„Mordsschwere Werke“ in der Kirche präsentiert

Von: Christoph Hahn
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Musikalisches Glanzlicht: Die „Sinfonietta Regio“ beeindruckt unter der musikalischen Leitung von Jeremy Hulin. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. „Mordsschwere Werke“, so Dirigent Jeremy Hulin, standen beim jüngsten Konzert der Sinfonietta Regio in der Würselener Kirche St. Pius X. auf dem Programm. Vor allem aber gelang den rund 80 Musikern eines: mit Werken von Alberto Ginastera, Alexander Arutjunjan und Modest Mussorgskij schöpften sie den Raum des Gotteshauses zur Gänze aus.

Vorbereitet worden war das Konzert im Zuge eines Experimentes namens Mitmach-Konzert. Hier wusste der künstlerische Leiter im Lauf des Konzertes Erfreuliches zu berichten. Mit Blick auf die „Stamm-Mannschaft“ und ihre „Gäste“ erinnerte sich Hulin an die Probenphase und resümierte: „Wir sind zu einer richtigen Familie zusammengewachsen.“

Im Einklag mit dem Gast

Aufhorchen ließen der Dirigent und die Seinen schon mit „3 Danzas de la Estancia“ („Tänze vom Landgut“) des Argentiniers Ginastera, die sinnigerweise an den Anfang der Programmfolge gestellt worden waren – sinnigerweise deshalb, weil die mit großer Geste (Jeremy Hulin tanzte bisweilen mehr als dass er mit den Armen gestikulierte) und ebensolcher Ausdrucksfreude dargebotenen Sätze die zahlreichen Zuhörer aufrüttelten.

Dabei ging es auch um einen Kontrast: Die beiden Ecksätze wirkten wuchtig und nachgerade muskulös. Auf andere Weise füllte der intime Mittelsatz die Kirche, denn der hohe Raum umhüllte die zarten Klänge mit Stille.

Stille bot der Raum von St. Pius X., aber auch Weite. Dem Gast des Abends, dem 22-jährigen Trompeter Floris Onstwedder aus Eindhoven in den Niederlanden, kam das sehr zu Gute. Ton für Ton, mal mit bewegter Linie und mal meditativ, setzte er virtuos in die Weite und wirkte dabei farbfreudig wie ein Maler.

Im Einklang mit dem Solisten lieferte die Sinfonietta bei diesem Bravourstück, dem Trompetenkonzert des armenischen Komponisten Arutjunjan, einem sehr zugänglichen Werk der Klassischen Moderne, ihren Beitrag, souverän, eigenständig und doch völlig im Einklang mit dem Gast.

Nach der Pause sorgten die breit und doch feinsinnig gesetzten Farben von Mussorgskijs „Bilder einer Ausstellung“ für ein weiteres Musikerlebnis im Breitwandformat. Kostbar und leuchtend ausgemalt, riss diese Interpretation die Musikfreunde in St. Pius X. wiederum zu herzlichem Beifall hin. Die Mitwirkenden ihrerseits belegten mit diesem Auftritt in Würselen ihre professionelle und beseelte Herangehensweise an Konzerte. Dass die Gastspiele der Sinfonietta ein so breites Interesse wie jetzt finden, verwundert darum kaum.

Das Konzert wird am Sonntag, 8. Februar, in Baesweiler wiederholt. Veranstaltungsort ist dann das Pädagogische Zentrum des Gymnasiums, Otto-Hahn-Straße 16. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht.

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