Musikerlebnis der Extraklasse

Von: ehg
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Vielfältiges Konzertergebnis: Das Quartett „WELF“ gastiert bei „Pius am Mittwoch“. Foto: Meyer-Roeger

Würselen. Zu ihrem ersten Jazzabend hatte die Kulturreihe „Pius am Mittwoch“ ins Pfarrheim an der Ahornstraße eingeladen. Gestaltet wurde er von „WELF“, dem jüngsten Projekt des Bassisten Heiko Wätjen. Die Besetzung Saxophon, Klavier, Kontrabass und Schlagzeug ließ ein klassisches Jazz-Quartett vermuten.

Klassisch war aber in diesem Falle nur die Instrumentierung. „WELF“ bediente weder angestaubte traditionelle New-Orleans-Klischee, noch mussten die Besucher Anhänger der Freejazz-Avantgarde sein. Vielmehr präsentierten sich in dem Projekt vier Musiker, die sich auf der Basis der eigens für das Quartett verfassten Kompositionen ihre Einflüsse aus den unterschiedlichsten Musikstilen einbrachten.

Abseits ausgetretener Pfade harmonierten die vier Ausnahme-Musiker prächtig mit einander. Von der ersten Minute an zogen sie durch ihre fantastischen solistischen Improvisationen die Besucher in ihren Bann. Sie animierten Heiko Wätjen und seine technisch versierten „Mannen“ durch ihre effektvollen Spielereien zu immer größerer Spielfreude, so dass diese mehr als einmal über sich hinaus wuchsen. Sie entführten dabei ihr Publikum in geheimnisvolle musikalische Welten.

Alle vier Meister ihres Jazz-Faches sind längst kein unbeschriebenes Blatt mehr in der euregionalen Musikszene. Johannes Flamm, vielen als virtuoser Klarinettist der Klezmer-Band „Dance of Joy“ bekannt, setzte sich an seinem Hauptinstrument, dem Alt-Saxophon, prächtig in Szene.

Pianist Christoph Eisenburger ist derzeit musikalischer Leiter des Das-Da-Theaters in Aachen. Er war schon in den 1990er Jahren eine feste Größe der Aachener Jazz- und Rockszene sowie über Jahre in verschiedenen Musicals mit von der ausgefallenen musikalischen Partie. Schlagzeuger Yann Le Roux spannte bei seinen solistischen Auftritten einen Bogen, der von den Aventgardesounds seiner Band „Travail Sonique“ über den Chansonrock von Renaud Marquart bis hin zu seiner Rolle als Perkussionist des Trios „Lagerfeuer“ reicht.

Kennern der regionalen Musikszene ist Heiko Wätjen, der bei dem Konzert in Pius X. ein Heimspiel hatte, auch als Sänger und Songwriter ein Begriff. Er bot mit seinen Kollegen den Besuchern voller Begeisterungsfähigkeit ein vielfältiges wie individuelles Konzerterlebnis.

Die vier Jazzer spielten sich bei den verschiedensten Stücken die Bälle nur so zu, so dass sie in einen musikalischen Spielrausch gerieten. Den Zuhörer bereiteten sie ein Musikerlebnis der Extraklasse. Das Projekt „WELF“ war unterdessen dem Ruf, der ihm voraus eilte, in allen jazzigen Belange gerecht geworden.

Weiter geht es in „Pius am Mittwoch“ am 28. Oktober mit „Vive la France – Musik aus Frankreich“ und einem kammermusikalischen Kontrastprogramm. Zu Gast sein werden dann Jonas Seeberg, Solocelist des Limburgischen Sinfonieorchesters, und sein junger niederländischer Klavierpartner Wouter Bergenhuizen (Klavier).

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