Mit Infrarotstrahlen gegen Temposünder

Von: Beatrix Oprée
Letzte Aktualisierung:
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Leicht und handlich: Die neue Blitze zeichnet sich durch besondere Flexibilität aus. Foto: Leivtec

Städteregion. Für Temposünder in der Region wird die Luft wieder ein bisschen dünner: Die Städteregion setzt auf neue Technik, um Raser zu überführen – und zur Kasse zu bitten. Mit Blick auf die Unfallstatistik der Polizei stellen die Verantwortlichen fest: „Überhöhtes Tempo ist nach wie vor eine der Hauptunfallursachen auf Deutschlands Straßen. Auch die Region stellt keine Ausnahme dar.“

Leivtec XV 3 heißt das neue Gerät, das am Mittwoch im Probebetrieb an den Start geht. Nicht mehr per Radar, sondern mittels Infrarot-Messstrahl wird die Geschwindigkeit jedes passierenden Fahrzeugs erfasst und digital verarbeitet, per Livebild mit 15 Bildern pro Sekunde.

Es soll die mobilen Kontrollen variabler gestalten und besser an die jeweiligen Straßengegebenheiten angepasst werden können. „Problemlose Messung selbst in Baustellen, Kurven und an unübersichtlichen Stellen“, preist die Herstellerfirma an. Durch das neue Messgerät versprechen sich die Mitarbeiter des städteregionalen Amtes für Ordnungsangelegenheiten ganz neue Flexibilität. Denn leicht und fahrzeugunabhängig könne das Gerät sehr dezent von einem Stativ aus genauso messen wie aus einem stehenden Fahrzeug heraus.

Leivtec XV 3 könne zudem auch schon Schrittgeschwindigkeiten überwachen, was besonders in verkehrsberuhigten Bereichen, so genannten „Spielstraßen“, zupass kommt.

Blitz eigentlich nicht nötig

Bei Tagbetrieb, so wirbt der Hersteller, werde noch nicht einmal ein Blitz benötigt. Theoretisch könnte der flotte Flitzer also „geblitzt“ werden, ohne es zu merken. Dazu werde es in der Städteregion aber nicht kommen: „Wir haben einen Blitz dazu gekauft“, sagt Robert Flader, Sprecher der Städteregion. Um auf Nummer sicher zu gehen. Und in der Hoffnung, dass die plötzliche Schrecksekunde den Fahrer so sensibilisiert, dass er künftig angemessener fährt ...

Die Messanlage werde deutschlandweit bereits vielfach eingesetzt, unter anderem im Kreis Düren – wo übrigens nur einmal versuchsweise auf den Blitz verzichtet worden sei.

Ob die neue Technik resistent gegen jegliche Art von Widersprüchen macht, auch das soll der Testbetrieb erst erweisen. Übrigens: Wie bisher wird auch beim neuen Messverfahren – standardisiert im Sinne der Rechtsprechung – eine Toleranz von drei Kilometern pro Stunde abgezogen.

Leivtec XV 3 wird ab morgen eingesetzt. Städteregional werden dazu folgende Kontrollschwerpunkte angekündigt: Am Mittwoch, 10. April, in Alsdorf-Schaufenberg und -Ost sowie in Her- zogenrath-Merkstein und -Ritzerfeld. Am Donnerstag, 11. April, wird Leivtec XV3 in Baesweiler City und in Oidtweiler sowie in Würselen-Broichweiden postiert. Am Freitag, 12. April, blitzt das neue Gerät in Eschweiler in der Siedlung Waldschule sowie in Stich; darüber hinaus in Roetgen-Mulartshütte und Rott.

Grundsätzlich, so erfolgt die übliche Warnung, müssen Verkehrsteilnehmer täglich – auch am Wochenende – in allen Kommunen der Städteregion mit unangekündigten stationären und mobilen Kontrollen der Städteregion (sowie der Polizei Aachen) rechnen. Denn neben Leivtec XV3 bleiben selbstverständlich die anderen drei mobilen Messgeräte der Städteregion einsatzbereit. Und die waren im vergangenen Jahr schon recht leistungsstark: 18.019.799 Fahrzeuge wurden alleine bei den städteregionalen Messungen registriert, bei 176.699 von ihnen gab es „verfolgbare Ordnungswidrigkeiten“, wie Robert Flader auf Anfrage mitteilt. In den überwiegenden Fällen sei es aber bei Verwarngeldern geblieben.

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