MZ-Selbsthilfegruppen haben eine starke Lobby

Von: ath
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Wollen mit dem Forum den Gedan
Wollen mit dem Forum den Gedanken der Selbsthilfe bekannter machen: (v.l.) Astrid Thiel vom Selbsthilfe-Büro der Städteregion, Martina Kreutzer, zuständige für Öffentlichkeitsarbeit und Marketing am MZ und Pfarrer Theodor Maas, Selbsthilfebeauftragter des MZ. Foto: Andrea Thomas

Nordkreis. Es gibt Diagnosen, die treffen Menschen und ihre Angehörige wie ein Blitz und verändern das ganze Leben: Krebs, Osteoporose, Diabetes, Parkinson, Alzheimer... Wenn es darum geht, damit leben zu lernen, hilft der Austausch mit anderen in einer Selbsthilfegruppe.

„Die Betroffenen werden aus ihrer passiven Position geholt, sie werden wieder handlungsfähig, können selbst aktiv etwas für ihre Gesundheit tun”, macht Astrid Thiel vom Selbsthilfebüro der Städteregion deutlich, wie wichtig diese Angebote sind. Das hat auch das Medizinische Zentrum der Städteregion in Würselen erkannt, seit 2008 selbsthilfefreundliches Krankenhaus.

„Unser Anliegen ist es, Patienten nicht im luftleeren Raum hängenzulassen, sondern ihnen den Kontakt zu anderen Betroffenen zu vermitteln, die mit den gleichen Problemen konfrontiert sind und diese für sich oft schon gelöst haben”, erklärt Pfarrer Theodor Maas, evangelischer Krankenhausseelsorger und Selbsthilfebeauftragter am MZ. Er ist Ansprechpartner für Patienten und die derzeit gut 80 Selbsthilfegruppen aus der Region, mit denen das MZ zusammenarbeitet.

In der Praxis sieht das so aus: Patienten werden bereits während ihres Klinikaufenthaltes unter anderem über Flyer auf den Stationen auf Gruppen hingewiesen, das MZ stellt den Gruppen Räume zur Verfügung und bezieht sie in die Planung von Patienten-Informationsveranstaltungen ein.

Mit dem Büro der Städteregion

Um das Angebot bekannter zu machen und den Gruppen eine Plattform zu bieten, wird es am Samstag, 26. November, von 11 bis 17 Uhr in Kooperation mit dem Selbsthilfebüro der Städteregion und der Aachener Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen erstmals das „Selbsthilfe-Forum MZ” geben. Patienten und Angehörige sind eingeladen, sich im Betriebsteil Marienhöhe über die Arbeit von rund 30 Gruppen vor Ort zu informieren. Dazu gibt es ein preisgünstiges Mittagessen, Kinderschminken, Blutdruckmessen und Vorträge zu verschiedenen Themen, wie Parkinson, Demenzfrüherkennung, Depression, Ernährung im Alter und zum Lotsen für Menschen mit Behinderung.

Dabei setzen die Organisatoren bewusst auch auf „Laufkundschaft”, Patienten, die nicht direkt betroffen sind und Angehörige, die zu Besuch kommen. „Wichtig ist, dass die Leute schon mal etwas von den Angeboten gehört haben, sie im Hinterkopf behalten und bei Bedarf wieder hervorholen können”, sagt Astrid Thiel. Außerdem gehe es darum, für die Idee der Selbsthilfe zu werben, sie stärker ins Bewusstsein zu holen.

Vom Chefarzt bis zur Pflege

Eine Kultur der Selbsthilfe im Krankenhaus zu etablieren, die von der Krankenschwester bis zum Chefarzt geht, gehört neben der Unterstützung der Gruppen, zum Selbstverständnis des MZ als selbsthilfefreundliches Krankenhaus. „Früher standen Ärzte und Pflegepersonal dem eher skeptisch gegenüber. Heute sehen sie die Arbeit der Gruppen als Unterstützung”, erläutert Theodor Maas, der selbst Selbsthilfegruppen für Angehörige von Parkinson- und Demenzpatienten leitet. Von der Zusammenarbeit profitierten alle Beteiligten.

Durch die Einbeziehung der Gruppen, könnten Infoveranstaltungen zielgerichtet zu den Fragen angeboten werden, die Betroffene bewegen. Außerdem gäben die Gruppen aus ihrer Alltagswahrnehmung heraus immer wieder Dinge weiter, die ihnen auffallen, wie zum Beispiel, dass die behindertengerechten Toiletten nur genutzt werden können, wenn sie gut ausgeschildert sind. Regelmäßig besuchen Theodor Maas, Astrid Thiel und Vertreter der Gruppen auch die Schule für Pflegeberufe, um bereits hier über den Gedanken der Selbsthilfe zu informieren, den angehenden Pflegekräften die Sicht der Kranken zu vermitteln. Es sei ein kontinuierlich sich weiterentwickelnder Prozess, so Theodor Maas, diese Philosophie immer mehr in den Alltag einsickern zu lassen.

Das Selbsthilfe-Forum im MZ-Betriebsteil Marienhöhe startet am Samstag, 26. November, um 11 Uhr mit der Begrüßung durch MZ-Geschäftsführer Falko Rapp. Gegen 12 Uhr gibt es ein preisgünstiges Mittagessen und bis gegen 17 Uhr die Gelegenheit zum Austausch mit den Selbsthilfegruppen, die sich im Foyer präsentieren werden.

Ab 13 Uhr beginnen die Vorträge: Neues über die Parkinsonkrankheit, Dr.med. Kastrau; Neuropsychologische Behandlungsmethoden bei Parkinson: Demenzfrüherkennung und Therapie, Dr. phil. Vohn; Die Dame in schwarz - Wer ist die Depression?, Dipl. Soz.-Päd. Astrid Thiel; Hauptsache es schmeckt - Ernährung im Alter und bei Krankheit, Dr.med. Harlacher; Hilfe zur Selbsthilfe vor Ort Lotse/Lotsin für Menschen mit Behinderung, Jürgen Müller, Präsidiumsmitglied Bundesverband für Menschen mit Arm- und Beinamputation.

Der Eintritt zu der Veranstaltung und zu den Vorträgen ist frei.Informationen zu den Selbsthilfegruppen, mit denen das MZ kooperiert, gibt es aktuell auf der Internetseite: www.mz-ac.de. Ansprechpartner sind: Theodor Maas, Selbsthilfebeauftragter des MZ, Telefon 02405/63-3581, Mail: theodor.maas@mz-ac.de sowie das Selbsthilfebüro der Städteregion, Astrid Thiel, Telefon 0241/5198-5319, Mail: astrid-thiel@staedteregion-aachen.de

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