Musikalische Reisen bis ins mystische Persien

Von: Laura Beemelmanns
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Boten ein Potpourri der Klänge: Die Blaskapelle Oidtweiler hatte zum traditionellen Winterkonzert eingeladen und begeisterte mit schwungvollen Rhythmen. Foto: Laura Beemelmanns

Baesweiler. Es schimmerte Grün-Weiß im Pädagogischen Zentrum (PZ) des Gymnasiums. Tischgedecke, Tannenbäume, Plakate – alle waren sie einheitlich gefärbt – und natürlich auch die Uniformen der Mitglieder der Blaskapelle 1920 Oidtweiler. Sie hatten zum Winterkonzert geladen, wie seit 1989 immer am ersten Advent. Der seit 92 Jahren bestehende Verein ist zum ersten und vermutlich auch zum letzten Mal auf das PZ ausgewichen.

Denn in Oidtweiler wird die Turnhalle renoviert. „Es ist eine Übergangslösung“, sagt die zweite Schriftführerin Rani Redemann. „Wir sind froh, dass die Stadt Baesweiler uns die Möglichkeit geboten hat, das Konzert hier zu veranstalten.“ Im Grunde ist es auch ganz egal, wo die Musiker zu ihren Ins-trumenten greifen, schließlich kommt es auf die melodische Kunst an. „Uns macht es Spaß“, sagt Helmut Engels, erster Vorsitzender der Blaskapelle, während er lächelnd auf das Jugendorchester blickt. Denn was wäre ein solcher Traditionsverein ohne Nachwuchs und „was wäre ein Blaskonzert ohne Marschmusik“?, scherzt Bernd Thelen, Leiter des Jugendorchesters.

Dieses machte mit fünf Instumental-Stücken den Anfang, spielte die Komposition „No woman, no cry“ von Vincent Ford, „I‘m a believer“ von Neil Diamond und den „Zirkusmarsch“ von Andrew Watkin, den sie stampfend untermalten. Die Jugend präsentierte sich mit vollem Körpereinsatz, schließlich sei Marschmusik ihr Steckenpferd. Und auch wenn im musikalischen Elan einige Noten den Weg auf den Boden suchten, ließ sich kein Trompeter oder Klarinettenspieler vom Kurs abbringen.

Man konzentrierte sich auf die Zugabe „The name‘s Claus … Santa Claus“, eine Hommage von Mark Williams an James Bond, der die Klassiker aus den 007-Filmen mit weihnachtlichen Klängen kombiniert. „Auf die Jugend können wir aufbauen“, sagt Engels. Schließlich wachsen sie zum „Großen Orchester“ heran, das unter der Leitung von Georg Kopka ein Potpourri der Klänge bot. Seit zwölf Jahren leitet Kopka das Orchester und kreierte sogar eigene Werke, beispielsweise „Dem Dorf Oidtweiler die Treue“.

Aber auch der Florentinermarsch von Julius Fucik begeisterte das Publikum, denn das Orchester entführte auf eine kleine Reise durch die Welt. Man traf sich „Auf einem persischen Markt“ von Albert Ketèlbey und schlenderte durch Europa bei der „Euro Swing Parade“ von Kees Vlak. Auch Klassiker von „Queen“ hatten Platz auf dieser Reise. Georg Kopka hatte mit der Blaskapelle eine bunte Mischung zusammengestellt und dürfte jeden Geschmack getroffen haben. Zudem stellte er ein orientalisches Bühnenbild zur Verfügung – passend zur Reise ins mystische Persien.

„Kopka ist ein alter Hase im Show-Business“, sagen seine Kollegen. Er kennt die Hits, die das Publikum hören möchte. Doch nicht nur die Zuhörer sollten das freudige Spektakel genießen. Es diente auch einem sozialen Zweck: Rund 400 Euro wurden durch Getränke und Spenden eingenommen, die von der Blaskapelle an den FC Concordia Oidtweiler übergeben wurden. Der Verein leitet das Projekt zum Umbau der Turnhalle und kann das Geld gut gebrauchen. Dirk „Bode“ Springmann, erster Vorsitzender, und Frank Redemann, zweiter Vorsitzender, nahmen den Scheck gern entgegen.

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