Würselen - Möbel Pallen plant erneut Erweiterung am Aachener Kreuz

Möbel Pallen plant erneut Erweiterung am Aachener Kreuz

Von: ehg/gp
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So soll der geplante Neubau aussehen. Grafik: Pallen

Würselen. Einen ersten Anlauf zu einer erneuten Erweiterung unternahm das Möbelhaus Pallen bereits zu Beginn des Jahres 2007. Inzwischen hat es neue Pläne für eine zusätzliche Erweiterung in der Nähe des Kreuzungsbereichs Oppener Straße/Hauptstraße/Stolberger Straße entwickelt.

Im Zuge mit dem dort vom Landesbetrieb Straßen NRW geplanten Kreisverkehr soll ein repräsentativer zweigeschossiger Neubau zwischen dem bisherigen Möbelhaus und dem bestehenden Lager an der de-Gasperi-Straße gebaut werden.

Dieses Gebäude hat eine ungefähre Geschossfläche von 7700 Quadratmetern und eine Verkaufsfläche von rund 6200 Quadratmetern. Dass heißt, dass die zulässige Verkaufsfläche auf 46700 Quadratmeter angehoben werden muss.

Doch dazu muss nicht nur die Stadt ihr Plazet geben. Auch die übrigen Kommunen in der Aachener Städteregion müssen in das Genehmigungsverfahren eingebunden werden.

Wie die Verwaltung in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung informierte, soll der geplante Neubau nur Verkaufsflächen für das Kernsortiment Möbel aufnehmen. Ausdrücklich angemerkt wurde: Keinerlei innerstädtische Nebensortimente. Die bestehende Fußwegeverbindung zwischen der Kreuzung Kaninsberg und der de-Gasperi-Straße soll verschoben, ein neuer Durchgang zwischen Neubau und bestehendem Lager geschaffen werden.

FDP-Fraktionsvorsitzender Hans Carduck sorgte sich im Stadtentwicklungsausschuss, dass bei der Erweiterung von Pallen der Einzelhandel in der Innenstadt leiden könnte. Er forderte eine verbindliche Erklärung vom Möbelhaus Pallen, dass die genehmigten 2500 Quadratmeter Verkaufsfläche für ein innerstädtisch relevantes Sortiment nicht ausgeweitet werden. Obwohl Technischer Beigeordneter Ulrich Wigand mehrfach versicherte, dass die erlaubte Quadratmeterzahl nicht überschritten werde, verweigerte er dem Vorhaben seine Zustimmung. Bedenken meldete auch der Grünen-Sprecher Dr. Ansgar Klein an. Zuversichtlich ist Wigand, dass der Kreisverkehr am Kaninsberg angesichts des von der Bundesregierung aufgelegten Konjunkturprogramms schon bald realisiert werden könne.

Nach dem in diesem Jahr in Kraft getretenen neuen Landesentwicklungsprogramm erfordert dieses Planvorhaben eine Änderung des Regionalplans. Die Ausweisung von Einzelhandelsflächen im Möbelsortiment bedarf, so weit sie rechnerisch die Kaufkraft der Stadt Würselen übersteigt, des regionalen Konsenses und der Zustimmung der betroffenen Nachbarstädte, die Möbelsortimentsflächen an Würselen abtreten. Um den regionalen Konsens zu erreichen, soll deswegen die geplante Erweiterung der Verkaufsflächen für Möbel im regionalen Arbeitskreis Strikt bei der Städteregion Aachen besprochen werden, um einen regionalen Konsens herbeizuführen.

Mit großer Mehrheit beauftragte der Ausschuss die Verwaltung, einen entsprechenden Antrag zur Änderung des Regionalplanes bei der Bezirksregierung zu stellen und machte damit den Weg frei für das Genehmigungsverfahren für die Erweiterung von Pallen.

Das in enger Kooperation mit der Bezirksregierung Köln, der IHK Aachen, dem Einzelhandels- und Dienstleistungsverband Aachen-Düren e.V. und den Fachdezernenten aller zehn Kommunen unter Federführung der Städteregion Aachen entwickelte, städteregionale Einzelhandelskonzept „Strikt-Aachen” trat bereits im Oktober 2007 in Kraft. Zuvor hatten alle beteiligten Stadträte die erforderlichen selbstbindenden Beschlüsse gefasst, das städteregionale Einzelhandelskonzept künftig „verbindlich bei der Beurteilung und Bewertung großflächiger Einzelhandelsvorhaben anzuwenden”. Wichtige Ziele des Konzeptes sind demnach der Schutz der gewachsenen Zentren und die Sicherstellung der wohnortnahen Versorgung der Bevölkerung.

Konsens wurde bei den Städten darüber erzielt: „Dem Einzelhandel kommt neben seiner originären Versorgungsfunktion zunehmend eine stadtgestalterische Rolle zu. Strukturelle Veränderungen im Handel, die prognostizierte demographische Entwicklung und ein verändertes Verbraucherverhalten haben eine Diskussion über funktionsfähige Versorgungsstrukturen und Innenstädte ausgelöst.”

Erkannt wurde: „Da Planungen in der Regel überörtliche Auswirkungen haben, ist künftig weniger kommunales als vielmehr gemeinsames, regionales Denken erforderlich. Ziel des Konzeptes ist es, Leitplanken für die künftige Einzelhandelsentwicklung in der Städteregion Aachen zu definieren und die formellen Abstimmungsverfahren deutlich zu beschleunigen.
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