Würselen - Mit Sperrmüll die Wasserrinne schützen?

Mit Sperrmüll die Wasserrinne schützen?

Von: Karl Stüber
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Gesehen auf dem Markt zu Füßen der Kirche St. Sebastian: Sperrmüll wurde zum Abtransport an der Wasserrinne drapiert. In der Diskussion um sinnvolle Schutzmaßnahmen gegen das Überfahren durch Autos sind Stadtverwaltung und Politik nicht weiter gekommen. Foto: Karl Stüber

Würselen. Wie lässt sich die Wasserrinne auf dem Markt im Schatten der Kirche St. Sebastian vor dem widerrechtlichen und auch gefährlichen Überfahren durch Autos schützen? Durch Sperrmüll – und das dann „im wahrsten Sinne“ des Wortes?

Einen entsprechenden Kreativvorschlag lieferte jetzt wohl unwissentlich ein Anwohner, der ein ausgedientes Bett samt Matratzen dort für den weiteren Abtransport zwischendeponierte. So kostengünstig die Idee auch sein mag, mit Müll die Rinne zu sperren – in dem Maßnahmenkatalog, den die Stadtverwaltung der Politik im Technik- und Bauausschuss vorgelegt hatte, fand sie bislang keine Berücksichtigung. Da mögen ästhetische Gesichtspunkte eine Rolle gespielt haben...

Dabei gibt es Handlungsbedarf in Sachen Wasserrinne aus gleich mehreren Gründen. Wie bereits berichtet, hatte die Rinne vor ein paar Wochen repariert werden müssen, weil durch Überfahren Teile abgesplittert waren. Kostenpunkt 4880 Euro. Zudem werden Fußgänger durch Autofahrer gefährdet – und in der guten Jahreszeit haben dort zusätzlich Gastronomen Tische und Stühle aufgestellt. Lediglich zur Anlieferung darf der fragliche Bereich „hinter“ der Rinne angefahren werden.

Die Geschichte schwelt seit Jahren. Die CDU hatte bereits im Juli 2013 per Antrag Bewegung in die Angelegenheit bringen wollen. Wirklich geschehen ist bislang nichts – und auch in der jüngsten Sitzung des Technik- und Bauausschusses wurde die Angelegenheit erneut vertagt. CDU-Ratsherr Axel Steffes – also ein Vertreter jener Partei, die den grundlegenden Antrag gestellt hatte – bat um Verschiebung. In nächster Zeit sollten gemeinsam mit der Verwaltung im kleineren Zirkel „kreative Lösungen diskutiert werden“.

Erster und Technischer Beigeordneter Till von Hoegen sicherte Gesprächsbereitschaft zu, verwies aber auch darauf, nicht allzu viel Zeit vergehen zu lassen, letztlich könnten ja auch auf dem Teilstück des Marktes so spielende Kinder gefährdet werden.

Heinz Viehoff (SPD) plädierte dafür, bis zu einer endgültigen Lösung zumindest mit Pflanzkübeln die Befahrung bzw. Überfahrung zu verhindern. Beigeordneter von Hoegen favorisierte als Provisorium Findlinge, die entsprechend vom städtischen Fachdienst Kommunale Dienstleistungsbetriebe Würselen (KDW) verteilt werden könnten. Ein konkreter Zeitplan war damit aber nicht verbunden.

Dabei liegen Ideen der Verwaltung bereits auf dem Tisch. So könnten drei Holzbänke nebst Fahrradständern aufgestellt werden. Diese Sitzgelegenheiten würden 5500 Euro kosten, je Fahrradständer kämen 220 Euro hinzu. Von (elektrischen) Pollern rät die Verwaltung mit Blick auf einen dort befindlichen Behindertenparkplatz ab.

Zudem zeige die Erfahrung anderenorts, dass das nachträgliche Verschließen des Pollers oft vergessen wird. Unterm Strich empfiehlt die Verwaltung der Politik, „die Parkproblematik nicht technisch zu lösen, sondern durch konsequente Verkehrsüberwachung zu regeln“ – was aber personalintensiv wäre. Ende offen...

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