Muslimischer Schütze: Bruderschaften aus dem Nordkreis sind empört

Von: Jacqueline Peters
Letzte Aktualisierung:
8297924.jpg
Der Jubel vor dem Streit: Der Titel von Mithat Gedik spaltet die Schützen. Foto: dpa

Nordkreis. Die Diskussion um den muslimischen Schützenkönig Mithat Gedik in Sönnern dürfte noch eine Weile andauern. Darf ein Moslem König einer Bruderschaft werden – oder darf er nicht? Dazu haben die Schützen im Nordkreis eine klare Meinung: Er soll es dürfen!

„Ich bin sehr erschrocken über die ganze Debatte. Man muss den Glauben der Menschen doch respektieren“, sagt Simon Robert, Brudermeister der Christus-König -Schützen in Alsdorf-Busch. Der im westfälischen Sönnern zum Schützenkönig gekürte Mithat Gedik ist in Deutschland geboren und aufgewachsen und hatte sogar katholische Religion als Abiturfach gewählt.

Und selbst wenn er das nicht getan hätte: „Ich und der ganze Verein finden diese Diskussion unmöglich. Das sind alte Kamellen und alte Gesetze“, äußert sich der Brudermeister der St.-Hubertus-Schützen in Bardenberg, Laurenz Simons. Der Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften (BDHS) sah das anders – und hatte mit seiner Aussage, dass ein muslimischer Mitbürger eben nicht König einer christlich geprägten Bruderschaft werden könne, den ganzen Streit überhaupt erst vom Zaun gebrochen. Nach Meinung des Bundes hätte Gedik nicht einmal Mitglied werden dürfen. Sollte das tatsächlich so sein? „Ich bin empört“, sagt der Vorsitzende der Flovericher Schützen, Daniel Koch. „Dass ein Mann mit muslimischem Glaueb König ist, hätte doch eine Lehrstunde für eine gelungene Integration sein können. Mit solch einer intoleranten, respektlosen Meinung kann man einen Menschen doch nicht einfach ausgrenzen – und diese Art von Ausgrenzung ist bestimmt auch nicht in einem christlichen Sinne.“

„Umdenken erforderlich“

Viele Schützen ärgern sich über die Meinung des BDHS, der am Mittwoch bekannt gegeben hatte, dass es Gedik „ausnahmsweise“ gestattet werden soll, als Muslim Schützenkönig zu sein. „Ich finde es gut, dass der Mann Schützenkönig ist, denn er ist schließlich genauso ein Mensch wie wir“, sagt Wilhelm Kuntz Brudermeister in Bardenberg. Auch der Vorsitzende des Integrationsrats in Herzogenrath, Fehmi Tarasi, bezieht klar Position: „Mithat Gedik ist schon seit Jahren Mitglied in diesem Schützenverein. Doch König soll er dann nicht werden können? Das kann nicht sein. Der Verband sollte seine Satzung ändern, andernfalls könnte so etwas großen Schaden in der Gesellschaft anrichten. Im Sinne der Integration ist hier in Umdenken dringend erforderlich!“

Leserkommentare

Leserkommentare (2)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert