Städteregion - Motivationsschub auch außerhalb des Unterrichts

Motivationsschub auch außerhalb des Unterrichts

Von: Rolf Hohl
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Freuen sich über die Unterstützung ihrer Arbeit: die Schulleiter und Projektverantwortlichen mit Waldemar Radtke (ganz rechts) vor der Europaschule Herzogenrath. Foto: Rolf Hohl

Städteregion. Mitunter stehen die Lehrer im Sportunterricht etwas ratlos vor ihren Schülern. Schließlich sollen sie den Nachwuchs zu körperlichem Einsatz motivieren und müssen dabei zusehends gegen Übergewichtigkeit und Bewegungsmangel ankämpfen.

Die Schulen gehen das Problem schon seit längerer Zeit aktiv an – und das auch außerhalb des Unterrichts. Unterstützt werden sie dabei unter anderem von der AOK, die in diesem Jahr mit 51 710 Euro entsprechende Projekte an 13 Schulen in der Städteregion und dem Kreis Düren fördert.

Sport, so erklärt Regionaldirektor Waldemar Radtke, sollte in der Freizeit der Schüler zu einem alltäglichen Begleiter werden. „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht in die Zuckerfalle tappen“, warnt er. „Diabetesfälle nehmen schon bei jungen Menschen stark zu, und wenn wir diese Tendenz nicht stoppen, fällt uns das irgendwann auf die Füße.“ Flankierend fordert er mehr Präventionsarbeit gegen die Online-Sucht vieler Heranwachsender. Die Digitalisierung sei zwar nicht aufzuhalten, aber gerade an Schulen sollte sie nicht Überhand nehmen.

Bei dem Projekt „Lernen braucht Bewegung“ entwickeln daher die Schulen in Eigenregie passgenaue Angebote für ihre Schüler. Wie etwa am Mädchengymnasium St. Ursula in Aachen, wo Martha Archontoglou zusammen mit dem Basketballverein BG Aachen schon viele Schülerinnen für die Sportart begeistern konnte. Eine Symbiose, von der beide profitieren: „Wir können uns dabei natürlich auch nach neuen Talenten für den Verein umsehen. Aber hauptsächlich geht es darum, dass die Schüler überhaupt Sport machen“, sagt die BG-Vorsitzende Bettina Heß.

Oder wie am Burgau-Gymnasium in Düren, wo der Projektverantwortliche Christoph Dreuw eine Radsport-AG ins Leben gerufen hat. „Mittlerweile haben wir das Angebot sogar auf Duathlon ausgeweitet, und es finden sich regelmäßig viele Kinder bei uns ein, die schon zu einer Art Keimzelle geworden sind.“ Es sei auch zu beobachten, dass sich Mitglieder der AG danach einem Verein anschließen, um in der Zeit nach der Schule mit dem Radsport weiterzumachen.

Auch für ältere Schüler, wie am Berufskolleg Alsdorf, ist das Thema Sport ein durchaus drängendes. Die jungen Erwachsenen dort bekommen regelmäßig Besuch von professionellen Fitnesstrainern, die je nach Bedarf entsprechende Übungen im Bereich Kraftsport, Yoga oder Ausdauertraining anbieten. „Das Ziel ist die körperliche Bewegung, aber im Idealfall haben die Schüler auch noch Spaß dabei“, sagt Projektleiter Lutz Wegel.

Schecks in einer Höhe von bis zu 5000 Euro pro Projekt wurden jetzt bei einer Feierstunde in der Europaschule in Herzogenrath an die Schulleitungen übergeben – um den Schülern so einen leichteren Zugang zum Sport zu ermöglichen. „Nicht mit erhobenem Zeigefinger“, wie Waldemar Radtke sagt, „sondern mit Spaß und Freude“.

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