Musikalischer Hochgenuss im Kulturforum im Alten Rathaus

Von: ehg
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Seit vielen Jahren gehört das Neujahrskonzert des Kulturforums in Würselen zum Standardprogramm in den ersten Januartagen. Zu Gast war das Trio con Abbandono, drei Preisträgerinnen internationaler Wettbewerbe, in der ungewöhnlichen Besetzung der Instrumente Klarinette, Akkordeon und Violoncello. Foto: W. Sevenich

Würselen. Mit einem musikalischen Hochgenuss hat das Kulturforum (KuFo) im Alten Rathaus das neue Jahr eingeläutet. Ihn bereitete das „Trio con Abbandono“ (Trio mit Hingabe) in einer außergewöhnlichen Besetzung: Klarinette (Beate Müller), Akkordeon (Claudia Iserloh) und Violoncello (Anne-Lise Cassonnet).

Mit leidenschaftlicher Spielfreude, Charme und Humor boten die drei Meister ihres Faches ihr neues Programm dar und zogen das Publikum in ihren Bann. Egal, ob das außergewöhnliche Trio einen schwungvollen argentinischen Tango präsentierte, mit Neuer Musik Akzente setzte, mitreißende jüdische Klezmer-Musik inszenierte oder allseits bekannte Klassiker zu Gehör brachte: Die Resonanz war lang anhaltender Beifall.

Die Reise durch verschiedene Stilepochen von der Wiener Klassik bis zur Neuzeit startete das Ensemble mit „Pequena Czarda“, einem für Altsaxophon von dem zeitgenössischen Komponisten Pedro Iturralde geschriebenem Stück.

Die technisch versierten obendrein auch charmanten jungen Musikerinnen hatten Appetit auf mehr gemacht. Hohe Ansprüche an ihre musikalische Spielkunst stellte sodann die traditionelle „Klezmer-Suite“, mit ihren melancholisch-besinnlichen Passagen.

Eine fröhliche Seite seines facettenreichen Repertoires schlug das „Trio con Abbandono“ mit „Cats“ von John Noble auf. Auf Samtpfoten schlichen sich verschiedene Charaktere der Spezies Katze beim Publikum ein, miauten und schnurrten, was das Zeug hielt.

Auch „Der kleine grüne Kaktus“ der Comedien-Harmonists kam dabei zu Ehren, und Mozart meldete sich im Hintergrund das eine oder andere Mal auch zu „Wort“. Einfach amüsant! An portugiesische Gefilde entführte das fantastisch eingespielte Ensemble mit „Lisboa“ von Peter Ludwig.

Bei den rasanten Läufen war eine enorme Fingerfertigkeit gefordert. Es zeigte sich, dass Musikerinnen auch in der Neuen Musik Glanzpunkte zu setzen vermögen, indem sie subtile Stimmungen einfingen.

Übermütigkeit machte sich breit, als das Trio „La Follia“ in drei verschiedenen Versionen zu Gehör brachte. Die Komponisten Maurais, Corelli und Vivaldi hätten an der hohen kammermusikalischen Interpretation ihre Freude gefunden.

Die Historie des Tangos vom 19. Jahrhundert bis zum Tango von morgen zeichneten die drei Musikerinnen, die als Musikpädagoginnen an der Musikschule Senne in Bielfeld beziehungsweise an der Brahmsschule Detmold tätig sind, lebhaft und temperamentvoll nach. Der argentinisches Komponist Astor Piazzolla, der den „Tango nuovo“ kreierte, grüßte auch bei „Luerate de Angel“ (Tod des Engels) voller Begeisterung aus der Ferne.

Rhythmisch stark, mit Lichteffekten untermalt, intonierte das Trio die „Disco Toccata“ des zeitgenössischen Komponisten Guillaume Connesson. Durch seine kurzen originellen Konzertstücke wurde der US-Amerikaner Leroy bekannt. Eine Kostprobe war „The Typewriter“ (Die Schreibmaschine). Und das Publikum spendete reichlich Beifall. Die geforderten Zugaben wurden bereitwillig gewährt und führten zu stehenden Ovationen.

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