Mit Händen und Füßen verständigt, über Taekwondo

Von: mas
Letzte Aktualisierung:
12467599.jpg
Tipps vom Meister bekommen die jungen Flüchtlinge von Sadettin Özdemir (v.l.) und von Gottfried Spiertz. Foto: Sigi Malinowski

Alsdorf. Sadettin Özdemir hat keine Probleme, Bundeskanzlerin Angela Merkel zu zitieren. Auch nicht als SPD-Stadtrat von Baesweiler. „Wir schaffen das“, sagt der 50-jährige Großmeister. Und das sein Zitat an die Kanzlerin erinnert, „ist mir völlig wurscht“.

Özdemir ist politischer Kämpfer als Sozialdemokrat und Sportler. Seine Leidenschaft gilt dem Taek-wondo. Deshalb hat er sechs geflüchtete Kinder und junge Männer aus Afghanistan, Syrien und Armenien in den Klub Musado Alsdorf aufgenommen: Es ist einige Monate her, als das Sextett plötzlich vor der Tür des Trainingszentrums in Ofden stand. „Über das Jugendamt der Stadt Alsdorf, das die Empfehlung ausgesprochen hat, sind sie zu uns gekommen“, erzählt Özdemir.

Er ist neben seiner Trainertätigkeit auch an verschiedenen Schulen in Sachen Sozialkompetenz unterwegs. „Anfangs gab es ein paar sprachliche Probleme, aber wir haben uns per Zeichensprache und mit Händen und Füßen verständigt“, beschreibt Özdemir. Am Tag, als die sechs jungen Sportler ihre erste Prüfung (alle erfolgreich) ablegen dürfen. „Die Jungs waren fast alle auf sich allein gestellt, als sie hierher kamen“, klammerte Özdemir nur Doulkaz Hassan aus.

Der 14-Jährige hat schon eine Familie gefunden. Er lebt nun bei Birgit Otto-Upadek. Samim (17), Ehsan (17), Alijan (16), Zakaria (20), und Jora (14) fanden schnell ihren „Familienverbund“ im Verein. Denn dort „wird nicht nach Hautfarbe oder Nationalität entschieden, wer bei uns willkommen ist“, sagt Özdemir ebenso wie sein Trainerkollege Gottfried Spiertz. Sie erinnern daran, dass „bei uns ausschließlich Respekt und Toleranz und das Miteinander regieren“. In den gut zwei Monaten der Zugehörigkeit haben die jungen Sportler (Özdemir: „Taekwondo ist kein Prügelsport, bei dem Türsteher ausgebildet werden“) viel gelernt.

Özdemir und 300 Vereinsmitglieder sagen: „Wir werden immer wieder auf die Leute zugehen und ihnen die Hände reichen“. Mindestens bis man feststellt, „wir haben es geschafft“.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert