Mit Handschelle und Literaturfrühstück

Von: Yannick Longerich
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Eine gelungene Mischung aus frischem Wind und Altbewährtem präsentieren die Verantwortlichen der Stadtbücherei Herzogenrath und des zugehörigen Fördervereins: (v.l.) Catharina Scholtens, Sigrid Hamann, Ralph-Peter Klemp und Kirsten Moss. Foto: Yannick Longerich

Herzogenrath. Etwaigen Vermutungen schob Ralph-Peter Klemp gleich einen Riegel vor. Das über Jahre hinweg gewachsene und beliebte Programm der Stadtbücherei Herzogenrath wird auch im zweiten Halbjahr 2017 nicht reformiert oder gar gekürzt.

Klassiker wie die Verleihung der Herzogenrather Handschelle (24. November) oder die „60plus – Frühstück und Literatur“-Events (13. September, 11. Oktober, 8. November und 13. Dezember) sind wie gewohnt vertreten.

Seit einem knappen halben Jahr ist der neue Vorstand des Fördervereins der Stadtbücherei im Amt. Fast unbemerkt möchte man meinen, hat doch die Bücherei nach dem Ausscheiden von Urgestein Prof. Dr. Wolfram Hamann den „Dynastiewechsel“ ohne Probleme verkraftet. Den hervorragenden Ruf der Bücherei festigen und mit frischem Wind kleine Neuerungen setzen – das hatte sich Klemp im März als erstes Ziel gesetzt.

Der Förderverein entstammt einer Zeit, in welcher die wirtschaftlich katastrophale Lage der Stadt Herzogenrath auch unweigerlich Fragen nach dem generellen Bedarf einer Stadtbücherei aufwarf. Geld musste an allen Ecken und Enden gespart werden. Zwei Stammkunden initiierten daraufhin die Gründung des Fördervereins, der der Bücherei eine zweite Säule geben sollte und sich für die langfristigen Belange einsetzt.

Seitdem ist natürlich viel geschehen. Den Innovationsgeist hat Klemp, der bereits unter Hamann jahrelang als Stellvertreter agierte, dabei nie verloren. „In unserer Runde haben wir immer gute Ideen für Projekte. Einige von ihnen scheitern leider nicht am guten Willen, sondern vielmehr schlicht am Geld“, erklärte Klemp.

Der Förderverein sieht sich solide aufgestellt, jedoch stellen stagnierende Mitgliederzahlen keine Möglichkeit zum Ausruhen dar. „Wir suchen natürlich immer nach Nachwuchs. Unser ultimatives Ziel ist es, irgendwann die Zahl 100 zu knacken“, betonte die zweite Vorsitzende Catharina Scholtens.

Angebote wie die „Vorlesepaten“ seien ohne den immensen Einsatz der Mitglieder undenkbar. Die Sicherung der flächendeckenden Leseförderung durch die Bücherei würde zum Großteil von diesen Schultern gestemmt.

Scholtens erkennt außerdem, das die 14- bis 25-jährigen schwer zu erreichen sind. Mit den „Neuen Medien“ könne man in der traditionellen Aufstellung nicht konkurrieren. Moderne Angebote wie die „Onleihe“ sollen helfen, junge Erwachsene wieder für die Bücherei und das Lesen im allgemeinen zu begeistern. In Kooperation mit der Bibliothek Kerkrade werden „E-Medien“ angeschafft und den Mitgliedern beider Einrichtungen zugänglich gemacht.

Diese „Eurode-Vergünstigungen“ seien laut den beiden Leiterinnen der Bücherei, Sigrid Hamann und Kirsten Moss, ein zukunftsweisender Weg. Vernetzungen mit anderen Vereinen und gegenseitige Werbung wären für alle Parteien eine „Win-Win-Situation“.

Dabei wollen beide „über den Tellerrand hinausgucken“ und sich Anregungen bei anderen Vereinen holen. Eines zeige sich deutlich: Die Nachfrage nach Angeboten, die kulinarische oder musikalische Events mit dem Leseerlebnis kombinieren, steigt stetig. Diesem Trend werden sich die Programmplaner gerne anschließen.

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