Herzogenrath - Montagsgespräch: Professor Richenhagen vermittelt „rheinische Lebensart“

Montagsgespräch: Professor Richenhagen vermittelt „rheinische Lebensart“

Von: Nina Krüsmann
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Prost: Professor Dr. Albert Richenhagen (r.) aus Köln vermittelt beim Montagsgespräch die „Rheinische Art“: Darauf stößt er mit Pfarrer Dr. Guido Rodheudt natürlich mit einem Kölsch an. Foto: Nina Krüsmann

Herzogenrath. Mit seiner ansteckenden Fröhlichkeit brachte der Referent des Montagsgesprächs seinem Publikum die rheinische Lebensart nahe. Auf äußerst erfrischende Weise präsentierte sich Prof. Dr. Albert Richenhagen aus Köln im Saal der Pfarre St. Gertrud.

„Die rheinische Lebensart, die das Montagsgespräch nach Ostern in die Mitte stellte, schöpft ihre Leichtigkeit aus einem fast schon angeborenen Katholizismus, der mit dem Heiligen vertraut ist und daraus Kraft gegen Leid und Humor gegen alles falsche Pathos aufbietet“, erklärte Gastgeber Pfarrer Dr. Guido Rodheudt. Das helfe, die Mächtigen zu entthronen und auch sich selbst zu relativieren. In den Kölner Liedern der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts kommt das besonders gut zum Vorschein.

„Die rheinische Lebensart, die das Montagsgespräch nach Ostern in die Mitte stellte, schöpft ihre Leichtigkeit aus einem fast schon angeborenen Katholizismus, der mit dem Heiligen vertraut ist und daraus Kraft gegen Leid und Humor gegen alles falsche Pathos aufbietet“, erklärte Gastgeber Pfarrer Dr. Guido Rodheudt. Das helfe, die Mächtigen zu entthronen und auch sich selbst zu relativieren. In den Kölner Liedern der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts kommt das besonders gut zum Vorschein.

Deswegen wurde dieses Montagsgespräch eine „musikalische Pilgerreise“ genannt. „Wer glaubt ist nicht allein“, hat Papst Benedikt XVI. einmal gesagt. Damit hat er ungewollt das Fazit des Montagsgesprächs zusammengefasst: Es sei die Hoffnung, die aus der rheinischen Art entspringe, Gott und Welt nicht als getrennte Hemisphären zu betrachten. „Das ist eine wohltuende Arznei in diesen unruhigen und furchtsamen Zeiten“, betont Rodheudt.

Professor Richenhagen ist seiner Pfarre verbunden, seit er als Referent und Musiker bei der regelmäßigen Internationalen Liturgischen Tagung tätig war. Dann hat man ihn als besonderen Stadtführer auf den Spuren entlang der alten römischen Stadtgrenze erlebt, bei der sein kölscher Humor die Teilnehmer begeisterte. „Immer wieder gab es Kostproben Kölner Lieder auf offener Straße von ihm zu hören. Und so entstand die Idee, ihn einmal zu musikalischen Themen auf die kleine „Provinzbühne“ der Montagsgespräche zu holen“, erklärt Rodheudt wie es zu dem kölschen Besuch in Herzogenrath kam.

Als Richenhagen, der trotz seiner Tätigkeit an der Universität der Künste in Berlin ganz Kölner geblieben ist, seinerzeit zum ersten Mal in der Pfarrei war, rutschte ihm die Bemerkung heraus: „Was mir hier so gut gefällt ist: Sie pflegen einerseits hier sehr die Tradition und die würdige Liturgie. Aber Sie machen andererseits auch Seelsorge für Tünnes und Schäl…“ Dieses nette Kompliment war Anlass mittels der Musik den Zusammenhang von „Himmel un Äd“ zu erschließen.

Albert Richenhagen ist ein Vollblutmusiker und ein Kölner durch und durch. Schnell riss er sein Publikum mit. Feingeistige Durchdringung der Zusammenhänge, virtuoses Improvisieren am Klavier, höchste Textsicherheit und kölscher Zungenschlag bilden bei ihm ein unnachahmliche Mischung, die die Zuhörer fesselte. So bat Gastgeber Rodheudt ihn spontan, das nächste Montagsgespräch zum Thema „Urknall“ mit einem Bonner Physiker musikalisch anzukündigen. Aus dem Stehgreif sang Richenhagen den Text des Programmheftes in Form einer improvisierten Bachkantate am Klavier vor. Wer nicht dabei war, hat echt etwas verpasst, da waren sich alle begeistert applaudierend sicher.

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