Baesweiler - Nachbarschaftstreff: Viel los seit 25 Jahren

Nachbarschaftstreff: Viel los seit 25 Jahren

Von: Stefan Schaum
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Schon viel geschafft – und noch viel vor: Das Team des Nachbarschaftstreff will auch nach der 25-Jahr-Feier an jedem Tag viel Leben in die Anlaufstelle an der Settericher Hauptstraße bringen. Foto: Stefan Schaum
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Schon viel geschafft – und noch viel vor: Das Team des Nachbarschaftstreffs will auch nach der 25-Jahr-Feier an jedem Tag viel Leben in die Anlaufstelle an der Settericher Hauptstraße 64 bringen. Foto: Stefan Schaum

Baesweiler. Als Wolfgang Cohnen Mitte der 1980er Jahre in Setterich von Haustür zu Haustür gezogen ist, hat er nicht mal geahnt, dass seine Befragung der Bürger zur Gründung eines Treffpunkts führen könnte, der heute im Leben etlicher Menschen eine große Rolle spielt. Und das nun schon seit 25 Jahren.

Seinerzeit hatte Cohnen als Sozialpädagoge in der Settericher Gemeinde von Pfarrer Dieter Heckenbach gearbeitet. „Der Pfarrer wollte gerne mehr über das Leben und die Wünsche der Menschen vor Ort erfahren, hatte aber selbst zu wenig Zeit, um sie zu besuchen.“

Also hat stattdessen Cohnen an den Türen geklingelt, die ihm häufig von Menschen mit Migrationshintergrund geöffnet wurden. „Es waren vielfach Menschen, die erst seit kurzem in Deutschland waren, die im Bergbau tätig waren und angesichts der Zechenschließungen um ihre Existenz bangten.“

Viele Sorgen, viele Probleme – und keinen Ort in der Nähe, um sie auszusprechen und Rat zu bekommen. „In den Gesprächen wurde mir schnell klar, dass viele sich eine Anlaufstelle wünschen.“

Die hat er auf den Weg gebracht. Was ganz zu Beginn im privaten Wohnzimmer stattfand, bekam 1988 – als der Nachbarschaftstreff als Modellprojekt für stadtteilbezogene Arbeit gegründet wurde – eine feste Adresse in der Feuerwache an der Lessingstraße.

Bis 1998 blieb der Treff in Trägerschaft der Pfarre, anschließend übernahm die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) in der Diözese Aachen und sichert bis heute in den Räumen an der Hauptstraße 64 das Fundament für das Engagement zahlreicher Ehrenamtler. Mehr als 30 Menschen stemmen die zahlreichen Projekte im Haus.

„Hier ist jeden Tag Leben in der Bude“, sagt Karina Finken, die die Hausaufgabenhilfe für Schüler mit Migrationshintergrund betreut.

Dort geht es nicht um bessere Zensuren in einzelnen Fächern, sondern um den Schüler im Ganzen. Finken: „Bei vielen hapert es an der Sprache oder es gibt Probleme im sozialen Umfeld.“ Also wird nicht gepaukt, sondern geschaut, welche Hilfen der Jugendliche braucht, um ihm die Integration im Schulalltag zu erleichtern.

Kooperationspartner

Integration ist bei vielen Angeboten das Stichwort. Bei der Beratung für Migranten, im Kleiderladen gleich neben dem Treff, in der Selbsthilfegruppe für Suchtkranke und in der Schüler-Jobbörse, die ebenfalls ihren Platz unter dem Dach des Nachbarschaftstreffs gefunden hat.

„Wenn Settericher sich Angebote wünschen, dann schauen wir, wie wir sie umsetzen können“, sagt Jorge Trigoso, der seit 1998 zum Leitungsteam gehört. Mittlerweile auch in Kooperation mit dem nahe gelegenen „Haus Setterich“, das ebenfalls eine Anlaufstelle geworden ist.

„Von einem guten Miteinander und einer Ergänzung“, spricht Trigoso hier und das gelte auch für Projekte, die der Treff mit der VHS, der Stadt Baesweiler oder Vereinen anpackt. Klar. Denn gute Nachbarschaft lebt bekanntlich von einem funktionierenden Miteinander.

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