Mosaik-Projekt soll Zusammenhalt der Menschen stärken

Von: Stefan Klassen
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Fleißig bei der Sache: (v.l.) Fatma und Melike Toprak sowie Cansel Orhan beim Zusammenfügen des Mosaiks. Foto: Stefan Klassen

Baesweiler. „Hier, der Eimer ist schon wieder leer. Ich brauche neue Farbe.“ Wie ein Kittel sieht das große T-Shirt an dem kleinen Jungen aus, der mit hellblau verschmierten Händen auf Sebastian Schmidt zukommt. „Klar doch“, sagt der Künstler und Kunsttherapeut, gießt frische Farben in den Eimer, nimmt die Bohrmaschine und quirlt alles kräftig durch.

Wenige Meter weiter wirbelt eine Gruppe von Kindern mit dicken Pinseln an der bislang so hässlichen Mauer, die zwischen den großen Wohnblocks an den Straßen Am Bauhof, Grünstraße und Westring im Projektgebiet der „Sozialen Stadt Setterich-Nord“ steht.

Kreative Sozialarbeit

Der Baesweiler Bauhof hat die Mauer auf mehreren Metern geöffnet, um dem gesamten Wohnbereich einen offeneren Charakter zu geben, sagt Sebastian Schmidt. Er hat sein „Kunstwerkstattmobil“ mitgebracht. Der Auftrag lautet: Kreative Sozialarbeit für Jung und Alt leisten und mit den Menschen die alte, zuvor mit Graffiti besprühte Mauer verschönern.

Erwachsene sind bei diesem aktuellen Projekt in der Sozialen Stadt, das seit 22. Juli läuft, allerdings Mangelware. Ulla Martino ist die einzige erwachsene Teilnehmerin in diesen Tagen. Sie sitzt zusammen mit den Mädchen Fatma und Melike Toprak sowie Cansel Orhan am Kunstwerkstattmobil, wo auf einem großen Arbeitstisch gerade ein Mosaik entsteht. Ulla Martino hat Erfahrung mit Mosaiken, schließlich war sie bereits mit großem Eifer beim Mosaik-Projekt dabei, das 2011 zwecks Verzierung und Verschönerung der neuen Begegnungsstätte Haus Setterich ins Leben gerufen worden war. Auch damals war Sebastian Schmidt der künstlerische Chef, auch diesmal hat Ulla Martino „riesigen Spaß. Ich bin oft hier, das ist für mich ein schöner Zeitvertreib.“

Elefant aus Beton

Genauso sehen das auch ihre jungen Mitstreiterinnen: „Das gefällt mir gut und macht mir Spaß“, sagt Fatma Toprak. Zusammen gestalten die vier gerade ein Wellen-Mosaik. Unter der fachlichen Anleitung von Sebastian Schmidt, der diesmal tatkräftig von Künstlerin Esther Kusche unterstützt wird, wird das etwa einen Quadratmeter große Mosaik noch an der Mauer angebracht.

Etwa 30 bis 40 Kinder – und Frau Martino natürlich – hat Sebastian Schmidt zur Mitarbeit am Mauer-Verschönerungsprojekt bewegen können. „Es ist immer ein Experiment mit ungewissem Ausgang, so etwas im öffentlichen Raum zu machen“, sagt er und legt währenddessen Hand an einen aus Modellierbeton auf die Wand aufgebrachten und von den Teilnehmern gestalteten Elefanten. Dieser hat seinen Platz auf der dem Westring zugewandten Mauerseite, wo das Gestaltungsthema „Naturraum auf dem Land“ lautet. Auf der Am-Bauhof-Seite ist das Motto „Meer, Strand und Palmen“ angesagt. Bunte frische Farben und heitere Motive sollen dort künftig für ein besseres Ambiente sorgen – und den Weg für weitere Verschönerungsmaßnahmen bereiten: Demnächst werden im Bereich der neugestalteten Mauer im Zuge der Sozialen Stadt nämlich Spielgeräte und Sitzgelegenheiten installiert. Ebenfalls für Alt und Jung.

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