Musikalische Unikate zum leckeren Essen

Von: km
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Seine Musik entsteht im Moment und jede Darbietung ist ein Unikat: Der Pianist, Fotograf und Journalist Oliver Wessels gastierte im Alsdorfer „Schaffrathhaus“. Foto: Stefan Reiners

Alsdorf. Mitten im Alsdorfer Stadtteil Ofden, in einem Wohngebiet, liegt Haus und Atelier des 2011 verstorbenen Künstlers Ludwig Schaffrath, der insbesondere wegen seiner in zahlreichen Kirchen, aber auch in Bahnhöfen, Schulen und Universitäten weltweit zu begutachtenden Glasmalerei bekannt geworden war.

Hieraus entstand das heutige „Schaffrathhaus“, in dem nicht nur regelmäßig Führungen stattfinden, die dem Interessierten das Werk des namensgebenden Künstlers näher bringen, sondern auch regelmäßig Vernissagen und andere kulturelle Veranstaltungen vom Förderverein organisiert werden.

So hieß es diesmal „Sommerzeit, wir sind bereit – Musik und leckeres Essen“. Der Name war Programm. In geselliger Atmosphäre wurden selbstgemachte Häppchen und Suppe nebst Getränken in den Ausstellungräumen gereicht. Für den musikalischen Aspekt sorgte Oliver Wessels, Heinsberger Fotograf, Journalist und Pianist aus Leidenschaft. Seine Darbietungen sind im wahrsten Sinne des Wortes alle komplette Unikate, nicht reproduzierbar, aus dem Moment und den aktuellen Emotionen geboren, da vollumfänglich improvisiert.

Das klingt zunächst für manchen Zeitgenossen nach „Free Jazz“, hat damit aber gar nichts zu tun. Oliver Wessels Motto lautet „Ans Klavier setzen und loslegen“ und genauso hält er es auch. Die ersten Töne erklingen und der Rest entwickelt sich von ganz allein.

Im Falle von „Sommerzeit – wir sind bereit“ entstanden hieraus unaufgeregte, melodische und entspannende Klänge, die demjenigen, der vornehmlich gekommen war um der Musik zu lauschen und dabei etwas zu essen einen ebenso angenehmen Abend bereiteten, wie dem, der hauptsächlich erschien um zu essen und gesellig zu sein und dabei etwas Musik im Hintergrund als durchaus nicht störend empfand.

Disput im Publikum

Genauso wollte es Oliver Wessels auch verstanden wissen. Den zu Beginn im Publikum auftretenden Disput, ob es sich um einen konzertanten Abend handele oder ob man derweil ungeniert reden dürfe, legte er in seiner gewohnt ruhigen, unprätentiösen Art unter Hinweis darauf bei, er habe viele Jahre als Barpianist gearbeitet und es störe ihn persönlich überhaupt nicht, wenn sich unterhalten werde.

Auch den nicht geplanten Auftritt eines unvermittelt ungefragt (eigene) Gedichte rezitierenden Lokalpoeten nahm Wessels charmant hin, lehnte den Vorschlag, von da an wechselweise weitere Verse und Musik zu präsentieren, jedoch freundlich aber bestimmt ab.

An diesem Abend hatte die Musik Oliver Wessels – wie so oft –durchaus meditativen, untermalenden Charakter. Das kann aber auch ganz anders klingen. Je nach Situation und Ambiente wird es auch mal Boogie Woogie oder eher klassisch Anmutendes.

Von Gefühlen abhängig

Es bleibt aber jedes Mal zu 100 Prozent ein echter Wessels. „Ich habe keine Themen, über die ich dann variiere. Ich improvisiere auch nicht über feste Akkordfolgen. Meine Musik ist absolut frei und entsteht ganz alleine im und für den jeweiligen Moment“, erklärt der Künstler, nach seinem speziellen System gefragt, und ergänzt: „Was genau daraus wird, hängt natürlich auch stark davon ab, wie ich mich selber gerade fühle. Manchmal spiele ich auch einfach nur für mich, gefangen in der eigenen Musik“

Ein äußerst interessantes und offensichtlich gut funktionierendes Konzept.

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