Mit Talent, Mut und Disziplin zur Leistung

Von: Daniel Gerhards
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Die Kraftübungen an den Ringen erfordern eine Menge Ubung: Johannes Schäfer zeigt beim Schauturnen des Hoengener Turnclubs, wie der perfekte Kreuzhang aussieht. Foto: Daniel Gerhards

Alsdorf. Ein Raunen geht durchs Publikum. Der Grund: Gerade hat Miguel Steinig seinen Flugteil am Reck geturnt - das so genannte Überkehren. Beim Schauturnen des Hoengener Turnclubs (HTC) zeigen Miguel Steinig und Johannes Schäfer spektakuläre Übungen an Reck, Seitpferd, Barren, Ringen und am Boden.

Was die beiden Sportler vom Turnteam Toyota Köln bieten, begeistert die Zuschauer und den Nachwuchs des HTC.

Johannes Schäfer turnt an diesem Tag Kraftübungen an den eigentlich dafür zu kurzen Ringen in der Hoengener Sporthalle. Kreuzhang und Stützwaage machen seine Übung zur Höchstschwierigkeit.

„Bis man so einen Kraftteil richtig beherrscht, dauert das schon mal ein halbes Jahr”, sagt Johannes Schäfer. Sein Trainingsaufwand dafür ist enorm. Der 16-Jährige, der 14. bei den Deutschen Schülermeisterschaften wurde, trainiert in fünf Einheiten rund 20 Stunden pro Woche.

Miguel Steinig macht sich bereit für seine Übung am Barren. Der Oberligaturner will zum Abschluss mit einem gestreckten Salto mit halber Drehung vom Gerät gehen. Beim ersten Versuch gelingt ihm der schwierige Abgang nicht. Das weckt allerdings den Ehrgeiz des 17-Jährigen. Beim zweiten Versuch setzt er den Abgang sauber in den Stand. Für Miguel Steinig ist es die Ästhetik der Übungen, die einen guten Turner ausmacht. „Das muss schon alles elegant aussehen. Es reicht nicht, wenn man die Teile einfach aneinander reiht.”

Neben seinem Training in Köln trainiert Miguel Steinig auch einmal pro Woche in der Hoengener Halle. Dort coacht Vater Klaus Steinig den Nachwuchs des HTC. „Es dauert oft extrem lange, bis die Übungen gut aussehen.” Was ästhetisches Turnen ist, können sich die jungen Sportler des HTC und das Publikum auch gleich bei Johannes Schäfers Übung am Seitpferd ansehen. Seine Beine wirbeln im Höchsttempo um das Gerät. Dabei wahrt er jederzeit die Kontrolle - die ganze Übung läuft rund und koordiniert ab.

Für das Schauturnen in Hoengen brauchen die beiden Leistungsturner schon eine Menge Kondition. Sie zeigen ihre fünf Übungen in einer knappen halben Stunde. Ein Mehrkampf mit sechs Geräten dauert in der Regel zwischen zwei und drei Stunden. „Das ist schon sehr anstrengend für die Jungs”, sagt Klaus Steinig. Auch beim HTC will man den Nachwuchs zum Leistungsturnen bringen.

In der Jungengruppe trainieren Klaus Steinig und der HTC-Vorsitzende Alfred Hogen rund 25 Jungs. Allerdings nur, wenn zu Talent, Mut und Disziplin eine Menge hartes Training kommt. „Entscheidend ist die Körperbeherrschung”, sagt Alfred Hogen. Dafür trainieren Turner im HTC in einer normalen Einheit rund eine Stunde Kraft und Beweglichkeit, bevor sie an die Geräte gehen. „Das ist die Voraussetzung, um die Übungen machen zu können. Für viele Jungen ist es ermüdend, bei jedem Training eine Stunde Kraft und Beweglichkeit zu trainieren.”

Dass sich das viele Training lohnt, stellten Miguel Steinig und Johannes Schäfer allerdings eindrucksvoll unter Beweis. Neben den Höchstleistungen der beiden Turner zeigten auch die Hoengener ihr Können. Insgesamt nahmen rund 70 Vereinsmitglieder am Schauturnen Teil.
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