Nach Geldfund: Leser ermöglichen ehrlichem Syrier einen Sprachkurs

Von: Beatrix Oprée
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Auch das Erlernen der lateinischen Schrift steht für viele Neuankömmlinge am Anfang: Aufgrund von spontan zugesagten Spenden kann ein zusätzlicher Deutschkurs für Flüchtlinge in Alsdorf eingerichtet werden. Foto: stock/Mühlanger

Alsdorf. Ein erfreulich großes Echo hatte unsere Berichterstattung über Mahmoud Abdullah, der mitten auf der Straße 1000 Euro in einem Sparbuch fand und sie zusammen mit seinem Freund Fadi Aldouch sofort pflichtbewusst bei der Polizei in Alsdorf abgegeben hat.

Beide sind Flüchtlinge aus Syrien. Dass Aldouch, studierter Pharmazeut, zurzeit nicht genug Geld für einen weiteren Deutschkurs habe, auch das rührte die Leser: Zahlreiche Anrufer meldeten sich in der Redaktion, die dem 31-Jährigen einen Fortsetzungskurs bezahlen wollen.

Viel zu wenig Plätze

So hat das ehrliche Handeln zweier Menschen, die in unserem Land Asyl suchen, weitere positive Auswirkungen: Im Gespräch mit Ehrenamtlerin Beate Kuhn, die sich zusammen mit ihrem Team um neu ankommende Kriegsflüchtlinge in Alsdorf kümmert, wurde mit Blick auf die Vielzahl der hilfsbereiten Spender die Idee geboren, bei der Volkshochschule anzufragen, ob nicht ein zusätzliche Kurs „Deutsch als Fremdsprache“ angeboten werden könne? Denn genau diese Sprachkurse sind stets ausgebucht, es gibt viel zu wenige Plätze für die wachsende Zahl der Bewerber.

Alle Spender zeigten sich mit dem Gedanken, so auch noch weiteren Flüchtlingen – wer im Asylverfahren ist, muss den Sprachkurs selbst bezahlen – helfen zu können, sehr angetan. „Die Sprache zu lernen, ist das A und O,“ lautete der allgemeine Tenor. Und: „Den Menschen muss so schnell wie möglich geholfen werden, damit sie sich gut in unsere Gesellschaft eingliedern können.“

Beim scheidenden Leiter der VHS Aachen-Nordkreis, Henry Engel, fiel der Gedanke ebenfalls auf fruchtbaren Boden. „Wir sind dabei!“, erklärte er sofort. Die VHS, so erläutert seine Stellvertreterin Anne Münter, muss gemäß Gebührenordnung weitestgehend kostendeckend arbeiten. „Besondere Ausnahmen sind ,Deutsch als Fremdsprache‘ sowie Alphabetisierungskurse, für die wir ein deutlich geringeres Entgelt nehmen.“ Aufgrund der finanziellen Unterdeckung können diese Unterrichtseinheiten aber nur in begrenzter Zahl aufgelegt werden. Nun kann ein erster Zusatzkurs eingerichtet werden – dank der Hilfsbereitschaft unserer Leser.

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