Mountainbiker können durchstarten

Von: mabie
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Ein natürliches Auf und Ab: Die hügelige Strecke an der Halde ist ganz nach dem Geschmack der Mountainbiker. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Gleich neben dem Gebäude des Bergbauvereins Grube Adolf gibt es einen schmalen, mit Splitt bedeckten Weg, der ganz nach oben auf die Halde führt. Sowohl Fußgänger als auch Hundehalter nutzen diese Strecke gern, nur für Rollstuhlfahrer ist sie eindeutig als „nicht geeignet“ gekennzeichnet.

Geht es nach Jugendlichen aus der Umgebung, werden bald ganz andere Zweiräder entlang der Halde unterwegs sein.

In der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses wurde die ausführliche Planung zum künftigen Mountainbike-Parcours vorgestellt. So könnte noch in diesem Jahr an der Halde Adolf eine rund 300 Meter lange Anlage entstehen. Wie Oliver Krings von der Stadtverwaltung nach einem Termin mit den jugendlichen Ideengebern mitteilte, ist dazu von der Unteren Landschaftsbehörde eine gesamte Fällungsfläche von 2000 Quadratmetern freigegeben.

„Durch die rund drei Meter breite Sicherheitszone, die dieser Parcours nach Rücksprache mit Sicherheitsexperten und dem kommunalen Versicherer benötigt, dürfen in dieser Zone keine Bäume stehen“, sagt Krings.

„Arbeit hat sich gelohnt“

Einer, der mit einer Stammmannschaft von etwa 20 Jugendlichen bald mit der Säge im Haldenwald stehen wird, ist Olaf Denk. Der Mountainbike-begeisterte Vater ist nicht nur ehemaliger Rennfahrer, sondern hat auch eine große Gruppe von radbegeisterten Jugendlichen um sich geschart, die das Ganze über eine Anregung der örtlichen Jusos in die Herzogenrather Politik eingebracht hatten. „Die Arbeit hat sich gelohnt“, ist er stolz und freut sich ebenso wie Oliver Krings über einen positiven Ausgang der Ortsbegehung.

Im Beisein eines Prüfers von der Dekra, der als zertifizierter Fachmann für solche Anlagen gilt, seien die Vorschläge seitens der Ideengeber und die Vorgaben seitens der Stadt auch in Sachen Versicherungsschutz abgestimmt worden. „Schließlich müssen wir haftungs- und versicherungsrechtliche Voraussetzungen erfüllen“, sagt Oliver Krings. Dazu gehört beispielsweise die durchgehende Ausschilderung, um für alle Naherholungssuchenden ein möglich reibungsloses Miteinander zu schaffen.

Auch darum wird die MTB-Strecke, die ungefähr auf Höhe der jetzigen Holzbrücke beginnen wird, in zwei Abschnitte unterteilt: In die Schiebestrecke, die von den Nutzern zum Hochschieben der Räder an den Startpunkt genutzt werden soll, und den eigentlichen Parcours. Auf dem lässt sich manches ausprobieren, „zwischen anspruchsvoll und einfach“, wie Olaf Denk anmerkt. „Uns geht es darum, keine elitäre Anlage zu schaffen, sondern ohne Eintritt und mit eigenen Mitteln eine Anlage zu schaffen, die allen Spaß macht.“

Dazu gehören eine Menge Eigenleistung und die Maßgabe der Landschaftsbehörde, nur das Material zu nutzen, das beim nötigen Freischnitt anfällt. „Wir bauen dann mit Unterstützung von bis zu 80 Freiwilligen nicht nur die Anlagenteile, sondern auch Bänke“, sagt Olaf Denk. Er denkt auch an die Außenwirkung: So sollen Holzbänke entlang des Parcours‘ dazu einladen, den Bikern bei ihrer Freizeitgestaltung zuzusehen. Spannend wird das in jedem Fall, denn künftig wird es dort beispielsweise einen „Pumptrack“ geben, in dem es gilt, ohne zu treten und alleine durch Hochdrücken des Körpers Geschwindigkeit aufzubauen.

Geplant sind auch „Drops“, eine Art künstlicher Abhang zum Herunterspringen, und Rampen mit denen eine Mini-Schlucht übersprungen werden kann. Bis es soweit ist, warten die Macher noch auf den Lageplan, um alles möglichst maßstabsgetreu bei einer kommenden zweiten Ortsbesichtigung vorlegen zu können. „Wichtig ist, dass wir als Stadt und die Jugendlichen als Ideengeber gemeinsam Verantwortung übernehmen, nicht nur beim Bau, sondern auch bei der Nutzung“, sagt Oliver Krings. Eben jene Verantwortung war der zweite Aspekt, den die politischen Vertreter im Jugendhilfeausschuss bei ihrer Wertung zu den Planungen ansprachen.

Vorweg gab es jedoch durchweg Lob: So sprach Sozialdemokrat Bruno Barth vom „vorbildlichen Engagement“ der Jugendlichen und Christdemokrat Stefan Becker lobte, „dass das Engagement kanalisiert wird“. Auf viele Fragen konnte Oliver Krings Antworten geben konnte. „In Sachen Bodenerosion haben wir nichts zu befürchten“, sagte er auf Nachfrage, denn die Zusammensetzung des Haldenmaterials sorge für eine ideale Wasserabfuhr und Haltbarkeit des Parcours. „Dennoch regen wir regelmäßige Kontrollgänge an“, sagte er und betonte ausdrücklich, der Sachverständige sei von der Topographie der Halde „begeistert“, zumal die ohnehin im fraglichen Abschnitt ein paar passende hügelige Elemente habe.

Planvoll vorgehen

„Wir werden bei der Gestaltung nicht mit der Kettensäge quer durch die Halde laufen“, beruhigte er die durch verschiedene Maßnahmen der jüngeren Vergangenheit sensibilisierten Politiker. Es werde, schloss Krings, planvoll vorgegangen und nach einer nun beginnenden, rund zweiwöchigen Ausarbeitungsphase der Pläne, auch schon bald damit gestartet, am Haldenpark zu bauen.

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