Nach Diebstahl auf Friedhof: Glocke soll bald wieder klingen

Von: Stefan Schaum
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Sie sind erfreut über die große Spendenbereitschaft: Alois Endres, Vorsitzender der Blasmusikkapelle Siebenbürgen, Ralf Wagemann und Murat Culaydar (beide Sparkasse Aachen), Annegret Schmitz, Geschäftsführerin des Settericher Geschichtsvereins, Ulrich Schuster und Gettrud Gimmler (beide Kirchenchor St. Petrus), Pfarrer Ulrich Schuster und Bürgermeister Dr. Willi Linkens (v.l.). Foto: Stefan Schaum

Baesweiler. Der Verlust wird nie ganz zu ersetzen sein. Das geht gar nicht. Die sogenannte „Tschippendorfer Glocke“, die Metalldiebe im Oktober des vergangenen Jahres samt ihres schützenden Kupferdaches auf dem Settericher Friedhof gestohlen hatten, ist wohl unwiederbringlich fort. Doch die Lücke, die sie hinterlässt, soll gefüllt werden.

Eine neue Glocke soll auf dem Glockenturm erklingen. Der Geschichtsverein Setterich bemüht sich darum, die nötige Summe dafür – rund 6500 Euro – zu sammeln. An Unterstützung mangelt es nicht.

„Wir haben schnell gemerkt, dass dieser Diebstahl die Menschen sehr bewegt, nicht bloß in Setterich“, sagt Geschichtsverein-Geschäftsführerin Annegret Schmitz. „Viele schmerzt es, dass diese symbolträchtige Glocke fort ist.“ Die 1926 gegossene Glocke erklang einst im nordsiebenbürgischen Tschippendorf. 1944 war sie im Gepäck der Menschen, die dort die Flucht antraten und später in Setterich eine neue Heimat fanden. Seit 1956 war die Glocke auf dem Friedhof, noch 2006 hatte sie auf Initiative des Geschichtsvereins ein neues Kupferdach erhalten.

„Uns war sofort klar, dass das ein schwerer Schlag für viele Menschen ist“, sagte am Freitag Ralf Wagemann, Vorstand der Sparkasse Aachen, im Baesweiler Rathaus. Dorthin kam er mit einem Scheck: 2000 Euro für das Bestreben des Geschichtsvereins. Weitere 1430 Euro gab es seitens des Kirchenchors St. Petrus. Es waren Spenden von Besuchern eines Weihnachtskonzertes, das die Sänger im Dezember – auch unterstützt von Chören aus Baesweiler und Oidtweiler – gegeben hatten. „Die Bereitschaft, für diesen Zweck etwas zu geben, war bei den Konzertbesuchern enorm“, sagte Kirchenchor-Vorsitzende Gertrud Gimmler.

„Hier zeigen sich alle Baesweiler betroffen“, sagte Bürgermeister Dr. Willi Linkes. „Es gibt ein spürbar großes, gemeinschaftliches Bemühen, die neue Glocke anzuschaffen.“ Die ist bereits bestellt. In der Glockengießerei Brockscheid in der Eifel. Auch der Glockenturm, den die Diebe beschädigt hatten, soll erneuert werden. Zudem gibt es ein neues Dach, vorsorglich nicht gedeckt mit Kupfer, sondern mit Schiefer. Ob das erneute Diebstahlsversuche verhindern wird? „Ganz lässt sich das leider nicht eindämmen – aber wir werden es Dieben richtig schwer machen“, sagte Linkens mit Blick auf weitere Maßnahmen.

In der kommenden Woche wird Hochbauamtsleiter Ralf Peters in der Glockengießerei ein Modell der Glocke begutachten, die in Form und Größe an ihre Vorgängerin angelehnt wird. Zusätzlich wird sie eine Inschrift bekommen: „Tschippendorf 1926, Setterich 2013. Die Glocke ruft, mahnt, erinnert.“

Weitere Spenden sollen folgen, denn den Erlös des Konzertes der Blaskapelle Siebenbürgen Setterich am Sonntag, 3. März, um 17 Uhr in der Kirche St. Andreas, soll ebenfalls der Geschichtsverein bekommen. Zudem hat dieser ein Spendenkonto eingerichtet: Inhaber: Geschichtsverein Setterich, Konto 1071190811, BLZ 39050000, Sparkasse Aachen, Verwendung „Friedhofsglocke und Glockenturm“.

Ein Datum für die Einsegnung der neuen Glocke gibt es bereits: Am Sonntag, 16. Juni, soll sie im Rahmen eines ökumenischen Gemeindefestes stattfinden.

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