, wie wichtig es ist, gegen das Vergessen der Gräueltaten anzukämpfen.

Dort hakte auch Wilfried Hammers vom Klösterchen ein, der den 9. November als Datum ansah, das den „Markstein der systematischen Verfolgung der Juden“ darstelle. Auch darum müsse an diesem Datum immer wieder das Gedenken stehen, auch, um sicherzustellen, dass „mindestens eine überwältigende Mehrheit unseres Volkes daraus mahnende Schlüsse zieht“, sagte er.

Nach dem Schweigemarsch vom Klösterchen zum Mahnmal auf dem Rathausvorplatz, an dem rund 100 Menschen teilnahmen, legte Bürgermeister Christoph von den Driesch nicht nur ein Blumengebinde nieder. Schüler des Gmynasiums lasen auch Texte von Autoren, die im NS-Regime geächtet wurden.

Der Erste Bürger ging zwar auch auf die zeitgleiche Feier zum 25. Jahrestag des Mauerfalls ein. Doch sagte er auch, dass die Taten vor 76 Jahren „nicht der Schlusspunkt einer vom rassistischen Wahn getriebenen Staatspolitik, sondern der Beginn der Massenvernichtung von Millionen Menschen“, gewesen seien.

Die Erinnerungen an diese Geschehnisse würden spontan gegenwärtig, wenn von Nazis durchsetze Hooligans „marodierend durch Köln“ zögen und dabei massiv Gewalt ausübten. „Wir lesen und hören voll Zorn von diesen Vorkommnissen und sind gelegentlich ratlos, wie wir als Demokraten damit umgehen sollen“, schloss von den Driesch. Die Antworten darauf können jedoch vielfältig sein, wie er meinte. So setzte sich der Bürgermeister für ein stärkeres Auftreten der Demokraten gegen solches Unrecht und gegen ein Nachlassen im Eintreten gegen Rechtsextremismus ein. „Wir dürfen bei der Bekämpfung von Rechtsextremismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit nicht innehalten“, so von den Driesch.

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