Montagsgespräch: Mit Scharfsinn dem Kalorienrausch entgehen

Von: nina
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Kurzweilig: Uwe Postl (l.) und Dr. Alexander Kissler beim Montagsgespräch. Foto: Nina Krüsmann

Herzogenrath. Bei den Montagsgesprächen in der Pfarre St. Gertrud gab es eine literarische Advents-Soirée. Im Pfarrzentrum wurde auf Einladung von Pfarrer Dr. Guido Rodheudt „Weihnachten mit Chesterton“ dargeboten.

Buchautor und Focus-Redakteur Alexander Kissler rezitierte gemeinsam mit dem Münchner Schauspieler und Theater-Regisseur Uwe Postl Chestertons Betrachtungen. Auch eigene Kommentare waren in dieser nachdenklich-vergnüglichen Lesung erlaubt. Gilbert Keith Chesterton, 1874 in London geboren, war Zigarrenraucher und Dialektiker, Vielschreiber und Feinschmecker.

Seine bekanntesten Bücher sind „Der Mann, der Donnerstag war“ und „Die Geschichten von Pater Brown“. „Wer dem Kalorienrausch und der Rührseligkeit entgehen will“, sagt Alexander Kissler, „der kann zu Chesterton greifen.“ Chestertons scharfsinnige und humorvolle Texte, viele erst kürzlich auf Deutsch erschienen, seien mit ihrer „Kritik am hohlen Konsum“ heute treffender denn je.

Für Gilbert Keith Chesterton, Essayist, Romancier, Autor der Kriminalgeschichten um „Pater Brown“ und einer der bedeutendsten englischen Literaten der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, ist Weihnachten ein „unsterbliches Abenteuer“ und ein „Fest ausgelassener Freude“. Chesterton verteidigt das Fest gegen seine Feinde, etwa gegen die Behauptung, es sei heidnischen Ursprungs, würdigt die Bedeutung gesunder Traditionen und betont die prägende Kraft der Weihnacht für das Leben eines jeden Menschen.

Chesterton hat den katholischen Glauben in vielen pointierten und originellen Schriften offensiv bezeugt. Papst Pius XI. verlieh dem Konvertiten den Ehrentitel „Defensor Fidei“ beziehungsweise „Verteidiger des Glaubens“. In der englischsprachigen Welt gilt der Autor und Erfinder der Romanfigur Pater Brown als bedeutender Apologet des römischen Christentums und der Rechtgläubigkeit. Kissler erklärte Wissenswertes über Leben und Werk des „schwergewichtigen“ Literaten und moderierte die Texte, die Postl rezitierte. Ausschnitte aus „Was unrecht ist an der Welt“, „Der unsterbliche Mensch“, „Orthodoxie“, „Ketzer“, und - natürlich - „Englische Weihnacht“ duften nicht fehlen und entbehrten nicht des typisch englischen Humors.

Das nächste Montagsgespräch ist am 28. Januar um 19 Uhr. Dann liest Dario Pizzano aus seinem Buch mit dem Titel „Exzess – Meine zwei Leben“ vor. Pizzanos Leben kennt nur die Extreme: Sex, Drugs and Rock‘n Roll.

Gotteserfahrung gemacht

Pizzano, 1974 geborenes Kind italienischer Einwanderer, DJ, Clubchef und Eventmanager, führte ein Leben auf der Überholspur. Aber er merkte, dass er auf dem „Highway to Hell“ dahinrast, immer auf der Suche nach dem nächsten Kick – bis zum Burnout. Da machte er in einer Phase tiefster Depression eine Gotteserfahrung. Das stellte sein Leben auf den Kopf. 2005 begann er mit dem Studium der Theologie. Seit 2009 ist er Mitarbeiter und Referent für das katholische Bildungswerk im Bistum Erfurt.

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