Moderne Frische prägt das neue Tagespflegehaus

Von: Stefan Schaum
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Diese Tür steht schon bald Besuchern offen: Marlene Behrendt vom DRK-Pflegedienst und DRK-Kreisgeschäftsführer in der Städteregion Aachen, Peter Timmermanns, freuen sich auf das neue Tagespflegehaus. Foto: Stefan Schaum
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Jetzt steht der Feinschliff an: Resi Lindner, Leiterin des Tagespflegehauses, bringt das Mobiliar an Ort und Stelle. Foto: Stefan Schaum

Würselen. Jede noch so kleine Auszeit kann kostbar sein. Ein Freiraum hier für einen Frisörbesuch, ein Freiraum dort für den lang geplanten und immer wieder verschobenen Einkaufsbummel. Wer einen älteren und womöglich psychisch veränderten Angehörigen pflegt, erfährt rasch, dass diese Aufgabe die Zeit im Nu auffrisst und nicht selten bis an die Grenze zur völligen Erschöpfung führt.

Tagespflege kann hier eine wichtige Entlastung bieten. Zum 1. März gibt es dafür in Würselen eine neue Adresse: An der Marienhöhe 2-4 eröffnet das Deutsche Rote Kreuz ein Tagespflegehaus.

Auf 275 Quadratmetern finden sich im barrierefrei eingerichteten Erdgeschoss Räume, die Gemütlichkeit verströmen ohne jeden Hauch von Altbackenheit. „Wir haben hier auf Frische besonders viel Wert gelegt“, sagt Marlene Behrendt vom DRK-Pflegedienst, die bereits die Ausstattung der vor wenigen Monaten eröffneten Tagespflegestätte an der Breite Straße in Baesweiler geplant hatte.

Hier wie dort lag der Blick auf altersgerechter Modernität. Soll heißen: Keine dicken Teppiche und Eichenschränke, dafür viel Licht und kräftige, warme Farben. Und das mit reichlich Liebe zum Detail. Behrendt: „Ich habe Wert auf das Aussehen jedes einzelnen Stuhls und jedes Lichtschalters gelegt.“

15 Tagespflegeplätze sind in Würselen im Angebot, betreut werden die Besucher dort von bis zu sechs Mitarbeitern. Flexibilität ist dabei das Stichwort. „Wir passen uns dem Menschen an, wo es nur geht“, betont Peter Timmermanns, Kreisgeschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Städteregion. Wenn der Besucher agil ist und zum Beispiel gern Kartoffeln schält, kann er sich bestimmt einmal in der neuen Küche nützlich machen, in der drei Mahlzeiten pro Tag vorbereitet werden.

Wer gerne bastelt findet auch dazu Gelegenheit. Oder zum Lesen, zum Gedächtnistraining, zum Plaudern. Timmermanns: „Wir wollen jeden nach seinen Möglichkeiten animieren und fördern.“ Aktivierende Pflege nennt das der Fachmann – und die Besucher erfahren dadurch nicht selten Erfolgserlebnisse, die auch das Selbstbewusstsein stärken.

Die Körperpflege liegt ebenfalls in professionellen Händen, das große Bad bietet dazu bodentiefe Duschen und zusätzliche Ausstattung an. „Hier bekommt man das gesamte Paket, um Lebensqualität zu erhalten“, sagt Timmermanns und meint damit die Lebensqualität der Gepflegten und die der pflegenden Angehörigen gleichermaßen. Hausnotruf, Menüservice, ambulante Pflege und mobiler sozialer Hilfsdienst – „beim DRK haben wir das alles im Angebot, was sich auch mit der Tagespflege ideal verknüpfen lässt“.

Flexibilität steht bei den Pflegezeiten ebenso im Vordergrund. Von dem festen wöchentlichen Termin bis zur stundenweisen Betreuung ist je nach Bedarf alles möglich. „Wir sind auch bei den Kernöffnungszeiten variabel und können im Einzelfall schauen, was machbar ist“, sagt Peter Timmermanns. Damit Angehörige sich die Zeiten aussuchen können, die sie brauchen. „Uns geht es darum, dass man sagen kann: ‚Ich kann für meinen Vater oder meine Mutter da sein, ohne dadurch völlig aufgezehrt zu werden‘.“

Dieser Tage sorgt Resi Lindner, Leiterin des Würselener Tagespflegehauses, mit ihrem Team dafür, dass der Feinschliff vor der Eröffnung erledigt wird. Die komplette Einrichtung des Hauses – gefördert auch durch finanzielle Mittel der „Glücksspirale“ – soll so aufgestellt sein, dass sie gleichermaßen zweckvoll und optisch ansprechend ist. Das trifft auf den Relaxsessel im Ruhebereich ebenso zu wie auf die Begrünung des großen Außenbereiches, die im nächsten Schritt angepackt wird. „Auch hier draußen wird noch viel Aufenthaltsqualität entstehen“, sagt Peter Timmermanns mit Blick auf die Betreuungsmöglichkeiten in einem sommerlichen Garten.

Realisiert wurde das Tagespflegehaus durch die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft (GWG) der Städteregion Aachen. Auf rund eine halbe Million Euro beziffert GWG-Geschäftsführer Dr. Axel Thomas die Baukosten für den Tagespflege-Bereich des Gebäudes, in dem es daneben 24 seniorengerechte Wohnungen gibt.

Zehn Jahre läuft der Mietvertrag zwischen GWG und DRK. Peter Timmermanns ist überzeugt, dass er verlängert wird. „Die Tagespflege ist ein Bereich, der stark zunehmen wird.“ Damit Angehörige für ihre Lieben da sein können, ohne sich selbst dabei aufzugeben.

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