Würselen - Mit „Holla“, der Waldfee ist nicht zu scherzen

Mit „Holla“, der Waldfee ist nicht zu scherzen

Von: Conny Stenzel-Zenner
Letzte Aktualisierung:
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Begeisterte mit Stimmgewalt und großem Können: Puppenspielerin Anna Fregin präsentierte den Märchenklassiker Dornröschen im neuen Gewand.

Würselen. „Zugabe! Zugabe!“ Sie wollten noch viel mehr vom Dornröschen sehen. Noch mehr von dieser modernen Prinzessin, die mit 16 Jahren in einen 100-jährigen Schlaf versetzt wurde. Die ersten und zweiten Klassen der Sebastianusschule waren ins Alte Rathaus gekommen, um Dornröschen vom Theater Anna Rampe zu sehen.

Gespielt hat Anna Fregin, die Kölnerin, die längst eine Berlinerin ist. Gespielt hat die Puppenspielerin mit Puppen, aber auch mit ihrer Stimme und mit der Phantasie der Kinder. Da kommt eine Frau auf ihren Dachboden, um etwas zu suchen, als ihr das alte Märchenbuch in die Hände fällt. Schwupps, ist diese Frau mittendrin in der Geschichte Dornröschen.

Ein Schattenspiel, auf einer Leinwand so groß wie ein Laptop, hat sie hineingezogen in das Märchen, das sich danach auf der Bühne ausbreitet. Da haben es der König und die Königin endlich geschafft: Ihr Traum wird wahr, sie bekommen ein Kind. Alles ist gut, wäre da nicht die Sache mit der verpatzten Einladung. Und mit „Holla“ der Waldfee ist wirklich nicht zu spaßen. Die Prinzessin wird verwunschen. Der König versucht, seine Tochter zu schützen, wo er nur kann. Aber er kann nicht verhindern, dass sich die Prinzessin an einer Spindel sticht und alle im Schloss in einen 100-jährigen Schlaf fallen. Aber wie es im Märchen so ist, kommt am Ende der Prinz. Nur hat dieser ganz eigene Probleme. Er ist zu schüchtern, um die Prinzessin zu küssen. Er muss sich also etwas einfallen lassen.

Die 31-jährige Anna Fregin beweist, dass Puppenspieler die ganz großen Schauspieler sind. Sie bringt ein wunderbares Theater auf die Bühne, das abwechslungsreich, gekonnt, kurzweilig und modern ist. Da haben die Feen Namen wie „Toffy-Fee“, „Büff-Fee“ oder „Holla, die Wald-Fee.“ Da gibt Anna Fregin 13 unterschiedlichen Personen nicht nur eine Stimme, sondern einen Charakter.

„Das war ein herzerfrischendes Stück, das keinen so großen Verfremdungseffekt hat, dass die Schüler das Märchen nicht mehr wiedererkennen konnten“, urteilte Waltraud Bell, Lehrerin, die mit ihrer zweiten Klasse das Märchen der Gebrüder Grimm im Unterricht vorbereitet hatte. Die Kinder indes waren ein begeistertes Publikum. „Das war so schön“, sagte Amelie (7), die zwar die Namen der Feen komisch fand, sich aber alle merken konnte. Auch sie war eine unter den Zuschauern, die am Ende lautstark eine „Zugabe“ forderten.

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