Mitfahrerbänke: Bequem auch in die abgelegenen Ortsteile

Von: Margret Nußbaum
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Nilgün Akduman (links) und Ilse Calamar-Roth genießen eine Ruhepause auf der Mitfahrerbank und halten ein Schwätzchen. Foto: M. Nußbaum

Baesweiler. Geschafft! Nilgün Akduman, Intensiv-Krankenpflegerin im ambulanten Intensivbereich, hat knappe drei Kilometer zu Fuß hinter sich gebracht – von Baesweiler nach Setterich. „Zügiges Gehen ist für mich der ideale sportliche Ausgleich zu meiner Arbeit“, sagt sie.

Nun verschnauft die sympathische 41-Jährige auf der Mitfahrerbank am Neuen Markt Setterich. Sie ist angenehm überrascht, als sie erfährt, dass sie von dort aus kostenlos nach Baesweiler mitgenommen werden kann.

Die sieben Bänke – in jedem Stadtteil steht eine – sind durch die aufklappbaren Schilder mit den gewünschten Ziel-Stadtteilen gut zu erkennen. Von oben grüßt zudem der Baesweiler Stadtlöwe. Die Idee hat sich längst herumgesprochen: Man bietet spontan eine Mitfahrgelegenheit an oder lässt sich mitnehmen.

„Das ist sehr gelungen“, lobt Nilgün Akduman. Aber mitnehmen nach Baesweiler lässt sie sich heute nicht. „Der Rückweg gehört zu meinem Trainingsprogramm für heute“, sagt sie lachend. „Ein anderes Mal komme ich gern auf das Angebot zurück.“

Angenehmer Nebeneffekt

Zu der Frau gesellt sich Ilse Calamar-Roth. Die 76-Jährige möchte nach Siersdorf. Zum Glück hält an der Mitfahrerbank auch die Linie 71 der Aseag mit dem Ziel Aldenhoven. Die Mitfahrerbänke verbinden nämlich nur die sieben Baesweiler Stadtteile, lässt sich die Seniorin erklären. „Gut zu wissen“, meint sie, „dann kann ich ein anderes Mal darauf zurückgreifen.“

Die Zeit bis zum Eintreffen des Busses überbrücken die beiden Damen mit einem Plausch. „Die Bank hat über den praktischen Nutzwert des kostenlosen Mitfahrens hinaus einen sehr schönen Nebeneffekt“, meint Nilgün Akduman. „Sie lädt zu einem Schwätzchen ein. Man lernt nette Leute kennen. Das finde ich sehr kommunikativ.“

Bürgermeister Dr. Willi Linkens stellte mit seinem Team – Beigeordneter Frank Brunner, Iris Tomczak-Pestel, technische Dezernentin und Josef Meyer, Leiter des Stadtentwicklungsamtes – noch einmal das Konzept der Mitfahrerbänke vor. Er nutzte die Gelegenheit, Manfred Schröder, EWV-Geschäftsführer und Vorsitzender der Gesellschafterversammlung EWV Baesweiler, für eine Spende in Höhe von 3000 Euro für die sieben Bänke zu danken

. Die Kosten für Sitzgelegenheiten und Schilder belaufen sich auf insgesamt knapp 9000 Euro. „Gerade in kleineren und etwas abseits gelegenen Ortsteilen kennt man sich meist und hilft sich gegenseitig“, erklärte Linkens. „Die Bänke helfen, Nachbarn ein Stück näher zu bringen und das Bewusstsein für gegenseitiges Unterstützen – in diesem Fall durch Mitfahrgelegenheit – zu schärfen.“

Ganz abgesehen davon wird durch die gemeinsame Fahrt ein Beitrag für den Klimaschutz geleistet. Als Konkurrenz zum öffentlichen Personennahverkehr sehen Linkens und sein Team die Bänke nicht. „Sie stellen eine zusätzliche Möglichkeit dar und verbinden Außenorte, die nicht so gut an den ÖPNV angebunden sind“, sagt der Bürgermeister.

Weit über die Grenzen der Region

Gute Erfahrungen gibt es mittlerweile in einigen anderen Orten. Weit über die Grenzen der Region hinaus ist Baesweiler allerdings die einzige Stadt, die Mitfahrbänke installiert hat. Der Bürgermeister selbst hat schon zwei Mal Leute an der Bank in Loverich einsteigen lassen und nach Baesweiler mitgenommen. „Da lassen sich ganz locker auch mal Neuigkeiten austauschen“, sagt er lachend.

Mitfahrerbänke gibt es in Oidtweiler am Sportplatz, in Beggendorf an der Goethestraße/Höhe Ringofen, in Floverich an der Ecke Willibrordstraße/Fließstraße, in Loverich an der Kirche entlang der Josefstraße, in Puffendorf an der Aldenhovener Straße/Höhe Jan-van-Werth-Straße, in Setterich an der Hauptstraße am Neuen Markt und in Baesweiler an der Peterstraße am Parkplatz Feuerwehrturm.

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