Mittfastenfest der SPD: Schwelgen in Schwarz-Weiß

Von: Daniel Gerhards
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Lange treu zur SPD gestanden:
Lange treu zur SPD gestanden: Gemeinsam mit Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (2.v.r.) zeichneten die Alsdorfer Sozialdemokraten zahlreiche Parteijubilare aus.

Alsdorf. Wie auf einer großen Familienfeier sollte es sein. Beim Mittfastenfest des Alsdorfer SPD-Stadtverbands kam ein besonders prominentes Mitglied der politischen Familie: Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. Grund genug für Hans-Peter Thelen, Stadtverbandsvorsitzender, das Fotoalbum herauszuholen.

Am Samstag zeigten die Genossen in der Stadthalle einen Film mit Impressionen aus Alsdorf: Alte Schwarz-Weiß-Aufnahmen von Kumpels unter Tage oder heftig dampfende Lokomotiven. Dazu frische neue Bilder von der Burg, dem Tierpark oder der Euregiobahn. Das Bild von der Stadt im Wandel prägte sich ein.

Hannelore Kraft hatte ihrerseits keine Bilder mitgebracht. Doch da die Spitzenpolitikerin täglich im Rampenlicht steht, stellten die Alsdorfer Sozialdemokraten kurzerhand selber einen Film über Kraft zusammen.

„Das soll zeigen, wofür Hannelore Kraft steht”, sagte Thelen. Die Bilder zeigten sie im Plenarsaal und an der Werkbank, mit Staatsgästen und Musiker David Garrett.

Wofür Kraft inhaltlich steht, das präzisierte sie anschließend auf dem Podium. Das lasse sich deutlich an einer der Schlüsselformeln im Düsseldorfer Koalitionsvertrag zeigen: „Es wird in NRW kein Kind zurückgelassen.” Dabei spielt die Bildung für Kraft die zentrale Rolle.

Heute machten 20 Prozent der Jugendlichen eines Jahrgangs keinen Schul- oder Ausbildungsabschluss. Um diesen Jugendlichen eine Perspektive zu bieten, müsse man früh ansetzen und wirksame Familienpolitik betreiben. Etwa durch einen Ansprechpartner, der bei Problemen hilft. Derzeit sei es für manche Familien nicht leicht, die richtige Anlaufstelle bei der Arge, dem Wohnungsamt oder Ausländerbehörde zu finden.

„Präventiv investieren”

Um alle Kinder und Familien mitzunehmen, muss man viel Geld investieren. Doch die Rechnung wird, so Kraft, aufgehen. Die „Reparaturkosten” etwa für Maßnahmen, bei denen der Schulabschluss nachgeholt werden kann, „Inobhutnahme” von Kindern durch das Jugendamt, Hartz IV und Weiteres betragen 23 Milliarden Euro jährlich in NRW. „Das sind Kosten, die verursacht werden, wenn man Kinder zurücklässt.”

Um sich einen großen Teil dieses Geldes zu sparen, müsse man „präventiv investieren”. Etwa in den Ausbau der Kitas. Es seien kleinere Lerngruppen und individuelle Förderung zu ermöglichen. Kraft sprach sich zudem gegen Kita- und Studiengebühren aus. Sie will Dumpinglöhne verhindern, dem Missbrauch von Leiharbeit einen Riegel vorschieben und verhindern, dass besonders junge Arbeitnehmer nur Zeitverträge statt einer unbefristeten Anstellung bekommen.

Doch Politik war nicht alles. Das Ehrenamt sollte ebenso im Fokus stehen. Die SPD zeichnete zahlreiche Alsdorfer aus, die sich in ihren Vereinen, Organisationen oder auf privater Basis für die Gemeinschaft einsetzen.

„Diese Leute sind beispielgebend für junge Menschen. Sie sind der Kitt der Gesellschaft und tragen dazu bei, dass unsere Stadt lebens- und liebenswert ist”, sagte Thelen. „Wir wollen die Arbeit dieser Menschen würdigen. Sie leisten enorm viel und stehen sonst fast nie im Rampenlicht”, sagte Thelen. Zudem wurden die Parteijubilare der SPD geehrt. Die neuen Mitglieder erhielten ihr kleines rotes Parteibuch direkt von der obersten Genossin aus NRW.

Die vielen Ehrengäste bekamen auch noch ein unterhaltsames Programm geboten. Unter anderen traten Kabarettist Jürgen Becker, Heimatdichter Toni André, der Knappenchor St. Barbara, der Elferrat der Prinzengarde oder eine Musikklasse des Gymnasiums auf.

Für prächtige Stimmung sorgte die Schlagerhitparade der Gewerkschafter von den „IGBCE-Höppedancers”. Die Truppe um den Fraktionsvorsitzenden der SPD im Stadtrat, Detlef Loosz, interpretierte Songs von Heino, Peter Kraus oder Trude Herr.

Parteimitglieder und Ehrenamtler für ihr Engagement ausgezeichnet

Für ehrenamtliches Engagement wurden ausgezeichnet: Erdal Akan, Rainer Kollin, Manfred Steffens (erstes türkisch-deutsches Dreigestirn), Toni André (Heimatdichter), Josef Pagen (DRK, Prinzengarde, unterschiedliche Selbsthilfegruppen), Rudolf Bast (Gründer und mehr als 30 Jahre Vorsitzender des Geschichtsvereins), Egon Beilfuss (kümmert sich mit Ehefrau bis ins hohe Alter um Pflegekinder), Helga und Karl-Heinz (Charly) Meyer (aktiv für die Kirchengemeinde St.-Castor), Jürgen Maubach (übernahm spontan Vorsitz des Invaliden- und Seniorenverein), Josef Zentis (Ehrenpräsident des Festkomitees Alsdorfer Karneval).

Langjährige Parteimitglieder: Für 50 Jahre Parteizugehörigkeit wurde Junk Valentin geehrt. Seit 40 Jahren dabei sind: Albert Claßen, Peter Hensellek, Rene Hogen, Christian Mingers, Hans Rosenboom, Doris Ruland, Konrad Siebert, Erich Simons, Leonard Vahsen. Seit 25 Jahren in der Partei sind: Tanja Barisic, Marita Engelen, Hans-Bernd Frohn, Michael Göttgens, Karl Jahl, Joachim Jergovic, Ralf Kahlen, Heinz-Willy Köhnen, Reinhold Ostrowski, Getrud Robert, Franz-Josef Roefe, Jura Spehar, Hans-Reiner Steinbusch, Stephanie Steinbusch, Werner Wirth.

Ausgezeichnet wurden Mitglieder der Löschgruppe der Freiwilligen Feuerwehr für ihr Engagement: Ergin Altuntas, Christoph Drafehn, Hans-Willi Keil, Ägidius Köhnen, Jürgen Rüffer, Ralf Schröder, Georg Ditmann, Andreas Hodenius, Nils Lützler, Winfried Schlüter, Frank Schneiders, Manfred Thelen.

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