Multitalent Jacqueline Pawliczek macht ihr Hobby zum Beruf

Von: Sigi Malinowski
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Nicht nur auf der Theaterbühn
Nicht nur auf der Theaterbühne zu Hause: Jacqueline Pawliczek. Foto: Sigi Malinowski

Herzogenrath. Es ist eine Reise ins eigene Ich, ein Finden der Persönlichkeit. Jacqueline Pawliczek redet über ihre begonnene Ausbildung, über das Theater. Die junge Frau aus Herzogenrath formuliert und beschreibt so intensiv, als habe sie sich gerade frisch verliebt.

Dabei besteht ihre Hinwendung zum anspruchsvollen Rollenspiel schon seit einigen Jahren. Aber den größten Schliff hat sie möglicherweise in den letzten Monaten bekommen.

Seit knapp einem Jahr wird die 20-jährige ehemalige Abiturientin des Städtischen Gymnasiums Herzogenrath am Bochumer „TheaterTotal” ausgebildet. Erstes Zwischenergebnis ist die Teilnahme an einer Drei-Länder-Tournee durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Jacqueline Pawliczek wird in Wien, in Salzburg, St. Gallen, Berlin, Dortmund, Bonn und auch in Aachen auftreten. Mit Anton Tschechows Komödie „Platonow - Die Vaterlosen”.

Wo einst Pina Bausch dozierte

Im vergangenen Jahr hat sie ihr Abi gebaut, mit der Gesamtnote 2,6. Danach stand fest: „Die Schauspielerei soll es sein, die meine nächsten Jahre bestimmt.” Zwei Tage durchlief sie das Auswahlverfahren am Bochumer „TheaterTotal”, an dem auch einst Pina Bausch dozierte, spielte und Tanzunterricht gab. Jacqueline Pawliczek sagt, dass sie aufgenommen wurde, weil man gespürt habe, dass es keine Laune war, mit der sie das Schauspiel ausüben will.

Schon an der Schule hatte sie viele Jahre in der Theater-AG mitgewirkt und darüber hinaus drei Jahre lang im Aixpertentheater, dem Ensemble aus der Region Aachen, Erfahrungen gesammelt und Rollen gespielt. „Die Zeit beim Aixpertentheater, dort habe ich auch ein Jahr bei der Regie assistiert, hat mich sehr geprägt”, empfindet Jacqueline Pawliczek. „Man erfährt gerade beim Theater unheimlich viel über sich selbst.”

In Bochum entdeckte sie nicht nur, dass das Spiel am Theater ein möglicher Beruf fürs Leben sein wird, sie spürte auch, „wie man mit Stress umgehen kann. Das war für mich eine ebenfalls wichtige Erfahrung.”

Denn in den vergangenen Monaten hat die Intensität der Arbeit auch überproportional zugenommen. Die Proben nehmen sogar die Wochenenden ganz in Anspruch. So bleibt kaum Zeit, sich mit den Eltern auszutauschen („Sie fahren zu jeder Gelegenheit mit, um uns spielen zu sehen”) oder mit ihrer Schwester Sonja (24).


Und wenn die Tournee beendet ist, steht direkt das nächste Projekt an: Vater Waldemar Pawliczek sucht derzeit einen großen Raum oder Saal, in dem der 21 Minuten dauernde Kurzfilm „Mein Glücksbringer” aufgeführt werden kann. Auch das ist ein Werk des Herzogenrather Multitalents Jacqueline Pawliczek. Sie hat das Drehbuch geschrieben und selbst Regie in einem Team von sechs Leuten geführt. Die Musik stammt vom Pianisten Rafael Fimm.

Groß ist die Freude der kreativen Rodastädterin indes, dass die Theatertournee auch Station im Aachener Ludwig-Forum macht. Am 18. Juni kommt die Region in den Genuss, das 29 Schauspieler zählende Ensemble zu sehen.
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