Mit „schrägem” Cancan zum Tänzchen gebeten

Von: jope
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Artistik und klassische Musik
Artistik und klassische Musik vereint: Clown „Antoschka” und Cellist Ramon Jaffé begeisterten auf Burg Rode. Foto: Joachim Peters

Herzogenrath. „Ernst ist das Leben, heiter die Kunst” - und doch versteht es die Ernsthaftigkeit des Künstlers, dem Leben eine heitere Note abzugewinnen und beim Publikum Kraftreserven für dessen Alltag anzusammeln.

Die internationalen Schülerinnen und Schüler kamen bei der „Euriade” in den Genuss eines bemerkenswerten Auftritts in einer seltenen Kombination: Die russische Clownfrau „Antoschka” - der weibliche „kleine Anton” ist auch ausgebildete Ballett-Tänzerin - und der spanische Cellist Ramon Jaffé -musikalischer Partner des Pianisten und „Euriade”-Vorstandsmitgliedes Andreas Frölich - verzauberten mit Solo- und Duo-Auftritten.

Ramon Jaffé, der sein Instrument an der Musikhochschule Dresden lehrt, führte die jungen Besucher in die Kunst des Zuhörens und des „In-sich-Hineinhorchens” ein. Was eignete sich hierzu besser als die sowohl spirituelle wie mathematisch präzise Musik eines Johann Sebastian Bach? „Hören Sie auf die Sprache der Musik. Lassen Sie sie in sich wirken”, unterbrach Jaffé die Jugendlichen seinerseits bei ihrem Zwischenbeifall inmitten einer Bachschen Suite solo für Violoncello. Als Vollblutmusiker präsentierte sich Jaffé bei seiner Tango-Interpretation auf dem Cello und einem Flamenco-Stück, gewidmet einem verehrten Lehrer. Während die eine Hand virtuos den Bogen über die Saiten führte, klopfte die andere Hand auf dem Cello den Rhythmus - und der rechte Fuß tanzte elegant dazu. Ein Fest für die Sinne, ohne großen Materialaufwand.

Menschen müssen lernen, ihr Leben mit Erwartungen und Hoffnungen, mit Rückschlägen und Enttäuschungen innerlich „in der Balance” zu halten. Wie dies die Artistik symbolisch löst, dafür lieferte „Antoschka” - ebenfalls ohne Materialschlachten, dafür mit viel Fantasie - schöne Beispiele.

Und sie ermunterte die Jugendlichen zur Nachahmung: etwa bei der Übung, „die Welt auf einem Finger zu tragen”. Die Leichtigkeit des Seins: Sie will gelernt sein und setzt ein Anfangen sowie Mut voraus. Mut zum „Falschspielen” bewies „Antoschka”, indem sie auf der Geige Paganini und den „Cancan” von Jacques Offenbach zum Klingen brachte. Wie spielt man falsch und gleichzeitig graziös? Indem man richtige Fingergriffe auf falsch gestimmte Saiten setzt!

Dass es auch anders, klassisch-gesittet geht, zeigten „Antoschka” und Ramon Jaffé bei den gemeinsamen Auftritten. Der zahlreich vertretene „Euriade”-Vorstand um den Vorsitzenden Dr. Werner Janssen und die Schüler stimmten vielsprachige „Zugabe”-Rufe an. Das Duo exzellenter Situationskomiker und Künstler ließ sich nicht lange darum bitten.
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