Moses 3: Acht Vorschläge in der engeren Wahl

Von: mabie
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So unterschiedlich können die Ideen sein: Unter anderem wurde ein stilisiertes „Schilfkörbchen“ eingereicht. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. „Wenn ich jemandem vorab erzählt hätte, dass wir 81 Entwürfe bekommen, hätte man uns von der Bürgerstiftung für größenwahnsinnig gehalten“, hat Peter Waliczek bei der gestrigen Eröffnung der Vernissage für die neue Moses-Figur gesagt. Moses der Dritte stellte sich dabei in acht von der fünfköpfigen Jury ausgewählten Varianten zur Wahl.

Die bestand aus Professor Fritz G. Rohde vom Herzogenrather Forum für Kunst und Kultur, Dr. Heribert Mertens von der Bürgerstiftung, Kunstjournalistin Renate Puvogel, Professor Ton Slits aus Maastricht und dem belgischen Museumsspezialisten Francis Feidler.

Acht Entwürfe waren es, die klein oder riesig groß, mit langen Umschreibungen über das Wie und Warum oder ohne viele Worte und mit detaillierten Modellen oder einfach als auf Papier verewigter Idee seit Sonntag im künstlerischen Teil des Herzogenrather Bahnhofs zu sehen sind.

„Dass wir nun insgesamt 73 Absagen aussprechen mussten, ist natürlich bedauerlich“, meinte Peter Waliczek. Er war es auch, der alle Kontakte mit den Künstlern hielt und so einen tiefen Blick in die Materie genießen konnte.

Die Künstler, deren Entwürfe weniger gut ankamen, holen ab sofort ihre meist persönlich abgelieferten Ideen bei Waliczek wieder ab. Die Vorschläge, die sich der Öffentlichkeit im zweiten Schritt der Findung zeigen dürfen, stammen aus ganz Deutschland. „Moses drei ist Berg und Gesetz zugleich“, schreibt beispielsweise Achim Rippberger zu seinem Entwurf, der mit der Startnummer 56 ins Rennen um die Gunst des Publikums geht.

Peter Brauchle spart sich für seine in einen Mantel aus Stein gehüllte Moses-Figur Nummer 73 erläuternde Worte, während Lüder Seedorf aus Leverkusen, Startnummer 10, seinen Moses als „Mittler zwischen Mensch und Gott“ sieht. Michael Chiporowski. Nummer fünf, lässt seine Figur schräg zum Himmel blicken, während Martin Schräder, Nummer 75, aus Kiel „nicht das Bild eines älteren Herren mit Rauschebart“ abbilden will, sondern einen eher abstrakten Leib mit großem Sockel, der als Wegweiser sein Volk in das gelobte Land führen soll.

Gänzlich ohne Figur kommt der Entwurf des Aachener Künstlers Matthias Kohn aus. Die Nummer vier im Starterfeld der Moses-Finalisten greift Moses‘ eigene Geschichte auf, zeigt einen Schilfkorb, der nach Sicht des Erschaffers „gestrandet, verlassen und leer“ an seinem Standort in Herzogenrath stehen könnte. Wie eine Moses-Figur ohne Figur aussehen kann, zeigten gleich zwei Entwürfe. Zum einen von Kristina Lorenz, Nummer 77, die dem Stein genau so viel Material abnimmt, dass sich in ihm die Umrisse einer Gestalt materialisieren.

Sie will damit nach ihrer Beschreibung „die Höhle als Ort der Gotteserfahrung“ versinnbildlichen. David Mannstein und Maria Vill aus Berlin, Startnummer 32, sind auf eine ähnliche Idee gekommen, die sie anhand von zwei Steinen zum Hindurchgehen verwirklichen möchten. Ihr „Moses 2.1“ sieht aus wie eine fein geteilte Gussform, der das eigentliche Objekt entnommen ist und soll nach dem Willen der Künstler die „Leerstelle markieren, die Moses 2 hinterlassen hat“.

Nachdem auch der stellvertretende Bürgermeister Dr. Manfred Fleckenstein in Vertretung für den erkrankten Verwaltungschef Christoph von den Driesch seine Einführung absolviert hatte, haben die Menschen noch bis Freitag, 28. Februar, Zeit, ihren Favoriten zu küren.

Das letzte Wort zum neuen Moses ist damit aber nicht gesprochen, es werden drei Preise (4000, 2000 und 1000 Euro) für die von den Bürgern ausgezeichneten Entwürfe vergeben. Das allerletzte Wort hat die Jury, die am Dienstag, 3. März, entscheiden will, wer den vakanten Platz auf dem Kreisverkehr nahe dem Bahnhof Herzogenrath einnehmen soll.

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