Musiktag in der Kita kommt gut an

Von: Fenja Ermsch
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Da kommen neue Talente ans Licht: Nach kurzer Einweisung von Schlagzeuger Christian Paffen übernimmt Vanessa (3) allein das Regiment an den Drums und trommelt, was die Sticks hergeben. Foto: Fenja Ermsch

Herzogenrath. Vanessa klettert mit ein bisschen Hilfe von Mama auf den extra niedrigen Hocker der hinter dem Schlagzeug steht, nimmt wie selbstverständlich die Drumsticks in die Hand und schon kann es losgehen: Begeistert trommelt die Dreijährige drauflos.

Hobbyschlagzeuger Christian Paffen (17), Schlagzeuger der Band „Infusion” und Gewinner des Stawag-Awards im vergangenen Jahr, steht neben ihr und gibt kleine Hilfestellungen. Aber Vanessa ist schließlich schon groß und will lieber alleine ausprobieren was passiert, wenn sie mit den Sticks auf Becken und Trommeln schlägt.

Anfangs noch zaghaft, dann aber immer wilder und lauter. Sie strahlt über das ganze Gesicht, ihre Augen funkeln vor Begeisterung. Dann ist Robert dran.

Dank Paffens Anleitung findet auch der Vierjährige schnell in den Rhythmus und grinst über beide Ohren. Der dreijährige Constantin hat seine eigene Trommel vorsichtshalber gleich mitgebracht. Seit Tagen freut er sich darauf hinter dem großen Schlagzeug sitzen zu können.

Tolle Lebensmomente

Immer mehr Kinder und Eltern kommen in den Raum, wollen selber mal hinter den Drums sitzen und sind gleichzeitig beeindruckt von dem musikalischen Talent, das in ihren Kindern steckt und unvermutet ans Licht kommt.

Der Musiktag der AWO-Kindertagesstätte Helene-Simon ist in vollem Gange, im ganzen Haus klimpert, rasselt, klingelt, und wummert es. Einige Eltern haben sich Watte in die Ohren gesteckt die vorsichtshalber in einem der Gruppenräume ausliegt. „Aber das gehört dazu”, lacht Erzieherin Michaela Probst, die gemeinsam mit ihrer Kollegin Alex Idel den Thementag in Verbindung mit dem Tag der offenen Tür organisiert hat.

In fünf Räumen können Eltern und Kinder gemeinsam die Angebote entdecken und musikalische Erfahrungen sammeln. „Die musikalische Begleitung wird bei uns im Alltag ganz bewusst und verstärkt eingesetzt”, erklärt Idel.

„Es gibt keinen Tag an dem nicht gesungen wird. So führen wir die Kinder schon früh an die Musik heran und fördern nebenbei ihr Sprachbewusstsein.”

Ein positives Beispiel sind zwei Kinder, die bei ihrer Aufnahme in die Tagesstätte noch kein Deutsch sprachen, doch mittlerweile Liedtexte fehlerfrei mitsingen können. „Das melodische und wiederkehrende der Lieder macht es den Kindern einfach, die Sprache zu erlernen”, weiß Probst. Weiterhin spricht das experimentelle alle Altersklassen an, die Kinder vermitteln sich ihre Erfahrungen untereinander. „Es ist toll mit den Kindern musikalisch die Welt zu entdecken”, findet Michaela Probst. „Sie sind fasziniert von den Klängen, die mit Alltagsgegenständen wie Löffeln oder Joghurtbechern erzeugt werden können. Das sind tolle Lebensmomente!” Die musikalische Früherziehung fördert Motorik und Rhythmusgefühl und macht vor allem Spaß.

Erbsen im Luftballon

Schon für die Jüngsten - ab 18 Monate - bietet die Einrichtung, die sich auf dem Weg zur Zertifizierung zum Familienzentrum befindet, Musik und Spiel an, bei der auch externe Familien herzlich willkommen sind. Auch an diesem Nachtmittag sind viele Familien gekommen, die gemeinsam einen außergewöhnlichen Vormittag verbringen wollen. So hat Florian (3) gerade gemeinsam mit seinem Vater eine Rassel aus einem Luftballon und Erbsen gebastelt und läuft nun damit quer durch die Einrichtung und rauf auf die Klangtreppe, an der Löffel, Klangstäbe und -platten sowie Muscheln, mit denen die Kids ordentlich Krach machen. „So was müssen wir zu Hause auch machen”, findet Angelina (4). Doch ihre Mutter hingegen sieht das etwas anders. Da kann auch das Argument: „Doch, Mama, dann können wir zusammen immer Musik machen”, nicht viel dran ändern. Aber eine Rassel wie die von Florian nimmt Angelina auf alle Fälle mit nach Hause. Damit lässt sich ja auch schon ordentlich Krach machen.

Für die etwas ruhigeren Kinder gibt es ebenso Angebote: Malen nach Musik, eine Hörspielecke und Bewegungslieder zum Mitmachen. Der Tag hat vielen Eltern gezeigt, dass Musik nicht nur im Kindergarten, sondern auch zu Hause eine große Rolle spielen sollte. Christian Paffen wird in Zukunft sogar bei einigen Kindern Schlagzeugunterricht geben. Und vielleicht bekommt Angelina ihre Mama ja doch noch zu einer Klangtreppe überredet.
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