Musikgenuss auf hohem Niveau präsentiert

Von: ehg
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Ein starker Auftritt: der Kammermusikkreis der Stadt Würselen in St. Marien. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Vom Barock über die Romantik bis zur Moderne spannte der Kammermusikkreis der Stadt Würselen unter der souveränen Stabführung von Julia Prinsen-Feneberg bei seinem neuerlichen Konzert in der Kirche St. Marien den Bogen.

Voller Spielfreude gingen die rund 30 Streicher, unterstützt durch einige Bläser, engagiert zu Werke und bescherten den überaus zahlreichen Besuchern einen Musikgenuss auf hohem Niveau. Dabei stellten sie nicht nur hohe Anforderungen an sich selbst, sondern auch an die Konzertbesucher, nicht zuletzt beim zeitgenössischen Werk „Company“ des 1937 geborenen amerikanischen Komponisten Philip Glass, der auch östliche musikalische Techniken in seinen eigenen Werken anwandte.

Den Sprecher des Gemeindeausschusses, Hans Peter Pütz, freute es, dass der Kammermusikkreis mit seinen hochwertigen Konzerten seit Jahren schon in St. Marien gastiert. Er wünschte den Besuchern einen klangvollen und unterhaltsamen Abend. Dass sein Wunsch in Erfüllung ging, bedarf keiner Frage. In die jeweiligen Werke stimmte Laurenz van Treeck ein und machte dabei die Besucher auch mit den jeweiligen Komponisten bekannt.

Wunderschöne Klänge

Eine Kostprobe aus dem Barock offerierte das Programm mit dem Konzert in D-Dur für Trompete und Streicher von Georg Philipp Telemann zu Beginn, das als erstes Trompetenkonzert eines deutschen Komponisten in die Musikgeschichte eingegangen ist. Vor allem in den Allegro-Sätzen konnten sich die Besucher an wunderschönen Klängen erfreuen.

Huub Versteegen, seit 2009 Solo-Trompeter im Aachener Sinfonieorchester, traf nicht nur die höchsten Töne lupenrein. Er verzauberte sein Publikum ebenso sowohl durch technische Versiertheit und ausgereifte Intonation, angereichert mit bravourösen Läufen. Der Komponist, der das Werk angeblich nur geschrieben hat, um die Solisten zu testen, hätte seine helle Freude gehabt. Donnernder Applaus war sein „Lohn“.

Nach den strahlenden festlichen Klängen dann der brachiale Kontrast, „Company“ von Philipp Glass. In diesem Werk setzt der zeitgenössische Komponist ein gleichnamiges Werk von Samuel Beckett in Musik um. Van Treeck zur Einstimmung: „Glass´ Musik ist in keiner Weise atonal, sie hat auch nichts mit Zwölftonmusik zu tun. Kritiker ordnen sie der Minimalmusik zu.“

In den vier Sätzen kreiste die Musik um ein Grundthema, wobei es zunächst wenig Veränderungen gab. Mit einfachen Akkorden wurde es in kreisenden Mustern variiert und transformiert. Für den, der die Augen schloss und sich in die Situation des Mannes in Becketts Erzählung versenkte, für den wurde die vom Orchester harmonisch dargebotene, auch wegen der sich überlagernden Rhythmen und Takte in den verschiedenen Instrumenten interessante Musik zu einem Erlebnis.

Eine absolute Herausforderung für jeden Trompeter ist das virtuose, kontrastreiche Konzert in C-Dur von Antonio Vivaldi. Huub Verstegen und Simon Bales, stellvertretender Solotrompeter im Sinfonieorchester Aachen, nahmen sie an und erfüllten im Duett den Kirchenraum mit wunderschönen Klängen. Das Orchester hielt sich dezent zurück und bereitete ihnen einen brillanten Boden. Das Publikum war über alle Maßen begeistert. Und ließ die beiden Solisten hochleben.

Glücksempfindungen und Freude verbreitete das Orchester bei der Darbietung von Schuberts Symphonie Nr. 5 in B-Dur des Romantikers Franz Schubert. Wie vielfältig in diesem Werk dessen Einfälle sind, durften die Konzertbesucher nachempfinden. Wobei Anklänge zu Mozart und Haydn bisweilen nicht zu überhören waren.

Zehnjähriges als Dirigentin

Als Jubiläumsgeschenk hatte sie sich Julia Prinsen-Feneberg gewünscht. Die Geigerin des Sinfonieorchesters Aachen feierte ihr Zehnjähriges als Dirigentin. Für ihr Engagement bedankte sich als Vertreterin des Orchesters Roswitha van Treeck unter lang anhaltendem Beifall bei ihr.

Ihr schloss sich Bürgermeister Arno Nelles an. Dabei betonte er, dass der Kammermusikkreis die kulturelle Vielfalt der Stadt auf seine Weise bereichere, wobei die Dirigentin professionell, aber doch menschlich die „Zügel“ in Händen halte.

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