Würselen - Musiker blicken mit Stolz zurück

Musiker blicken mit Stolz zurück

Von: ehg
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Allseits geschätzt: Die „Alt
Allseits geschätzt: Die „Alten Kameraden” bereiten den Menschen seit 90 Jahren Freude. Foto: Vladimir Shvemmer

Würselen. Zum Markenzeichen seiner Heimatstadt Würselen ist das Trommler- und Pfeiferkorps (heute: Bundestambourkorps) „Alte Kameraden” in den verflossenen neun Jahrzehnten geworden, auf die es in diesen Tagen und Wochen stolz zurückblicken kann.

Vor allem durchlebten die Spielleute in den Kriegs- und Nachkriegsjahren schwere Zeiten. In der bewegten Geschichte der „Alten Kameraden”, bei denen mittlerweile die fünfte Generation angebrochen ist, spiegelt sich in einem kleinen, bescheidenen Maße ein Stück Historie ihrer Heimatstadt wider. Allen Grund haben sie, das 90-Jährige gebührend zu feiern. Heute schon laden sie alle Freunde zu einem musikalischen Festabend am 13. Oktober in der Aula an der Klosterstraße ein.

Hervorgegangen ist das Korps aus einem katholischen Jugendverein der Pfarre St. Sebastian. Seine Gründung erfolgte Mitte 1922 auf Initiative und durch Förderung des Präses des Jünglingsvereins, Kaplan Lennartz. Unter dem langjährigen Korpsführer und Spielleiter Josef Hess widmeten sich zwölf junge Männer dem klingenden Spiel. In den ersten Jahren nach der Gründung war das Korps in seiner Arbeit stark beeinträchtigt, weil das öffentliche Auftreten gemäß einer Anordnung der damaligen Besatzungsbehörde verboten war. Freudige Aufnahme zum Proben fand das junge Korps bei Josef Grafen an der Kaiserstraße 11, wo die „Alten Kameraden” lange Zeit beheimatet waren. Einen der ersten öffentlichen Auftritte auf deutschem Boden hatten sie in Düren.

Nach Abzug der französischen Besatzung konnte sich das Korps frei entfalten. Unterbrochen wurde die Vereinsarbeit, als der Zweite Weltkrieg ausbrach. Erst im März 1948 konnte mit dem Wiederaufbau begonnen werden: Gottfried Schüller übernahm wieder den Vorsitz, als Korpsführer nahm Josef Hess wieder seinen Platz ein, Johann Leuchter fungierte als Schriftführer und Peter Dreschers verwaltete die Finanzen. Am 14. August 1949 konnten 16 neue Kameraden in das Korps aufgenommen werden. Die „Alten Kameraden” waren wieder da. In seinem Grußwort zum 30-jährigen Bestehen schrieb der damalige Bürgermeister Wilhelm Küppenbender: „Fast wie kein anderer Verein erfreut sich das Trommler- und Pfeiferkorps ?Alte Kameraden allgemeiner Wertschätzung in der Bürgerschaft, die ihm bei jeder sich bietenden Gelegenheit bekundet wird.”

1957 erlebten die „Alten Kameraden” ihren ersten Generationenwechsel. Neuer Vorsitzender wurde Franz Schoenen, der dieses Amt fast fünf Jahrzehnte lang bekleidete. Am 17. April 1964 überraschte das Korps die Nachricht vom plötzlichen Tod seines Korpsführers Josef Hess. Sohn Michael trat in die Fußstapfen seines Vaters, Hubert Maassen übernahm das Amt des Spielleiters. Vom 11. Juni 1967 an schritt Maassen als Korpsführer und Spielleiter dem Korps voran, sage und schreibe 28 Jahre lang.

Auch weibliche Mitglieder

Neben den vielen Erfolgen, die in dieser Zeit errungen wurden, durfte das Korps stolz auf seinen Nachwuchs sein. So wurde die dritte Generation „Alte Kameraden” eingeläutet. 1995 brach das Korps nach langen Überlegungen mit seiner Tradition, nur männliche Aktive aufzunehmen. Sechs junge Frauen wurden bei der Probe begrüßt. Seitdem sind sie aus den Reihen der „Alten Kameraden” nicht mehr wegzudenken.

1995 war darüber hinaus noch ein ereignisreiches Jahr: Unvergessen geblieben ist ein Benefizkonzert mit dem Stabsmusikkorps der Bundeswehr auf der Burg Wilhelmstein mit 900 Besuchern zugunsten des Altenheims St. Antonius. 9000 D-Mark konnten dem Leiter Joachim Classen überreicht werden. Außerdem ging die Ära Hubert Maassen zu Ende. Er reichte seinen Tambourstab weiter an Winfried Mahr, aber nur für kurze Zeit. Dann folgte ihm Guido Bleser, der seitdem dem klingenden Spiel seinen musikalischen Stempel aufdrückt. 2006 ernannte das Präsidium des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften das Trommler- und Pfeiferkorps „Alte Kameraden” zum Bundestambourkorps. Es stellte sich dieser Herausforderung gemäß dem Wort von Thomas Morus: „Tradition ist nicht das Bewahren der Asche, sondern die Weitergabe der Flamme.”

Kontinuität in der Führung

Fast 48 Jahre stand Franz Schoenen seinen Kameraden vor. 2006 wurde er jäh aus ihrer Mitte gerissen. Sein Name steht wie kein zweiter für das heutige Bundestambourkorps. Am 8. Februar 2008 trat Günter Klinkenberg in seine Fußstapfen. Er ist damit der dritte Vorsitzende nach Gottfried Schüller und Franz Schoenen, was für die Kontinuität in der Führung des Korps spricht.

Fackelzug ab St. Sebastian und viele Gäste

Der musikalische Festabend am 13. Oktober wird eingeläutet durch einen Fackelzug von der Pfarrkirche St. Sebastian aus zur Aula an der Klosterstraße. Er wird gestaltet vom Instrumentalverein Karken, von der Blaskapelle Herzogenrath-Straß, vom Korps Eschweiler-Lohn, vom Bundestambourkorps Hubertus Neuss und vom Bundes-Fanfarenkorps Edelweiß Kerpen sowie von den hiesigen Korps Vorwärts Kohlscheid und Bardenberg.

Beim Festabend in der Aula werden die „Uedelhovener Dorfmusikanten” aufspielen. Als besondere musikalische Attraktion bietet das Geburtstagskind das Bundesfanfarenkorps Neuss-Furth auf.

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