Mit Zeitungsprojekt neue Seiten aufgeschlagen

Von: Elisa Zander
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Sind gespannt auf das Ergebnis: die Jungredakteure am Würselener Gymnasium. Foto: Elisa Zander

Würselen. Die Tastaturen klappern, Blätter liegen auf Tischen verstreut, vieles darauf ist durchgestrichen, anderes dazugekritzelt. In der einen Ecke des Computerraums wird diktiert, andere lesen Korrektur und verbessern Flüchtigkeitsfehler. Die Schüler der Klassen acht bis zehn des Städtischen Gymnasiums Würselen stecken in den letzten Zügen ihrer Arbeit, die sie seit fast zwei Monaten beschäftigt: Zeitungsartikel.

Damit wollen sie antreten beim Wettbewerb des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW) mit Unterstützung der Robert Bosch Stiftung. Ziel ist es, grenzüberschreitendes Verständnis füreinander zu entwickeln und Medienkompetenz zu vermitteln. Gemeinsam mit der Partnerschule, dem Lycée Tristan Corbière in Morlaix, haben sie sich qualifiziert.

„Die Vorbereitungen haben viel Zeit in Anspruch genommen”, erinnert sich Rita Johnen, die mit Hannah Müller auf deutscher Seite das Projekt koordiniert.

Aber die Schüler haben Erfahrungen gemacht, die kein Buch und keine Schulstunde hätten vermitteln können: das flaue Gefühl im Magen kurz vor der Ankunft in Frankreich. Oder das aufregende Leben in einer fremden Familie, auch wenn es nur ein paar Tage waren.

Die Woche, in der die Gymnasiasten ihr eigenes mit einem Gästebett in Frankreich tauschten, war ein tolles Erlebnis. Besonders beeindruckt waren die Schüler von den jeweils anderen Tagesabläufen. „Ich habe gelernt, dass man auch ohne Teller frühstücken kann. Wenn in Deutschland zum Frühstück alle zusammen am Tisch sitzen, kommt und geht in Frankreich jeder, wann er will”, erzählt Gino Pohen.

Beinahe hätte der schöne Schüleraustausch nicht stattfinden können. Denn mit Blick auf die Finanzen musste die französische Partnerschule Lycée Tristan Corbière die Reise zunächst ablehnen.

„Die Kosten für so einen Austausch sind astronomisch”, sagt Christina Mohr, die seit zwölf Jahren in Frankreich lebt, am Lycée Tristan Corbière unterrichtet und das Projekt auf französischer Seite betreut. „Alle reden von Europa, aber Geld dafür gibt es nicht.”

So kam sie auf die Idee, an dem Wettbewerb teilzunehmen, der Austauschbesuche fördert. So war ein tolles Projekt gerettet. Unter dem Oberthema „Mobilität” wählten die Gruppen, die lingual gemischt wurden, ihre Themen für die Artikel, ebenso die journalistische Form. „Anfangs hatten wir viele Ideen, wie wir verschiedene Sachen angehen könnten”, erinnert sich Anna Arnold. Individuell wurden die Möglichkeiten abgewogen. Entstanden sind Reportagen, Berichte und Interviews.

Jetzt steht die letzte Hürde an. Die veröffentlichten Artikel werden an die Jury geschickt. Den Gewinnern winkt eine Reise in die Hauptstadt des Partnerlandes.

Ob Reise oder nicht - die vielen neu entstandenen Freundschaften waren für alle der größte Gewinn.
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