Mitmachkonzert des Sinfonieorchesters ist ein Erfolg

Von: ehg
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Konzert in der Pfarrkirche St. Sebastian: Generalmusikdirektor Kazem Abdullah dirigiert das Orchester aus Profis und Laien. Foto: W. Sevenich

Würselen. Es war ein mutiges Unterfangen, das von der Violin-Stimmführerin Julia Prinsen-Feneberg initiierte Mitmachtkonzert des Sinfonieorchesters der Stadt Aachen. Um es vorweg zu nehmen: Das Experiment im „Dom“ war von einem großartigen Erfolg gekrönt.

Am Ende einer langen Vorbereitungszeit präsentierte sich unter der Stabführung von Generalmusikdirektor Azem Abdullah ein Klangkörper ganz eigener Art. Für den musikalischen Hochgenuss, den das knapp 70-köpfige Orchester den unerwartet zahlreichen Konzertbesuchern bereitete, erntete es reichlich Beifall. Riesengroß war die Freude nicht nur bei den Profis des Sinfonieorchesters Aachen, sondern vor allem bei den rund 40 Laienmusikern aus der Städteregion.

Monatelang geübt

Das große Mitmachkonzert war das Ergebnis eines intensiven Arbeitsprozesses, der für viele beteiligten Musiker schon vor der ersten Probe begonnen hatte. Stand doch vor dem gemeinsamen Musizieren im Orchester für viele erwartungsfroh gestimmte Teilnehmer ein monatelanges Üben. Zu den ersten gemeinsamen Proben waren die Instrumentengruppen Ende April zusammengekommen, jeweils unter Leitung eines Stimmführers des Sinfonieorchesters Aachen.

Ein paar Wochen später probten alle Streicher beziehungsweise Bläser gemeinsam unter der Leitung von Kapellmeister Christoph Breidler. Am Ende standen zwei Proben des gesamten Mitmachorchesters unter der Stabführung von Kazem Abdullah. Von Anfang an war er von der Idee des gestarteten Projektes begeistert gewesen.

Für das erste Mitmachkonzert hatte er zwei bekannte Sinfonien ausgewählt, die „Unvollendete“ von Franz Schubert und die 8. Sinfonie D-Dur des böhmischen Komponisten Antonin Dvorak, die dieser – inspiriert von der Landschaft seines Sommersitzes – als gelöster lyrischer Kontrast zu seinen anderen Sinfonien komponierte. Zunächst zog das Orchester seine Besucher mit der Wiedergabe der Sinfonie in h-moll des deutschen Romantikers in seinen Bann. Ein fulminanter harmonischer Klangkörper ließ unter der engagierten Stabführung des „Maestro“ seiner Spielfreude freien Lauf. Nicht zuletzt als in der Reprise noch einmal alle drei Themen verarbeitet und zu einem rauschenden Finale des ersten Satzes gesteigert wurden.

Die Feinabstimmung zwischen Streichern und Bläsern stimmte, selbst beim Crescendo. Der große Klangkörper brachte die Musikalität des Romantikers facettenreich bei sicheren Takt- und Tempi-, aber auch Tonartwechseln zur Entfaltung. An das düstere und dunkle h-Moll des ersten Satzes schloss sich der zweite in E-Dur, fröhlich, stolz und mit einem forschen Charakter an. Azem Abdullah lotete alle Stimmen seines Orchesters aus. Profis und Laien spornte sich gegenseitig zu glanzvollen Höchstleistungen an. Wobei die Flöten solistisch bis zum Pianissimo bestachen.

Beim rhapsodieartigen Adagio in c-moll des zweiten Satzes der Dvorak-Sinfonie grüßte Pjotr Iljitsch Tschaikowski. Wie sehr dieser Satz von einem Nebeneinander von Hell und Dunkel – C-Dur und c-Moll wechseln sich ab – lebt, wurde vom Orchester eindrucksvoll und mitreißend demonstriert. Im walzerartigen Stil schmeichelte der Allegretto grazioso-Satz, begünstigt durch die „Dom“-Akustik, dem Publikum. Ein musikalischer Hochgenuss, wie er den Konzertbesuchern so schnell nicht mehr geboten werden dürfte, dank Azem Abdullah, dem sympathischen leichtfüßigen Dirigenten. Eine lyrische Passage führt nach 30 Minuten schließlich zur virtuosen Coda chromatischen Charakters, die dem Werk ein triumphales Ende verleiht. Der „Dom“ hallte davon wider.

Der Förderkreis hilft

In der Pause hatte der Förderkreis Kirchenmusik, in dessen Namen Vorsitzender Hermann Jörissen die Besucher aus nah und fern begrüßt hatte, zu einem Umtrunk unter der Orgelbühne eingeladen. Dank galt ihm ob der gewährten Unterstützung bei der Organisation des bisher einmaligen Konzertes. Schade wäre es, wenn es nicht eine Neuauflage geben würde, im „Dom“ zu Würselen!

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