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Mountainbike-Anlage in Merkstein nimmt Formen an

Von: Beatrix Oprée
Letzte Aktualisierung:
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Waren im Ratssaal und wollen auch zur Sitzung des Landschaftsbeirats kommen: die passionierten jungen Mountainbiker.
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Sollen weiter kräftig balzen können: Für die Kreuzkröten würden auch ohne Mountainbike-Anlage weitere Tümpel auf der Halde Adolf angelegt.

Herzogenrath. Die Passion der jungen Leute hat die Akteure in Politik und Verwaltung beeindruckt – und deswegen sollen nun so schnell wie möglich Taten folgen. Der illegale, aber nichtsdestotrotz stabile Mountainbike-Parcours Marke Eigenbau der jugendlichen Biker im naturgeschützten Noppenberger Wald war im vergangenen August aus Sicherheitsgründen abgeräumt worden.

Nun hat der Umwelt- und Planungsausschuss die Einrichtung einer ganz legalen Anlage am Nordhang der unter Landschaftsschutz stehenden Bergehalde im Grube-Adolf-Park beschlossen.

Einstimmig auf Basis einer Bürgeranregung der Jusos und auf Vorschlag der Verwaltung. Am kommenden Dienstag befasst sich nunmehr der Landschaftsbeirat mit dem Thema. Denn bevor die jungen Mountainbiker Hand anlegen können, um sich aus Naturmaterialien die passenden Rampen für ihr dynamisches Hobby zu errichten, muss eine Befreiung von den Schutzgebietsverboten für das avisierte Areal erfolgen. Die Empfehlung in der entsprechenden Vorlage für den Landschaftsbeirat lautet, diese auch zu erteilen.

Vorbereitend hatte es jetzt einen Ortstermin mit Vertretern der Stadt, der Unteren Landschaftsbehörde sowie des Landschaftsbeirats gegeben. Eigentlich halte er den ausgewählten Standort für „nicht so gut“, gesteht Beiratsmitglied Hans Raida im Gespräch mit unserer Zeitung.

Er verweist dabei aber weniger auf Naturschutzbelange, sondern vielmehr die Tatsache, dass sich das avisierte Gelände auf der Nordseite der Halde befindet: „Die Stelle liegt den ganzen Tag im Schatten und entgegengesetzt zu allen anderen Einrichtungen.“

Damit meint Hans Raida den Jugendtreff Streiffelder Hof und die Skateranlage am Haldenfuß auf Seiten der Floeßer Straße, die seitens der Verwaltung ebenso als Pluspunkte für den Standort („potenzielle Nutzer“) herausgestellt werden wie die Nähe zu den Euregiobahn-Haltestellen August-Schmidt-Platz und Alt-Merkstein sowie den Buslinien.

Durch die städtische Jugendeinrichtung und die mobile Jugendarbeit der Stadt sei eine „enge Begleitung“ der Parcours-Nutzer und die „entsprechende Sozialkontrolle“ möglich, sagt die Verwaltung. Da die Planer den Standort also für geeignet halten, schiebt Raida seine Bedenken zur Seite. Auch wenn unterhalb der geplanten Bikerstrecke „Bufo calamita“, die Kreuzkröte, ablaicht.

Aber, so erläutert der Naturschützer: Es sei auch ohne Anlage nötig gewesen, neue Tümpel im Haldenbereich anzulegen, um die Kröten-Population zu erhalten. Weitere streng geschützte Bewohner der Halde sind die Blauflügelige Ödlandschrecke, die Spanische Flagge sowie der prächtige Schwalbenschwanz (beides Schmetterlinge). Für diese Arten bestehe durch Mountainbiker jedoch keine Beeinträchtigung. Und auch bei dem verhältnismäßig jungen Baumbestand sei keine Artenschutzproblematik mit Blick auf Höhlenbrüter zu erwarten.

„Nutzungsdruck kanalisieren“

Für den Parcours sind zwei verschiedene „Lines“ in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden mit verschiedenen Sprungmöglichkeiten geplant, 160 respektive 100 Meter lang und sechs bis zwölf Meter breit, auf denen der Baumbestand entfernt wird. Das sei ohne Einsatz von Großgeräten möglich, so dass es bei den Arbeiten zu keiner schädlichen Bodenverdichtung komme.

Das Holz der gefällten Bäume soll als Baumaterial für die Rampen eingesetzt werden. Da der Baumbewuchs an der Halde generell noch sehr jung ist, erwarten die Verantwortlichen hier – anders als im Noppenberger Forst – keine Probleme bei der Verkehrssicherung, da es keine Gefahr durch herabfallendes Totholz gibt.

In der Einrichtung eines legalen Parcours für Mountainbiker sehen die Akteure bei Stadt und Städteregion eine Kanalisierung des „Nutzungsdrucks“, will heißen: Hoffentlich werden nun nicht mehr unkontrolliert ungenehmigte Rampen in Schutzgebieten angelegt ... Es wird betont: „Die Anlage des Parcours dient dem Freizeitangebot für Jugendliche und somit dem Wohl der Allgemeinheit.“ Wird die Anlage realisiert, kündigt die Stadt an, alle ein bis zwei Jahre zusammen mit den Jugendlichen Müllsammelaktionen vorzunehmen.

Der Landschaftsbeirat tagt am Dienstag, 21. Januar, im Haus der Städteregion in Aachen, Zollernstraße 10. Beginn im Raum C 131 auf der 1. Etage ist um 15 Uhr.

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