Nachdenkliche, humorvolle und phantastische Zeitreise

Von: ehg
Letzte Aktualisierung:
Wahre Liebe ist ganz leise: Ph
Wahre Liebe ist ganz leise: Phantasiereisen durch neue und vergangene Zeiten gibt es bei Alfred Obermeyers Erzählungen und Gedichten. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Durch Vielseitigkeit zeichnet sich das Programm von „Pius am Mittwoch” aus. Den Literaten Albert Obermeyer begrüßte Elisabeth Fell vom Team jetzt im Pfarrheim an der Ahornstraße. Unter dem Motto „Wahre Liebe ist ganz leise...” las er aus seinen Werken.

Bei der Auswahl der Texte zeigten sich deutliche Bezüge zu seiner Heimatstadt Aachen, wo seit seiner Geburt der Mittelpunkt seines Lebens liegt. Da durfte seine Version von der Geschichte mit dem Teufel, der den Aachenern den Lousberg hinterlassen hat, nicht fehlen.

Obermeyer nahm seine Zuhörer mit auf eine phantastische Reise durch neue und vergangene Zeiten. Die Zeiterscheinungen in Wissenschaft, Historie, Kunst, Natur und auf Reisen, zwischenmenschliche Konflikte und Harmonien beleuchtete er in Erzählungen, Gedichten, Essays mit kritischen Untertönen, aber auch mit einem Augenzwinkern.

Anlässlich des 125. Geburtstages verbeugte er sich vor einem großen Sohn der Kaiserstadt tief, vor Ludwig Mies van der Rohe. „Du entdecktest die Formen neu und kehrtest zu den Wurzeln zurück”, würdigte er das Lebenswerk des Architekten der Moderne. Doch dann drehte der Aachener Literat, der seit 15 Jahren seine Lebenserfahrungen und -beobachtungen zu Papier bringt, weit zurück, erst bis in die Zeit der Geburt Jesu.

Dabei ließ er den im Jahr 1 geborenen römischen Philosophen und Dramatiker Seneca zu Wort kommen. Den Sündenfall im Paradies interpretierte Obermeyer auf seine ureigene Weise „als das Ende der glücklichen Zeiten. Die Trennung von Gut und Schlecht dauert nun schon eine Ewigkeit.” Der Dichter und Erzähler regte nicht nur zum tiefsinnigen Nachdenken an.

Es durfte bei und mit ihm auch zwischendurch geschmunzelt werden. Ein Gedicht hatte er über den großen Aachener Stadtpatron verfasst. Im Jahr 814 habe er sich einem noch größeren Herrscher ergeben müssen. Auch Alexander der Große sei als Mensch gestorben, nachdem er eine riesige Blutspur hinterlassen hatte.

Obermeyer ließ keine Zweifel aufkommen, dass er ein gespaltenes Verhältnis zu den großen Persönlichkeiten der Geschichte hat. „Unsere Errungenschaften haben die Menschen nicht glücklicher und auch nicht friedlicher gemacht”, beklagte er sich in einem fiktiven Brief an seine Ur-Urgroßmutter Klara Sophia Henriette.

In ihrem Antwortbrief mussten sich die Menschen die Frage gefallen lassen, was sie aus der Geschichte gelernt hätten. Umrahmt wurde die Lesung durch anspruchsvolle musikalische Einlagen, dargeboten virtuos auf dem Flügel von Hans-Günter Leuchter.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert