Montagsgespräch beleuchtet Wurzeln des Christentums

Von: Nina Krüsmann
Letzte Aktualisierung:

Herzogenrath. Die Wurzeln des Christentums sind ein Thema, das beim Montagsgespräch viele Interessierte ins Gemeindezentrum von St. Gertrud lockt. Die Frage nach dem Wesen des Christentums stellt sich verstärkt in einer Gesellschaft des Nebeneinanders verschiedener Religionen und Überzeugungen.

Professor Dr. Michael Fiedrowicz, Lehrstuhlinhaber für Kirchengeschichte des Altertums, Patrologie und Christliche Archäologie an der Theologischen Fakultät Trier, legte auf Einladung von Pfarrer Dr. Guido Rodheudt dar, dass Kirchenväter nicht in die Reliquiensammlung gehörten, sondern auch heute noch höchst lebendig seien.

Zu den bekannten Kirchenvätern des frühen Christentums zählen Ignatius von Antiochien, Bischof Athanasius von Alexandrien, Ambrosius von Mailand, Augustinus oder Johannes Chrysostomus. Schon Mitte des 4. Jahrhunderts fragte Athanasius nach dem Wesensmerkmal des Christentums. Aber auch für andere Kirchenväter, Theologen und Bischöfe der ersten christlichen Jahrhunderte, war es ein lebenslanges Ringen um das christliche Bekenntnis.

Warum lohnt sich die Beschäftigung mit den Kirchenvätern, einem sehr theoretischen Thema? „Die Kirche lebt nicht nur aus dem Heute, sondern auch von ihren Wurzeln. Das sind die frühen Entfaltungen der kirchlichen Lehre und Traditionen in den ersten Jahrhunderten“, erklärt Rodheudt. „Die Kirchenväter sind für die heutige Kirche nicht Museumsfiguren, sondern eine lebendige Quelle.“

In der Diskussion ging es um Fragen, auf welche Weise Christus Gottes Sohn sein könne und dabei auch Mensch. Auch das Verständniss von Dreifaltigkeit und der Gottesmutterschaft Mariens stand im Fokus. „Das sind Fragen, die sich aus der Offenbarung der Heiligen Schrift ergeben und deren Profil im Laufe der Zeit geschärft werden musste“, sagt Rodheudt. Außerdem ging es immer wieder um das kirchliche Leben, um den Stellenwert der Sakramente oder des ihnen zugeordneten kirchlichen Amtes. „Der frühen Kirche ging es – im Gegensatz zu heute – nicht um Kirchenpolitik, sondern um ein vertieftes Verständnis dessen, was sie selbst als Kirche ist. Die Kirchenväter wussten: Nur jemand, der weiß, was er ist, kann wissen, wie er handeln soll. Und nur eine Kirche, die weiß, was sie glaubt, weiß, was sie zu verkünden hat“, sagt Rodheudt.

Die Themen der aktuellen Montagsgespräche sind am Jahr des Glaubens orientiert. Professor Fiedrowicz ist anerkannter Fachmann für die Geschichte der frühen Kirche und die Theologie der Kirchenväter. Rodheudt und er kennen sich über Publikationen zur Frage der liturgischen Tradition. „Deswegen gab es eine spontane Zusage, zumal die Montagsgespräche weit über die Grenzen unserer Region Aufmerksamkeit genießen und Referenten unterschiedlichster Fachgebiete auch von weiter her gerne zu uns kommen“, freut sich Rodheudt.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert