Musiker und Schriftsteller Christoph Leuchter liest im Alten Rathaus

Von: Jule Klieser
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Der Würselener Musiker und Schriftsteller Christoph Leuchter und seine Frau Doris bei der Signierstunde im Foyer des Alten Rathauses: Zuvor hatte er aus seinem Roman „Amelies Abschiede“ gelesen. Foto: Jule Klieser

Würselen. Mit der Lesung aus seinem Roman „Amelies Abschiede“ im alten Rathaus hat Christoph Leuchter seine Zuhörer richtig neugierig gemacht, wie es denn nun weiter geht mit der Geschichte. Ein wenig vertrackt ist sie schon, diese Geschichte. Bis man begreift, dass der Ich-Erzähler eine Ich-Erzählerin und die Titelgeberin des Buches ist, vergehen mehrere Seiten. Eine Frau? Und schon muss man ein wenig umdenken. Dann erfährt man Ungeheuerliches aus einer Unternehmer-Familie.

Der Vater von Amelie soll an dem Tag, als er Amelies Mutter heiratete, mit seiner eigenen Schwester eine intime Beziehung begonnen haben – oder hat man sich da verhört, falsche Schlüsse gezogen? Zuvor hatte der Vater Amelie ja schon enthüllt, dass er nicht ihr Vater sei.

Im Untertitel heißt der Roman „Eine Lügengeschichte“. Wer da lügt, in welcher Sache und warum verriet der lesende Schriftsteller natürlich nicht. So war nach der Lesung die Verwirrung perfekt, die Neugier groß. Noch dazu erzählt Leuchter diese Handlung in einer ausgefeilten Sprache.

Manchmal humorvoll, manchmal balladesk, manchmal lakonisch. An kuriosen, gedrechselten Sätzen wie „durch meine Sonnenbrille erschien alles im Sepia alter Fotografie“ hat der Autor offensichtlich Spaß.

Mehrere Berufe

Christoph Leuchter ist ein Ur-Würselener, und ein jeder Würselener scheint ihn zu kennen. Viele kamen ins alte Rathaus, um ihn zu hören. Alle spitzten die Ohren in wohlwollender Erwartung.

Er muss wirklich beliebt sein, die Stimmung war einfach richtig freundlich im vollen Saal. Leuchters Elternhaus ist nicht unbekannt, und er hat sich schon als junger Mensch im besten Sinne in seinem Umfeld bekannt gemacht.

Geboren in Bardenberg, war er in der Pfarre St. Sebastian aktiv, als Messdiener, in der Kinderbetreuung, beim Sport. Von Kindesbeinen an hat er Musik gemacht, unter anderem Orgel gespielt.

Christoph Leuchter hat nach eigenen Angaben drei Berufe: Schriftsteller, Musiker und Dozent. In Würselen leitet er den Neuen Chor. Bei der Lesung gab er eine Kostprobe seiner musikalischen Begabung mit einem kleinen Klavierstück, das Filmmusik-artig zu dem Gelesenen passte.

Im Fach Germanistik promovierte Leuchter und unterrichtet heute an der RWTH Aachen „Kreatives Schreiben“. Sein erster Roman „Letzter Akt“ erschien 2012. Und welches ist sein Lieblingsberuf? „Gerade ist es das Schreiben und Unterrichten“, sagt er, doch das könnte schon einmal wechseln. Drei Berufe zu haben, liebt er.

Lange Schlange beim Signieren

„Ich finde das sehr schön, wenn ich mich bei dem einen vom anderen erholen kann.“

Bei der Lesung im alten Rathaus bekam der dreifache Vater Unterstützung von seiner Frau Doris, denn seine Stimme war angeschlagen.

Mit Franz-Josef Ritzerfeld und seiner E-Gitarre wurde die Lesung richtig abwechslungsreich. Er erfreute das Publikum mit seinen traurig-romantischen und bluesigen Gitarren-Soli. Alle drei bekamen begeisterten Applaus. Am Ende bildete sich im Foyer eine lange, lange Schlange vor dem Tisch, an dem der Autor seine Bücher signierte.

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