Mit einer Erfindung aus Würselen in die Strandparadiese

Von: Conny Stenzel-Zenner
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Nur Fliegen ist schöner: das „Wetpack“ mit seinen festen Haltegriffen.
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Erfinderischer Würselener: Guido Schlimbach auf seinem Wetpack, das auch als Sitzsack genutzt werden kann. Foto: Conny Stenzel-Zenner

Würselen. Alexander Graham Bell und Thomas A. Watson gelten als die Erfinder des Telefons. Carl Benz als der Erfinder des Autos. Sir Timothy John Berners-Lee soll der Begründer des World Wide Web sein. Und Guido Schlimbach aus Würselen hat das „Wetpack“ erfunden. Das ist ein Sitzsack aus robustem Cordura-Gewebe, der gleich mehrere Freizeit-Spaßfaktoren in sich vereinigen soll.

Schlimbachs Wetpack kann hinter einem Boot hergezogen werden, es kann in einem Boot oder am Strand den bequemsten Platz bieten.

Vom Boot gezogen

Bevor aber der Würselener Schlimbach tatsächlich als Erfinder gelten kann, muss er einiges in Bewegung gesetzt haben. Knapp zwei Monate bleiben dem 44-Jährigen noch, in denen er einen sogenannten schwebenden Schutz für seine Erfindung genießt.

Im November 2012 hatte er beim deutschen Patentamt ein „Wasserfahrzeug zur schleppenden Nutzung“ angemeldet. „Eine Erfindung zu machen, ist die eine Sache. Je nachdem, in welchen Ländern der Welt ich mein Patent schützen lassen will, kostet ein Schutz für die Erfindung zwischen 25.000 Euro und 250.000 Euro“, sagt der geprüfte Versicherungsfachmann, der auch Augenoptik-Meister ist.

Wie kommt jemand wie Schlimbach zu solch einer Erfindung? „Unsere Katze hatte den Sitzsack, der genauso raschelt wie ein Katzenklo, mit eben einem solchen verwechselt und auf den Sitzsack gepinkelt.“

Das habe so penetrant gestunken, dass der Bootsliebhaber den Sitzsack mit auf die holländische Maas nahm, um ihn dort hinter seinem Boot herzuziehen und somit zu säubern. „Der Sitzsack ging nicht unter“, erinnert sich Guido Schlimbach.

Sein Erfindergeist, einen sportlich nutzbaren Sack zu entwickeln, war geweckt: Welches Material muss in den Sack? Welcher Werkstoff sollte die kleinen Kügelchen umhüllen? Wie kann das Wasser die Kügelchen umspülen? Welches Material ist fest genug?

Ein Freund von Schlimbach, ein Orthopädie-Meister, musste nähen. „Der hatte ja schließlich die Nähmaschinen“, sagt der Erfinder. Und dann wurde das Wetpack erstmals ausprobiert. „Ich habe drauf gelegen und bin über das Wasser gezogen worden“, erinnert sich der Würselener, der lächelnd meint: „Davon kann man süchtig werden.“

Ähnlich wie auf den Reifen, die schnell hinter Booten hergezogen werden, kann man es sich auf dem Wetpack bequem machen.

Jedoch: „Wegen des Luftdrucks in den Reifen fliegen die Leute raus, wenn zwei Wellen hintereinander kommen“, beschreibt Guido Schlimbach die Bilder, die man beispielsweise von den türkischen, spanischen, ägyptischen oder tunesischen Küsten kennt.

„Auf meinem Wetpack bleiben die Leute sitzen“, sagt Schlimbach. „Bei den Reifen geht es ähnlich wie bei den Bananen darum: Wer schluckt zuerst Wasser. Bei meinem Wetpack bleibt jeder drauf sitzen, kann sich festhalten, ist sicher.“

Geld vom Bundesministerium

Schlimbachs Patentanwalt hat ein 14 Seiten starkes Dokument über das Wetpack zusammengestellt. Eine kleine Anschubfinanzierung hat er vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie bekommen.

Nun stehen als nächste Schritte die ebenso unverzichtbare wie schwierige Geldgeber-Suche, der Gang zum Patentamt und im Optimalfall eine Serienproduktion an. In Europa und Amerika, so sein Wunsch und Traum, soll seine Erfindung auf den Markt kommen. Und von dort aus die Ferienparadiese dieser Welt erobern. Um letztlich als der Erfinder in die Geschichte einzugehen.

Wie Bell, Watson, Benz, Berners-Lee...

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