Momente der Rührung beim Neujahrsempfang in Alsdorf

Von: Verena Müller
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Neujahrsempfang der Stadt Alsdorf: Zunächst standen freiwillige und hauptamtliche Flüchtlingshelfer im Mittelpunkt. Foto: Verena Müller
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Geben und Nehmen: Bürgermeister Alfred Sonders überreichte als erstem Flüchtlingshelfer dem jüngsten in der Runde, Din Gutic, eine Urkunde. Foto: Verena Müller
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Bürgermeister Alfred Sonders erhielt im Gegenzug von Helfern eine Collage. Foto: Verena Müller

Alsdorf. Und plötzlich stand die Hälfte des Publikums auf der Bühne, mit einer Mischung aus Verlegenheit und Stolz, während sich Bürgermeister Alfred Sonders über die Augen wischte. Eben hatte er den bewegenden ersten Teil seiner Rede gehalten, an dessen Ende seine Stimme versagte: in dem Moment, als er den vielen Mitarbeitern und freiwilligen Kräften in der Flüchtlingshilfe dankte und sie nach vorne bat, um ihnen als Zeichen seiner Anerkennung Urkunden auszuhändigen.

Der Dank des Bürgermeisters sollte – sehr zu seiner Überraschung – nicht unerwidert bleiben: Ellen Hansen vom Roten Kreuz und Alfred Sensen vom THW gaben das Lob an den Ersten Bürger der Stadt zurück, unterstrichen seine Führungskompetenz in dieser Angelegenheit und überreichten ihm eine Collage mit Momentaufnahmen aus der Flüchtlingsunterkunft am Heidweg.

Das im Zuschauerraum verbliebene Publikum zollte der Aufopferungsbereitschaft und den unzähligen Überstunden aller – auch nicht persönlich anwesenden – Eingebundenen in Form von stehenden Ovationen Respekt.

Neujahrsempfang der Stadt Alsdorf in der Stadthalle am vergangenen Freitag. Ein Abend voller Kontraste, wie der weitere Verlauf zeigen sollte.

Sonders‘ Rede war kein Jahresrückblick im klassischen Sinne, den ließ stattdessen die Presseabteilung in Bildern und Zeitungsartikeln auf die Leinwand im Bühnenhintergrund projizieren. Sonders formulierte nicht nur Worte des Dankes, sondern stellte beispielsweise auch Forderungen an den Bund, den Städten und Gemeinden „auf der Grundlage seines Haushaltsüberschusses von über zwölf Milliarden Euro so unter die Arme zu greifen, dass sie ihre Aufgaben erledigen können“, und umriss die Entwicklung der „Familienstadt Alsdorf“.

Zwischenapplaus erntete er oft, wenn er kurz einen Schritt vom Pult zurücktrat und vom Redemanuskript abwich, um einer bestimmten Passage in persönlichen, rheinländisch gefärbten Worten besonderes Gewicht zu verleihen. Der Zugang zu Herz und Verstand seiner Zuhörer war ihm in solchen Momenten gewiss.

Die Investitionen in Schulen in Höhe von 71,9 Millionen Euro wurde er nicht müde zu betonen – so dass er bei der vierten Nennung selbst ein bisschen schmunzeln musste. Ausbau der Kindergartenkinderbetreuung, Leseförderung durch die Stadtbücherei, verändertes Freizeitverhalten der Menschen und die Aufgabe von Sportplätzen lauteten die nächsten Stichworte. Fusion von drei Vereinen (Duffesheide, Zopp und Rot-Weiß) – „das hatten wir auch noch nicht, ich finde das beispielhaft“, so Sonders.

So schließt sich der Kreis

Zum Schluss sprach er die anstehenden Herausforderungen an und gelangte so wieder an den Ausgangspunkt seiner Rede, die Flüchtlingshilfe, zurück. Dazu gehöre die Schaffung neuen Wohnraums, so Sonders, womit er nach einer teils ergreifenden Rede den Boden für die Technische Beigeordnete bereitete, die über den Bauboom referierte.

Susanne Lo Cicero-Marenberg hatte generalstabsmäßig – oder wie sie es selbst formulieren würde – „in gewohnter Manier“ Kuchendiagramme, Kurven und Karten vorbereitet, mittels derer sie in präzisen Fachtermini Bedarfe und Entwicklungen auf diesem Gebiet nachzeichnete.

Zu Beginn warf sie als kurzweiliges Element Frage im Stil von „Wer wird Millionär“ an die Wand und ließ das Publikum raten, wie viele Bauanträge im vergangenen Jahr gestellt wurden. Derjenige, der die richtige Antwort nennen konnte (351), erhielt zwei Jahreskarten fürs Energeticon. Für manchen war das einer der wenigen Brückenschläge zwischen Rednerin und Publikum.

Harte Fakten

Dabei gab es viel zu lernen: 1200 neue Wohneinheiten in zehn Jahren, die Bevölkerungsentwicklung zwischen den Jahren 2000 und 2015, die verschiedenen Entwicklungsstände der diversen Baugebiete und die korrekten Bezeichnungen für die jeweiligen bauleitplanerischen Phasen sowie die Zielgruppenarbeit der Verwaltung.

Für Auflockerung hatte zu Beginn der Städtische Chor, ab der Mitte der Veranstaltung die Mandolinen-Konzertgesellschaft Alsdorf-Mariadorf gesorgt.

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