Herzogenrath - „Mut zum Beruf“: Der erste Eindruck zählt auch beim Job

„Mut zum Beruf“: Der erste Eindruck zählt auch beim Job

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Was genau passiert in der Küche? Schüler des Kohlscheider Berufskollegs haben zur Berufserkundung unter anderem Köchen über die Schulter geschaut.

Herzogenrath. Die Berufsfeld- erkundung soll den Schülern realistische Vorstellungen von der Berufswelt vermitteln. Dafür sollen Betriebe den Jugendlichen praxisnahe Einblicke in das Tagesgeschäft ermöglichen, die für ein jeweiliges Berufsfeld typisch sind.

„Die Erkundung schließt sich zeitlich an eine Potenzialanalyse an und berücksichtigt deren Ergebnisse hinsichtlich der ermittelten Kompetenzen. Die Schüler wählen die Berufsfelder aus, die ihren Stärken und Interessen entsprechen, und dann versuchen wir, einen geeigneten Platz für sie zu finden“, erläutert Karin Jager, Koordinatorin für Berufswahlorientierung an der Gesamtschule Kohlscheid.

Das ist kein leichtes Unterfangen. Seitdem das neue Übergangssystem „Kein Abschluss ohne Anschluss“ für alle Schulen verpflichtend ist, sind die betrieblich angebotenen Erkundungsplätze gefragt und damit rar geworden. Die Gesamtschule Kohlscheid hat deshalb in diesem Jahr einen neuen Weg in Kooperation mit den niederländischen Nachbarn beschritten.

Ergebnis ist ein Pilotprojekt zwischen der Gesamtschule und dem „Beroepscollege Parkstad Limburg“ in Kerkrade und Heerlen. 109 Herzogenrather Schüler nutzen in einer Woche das Angebot von vier niederländischen Berufskollegen. „Alle Schüler füllen während ihrer Schullaufbahn einen Berufswahlpass aus, den sie dann später auch ihrem Ausbildungsbetrieb vorlegen können“, sagt die Schulleiterin der Gesamtschule Barbara Onkels.

Sie lobt die hervorragende Ausstattung in den niederländischen Schulen. Erkunden können die Schüler etliche Bereiche der Wirtschaft, Sozialberufe, Tourismus und viele technische Berufe. Außerdem können sie ihr Niederländisch vor Ort erproben – ein schöner Nebeneffekt der deutsch-niederländischen Zusammenarbeit.

Jonas, 13 Jahre, hatte sich für seinen Berufserkundungstag für den IT-Bereich entschieden. Er besuchte einen Kurs in Kerkrade mit vier weiteren Mitschülern. „Wir haben eine Broschüre angefertigt, in der wir zehn verschiedene technische Produkte vorstellen sollten“, erzählt er. „Trotz kleiner sprachlicher Probleme haben wir das doch gut gemeistert.

Ich weiß zwar noch nicht sicher, ob ich später diesen Beruf wählen werde, aber mein erster Eindruck war gut.“ Kimberley, ebenfalls 13, fand die Unterrichtseinheit auch interessant, aber sie will später doch lieber etwas in der Richtung Medizin, Chemie oder Biologie machen.

Und genau das ist das Ziel der Berufserkundung: Das Interesse für bestimmte Sparten zu wecken oder sie auszuschließen. Dieses Projekt bildet den Auftakt zu drei weiteren dieser Veranstaltungen in diesem Jahr. Als Nächstes steht der „Boys-and-Girls-Day“ an.

Die Idee dieser Initiative wurde bei einem Treffen des grenzüberschreitenden Arbeitskreises der Städteregion Aachen geboren. Karin Jager kam mit Rob Riedl, dem Direktor des Berufskollegs Holz in Kerkrade, ins Gespräch. Er war direkt begeistert von der Idee, auf diesem Gebiet zu kooperieren – und brachte es auf den Punkt: „Wir tun es einfach.“

Das Schulsystem in den Niederlanden unterscheidet sich von dem deutschen. In Kerkrade können die 12- bis 16-jährigen Schüler ein Berufskolleg besuchen. In einer Kombination von allgemeinbildendem und berufsvorbereitendem Unterricht können sie ihren Berufswunsch ermitteln.

Es schließt dann ein Besuch im MBO (Middelbaar Beroeps Onderwijs) mit der Ausbildung an. Bis dahin stehen wöchentlich 34 Schulstunden auf dem Plan, davon vier Stunden in der Praxis. Rob Riedel möchte die Kooperation mit Herzogenrath auch in den kommenden Jahren ausbauen.

Organisiert wurde der diesjährige Austausch auf deutscher Seite von Abteilungsleiter Peter Menk von der Kohlscheider Gesamtschule und Rob Riedl für die niederländischen Schulen.

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