Nordkreis - Mit der Wärmebildkamera auf nächtlicher Tour

Mit der Wärmebildkamera auf nächtlicher Tour

Von: Stefan Schaum
Letzte Aktualisierung:

Nordkreis. Manchmal taucht mitten in der Nacht ein Hausbesitzer neben ihm auf und bietet ihm eine Tasse Kaffee an. Den lehnt Ulrich Lindner in der Regel ab, denn ihm bleibt eigentlich nie viel Zeit, um mit seiner Wärmebildkamera geeignete Bilder zu machen.

Kalt muss es sein - am besten unter fünf Grad Celsius -, regnen sollte es nicht und Schnee darf auch nicht liegen, damit seine Aufnahmen die Energieschlupflöcher an Gebäuden enttarnen. Die Fotos, die er in den kommenden Wochen macht, gehören zu einem gefragten Angebot der Verbraucherzentrale. Mit einem Mix aus Thermographie und Beratung sollen Hausbesitzer die Stellen finden, die sie am Gebäude optimieren können. Zugige Ritzen an den Fenstern, Nischen im Dach oder gleich die ganze Außenwand, wenn die unzureichend gedämmt ist.

Zehn Minuten

Ulrich Lindner ist dabei der Mann an der Kamera. „Es gehört dazu, auch mal ganz früh morgens um die Häuser zu ziehen”, sagt der Maschinenbau-Ingenieur. Gut zehn Minuten braucht er, um sechs bis acht aufschlussreiche Aufnahmen zu machen, bei denen die Kamera die Wärmestrahlung in farbige Flächen umsetzt. Eine Arbeit, die er mitunter unbeobachtet erledigt und mitunter nicht.

Neben Kunden, die ihm Kaffee reichen wollen, gibt es auch Nachbarn, die in ihm einen Einbrecher vermuten, freilaufende Hunde und so manches mehr. Ein Kollege sei mal mitsamt der teuren Kamera in einen abgedeckten Gartenteich gefallen, vor dem ihn der Besitzer nicht gewarnt hatte. Um die Temperatur des Wassers zu fühlen, brauchte er das Gerät nicht. Das war ziemlich kalt.

Umfassende Auswertung und Tipps zur Dämmung

Gut 100 Termine für Messungen mit der Wärmebildkamera bietet die Verbraucherzentrale in Alsdorf für die Städteregion an. Zu dem Paket gehört auch die anschließende Auswertung der Bilder und umfassende Beratung, wie und wo die energetische Bilanz eines Gebäudes verbessert werden kann.

Das Angebot kostet 190 Euro. Vorab wird besprochen, ob sich ein Gebäude überhaupt für die Messung eignet. Schwierige Fälle sind etwa verklinkerte Häuser mit Hinterlüftung. Auch Gebäude mit mehr als sechs Haushalten kommen für die Messung nicht in Frage.

In der Regel werden Anfragen gesammelt, damit Ulrich Lindner mit der Kamera mehrere Häuser in einer Nacht besuchen kann. Die Wartezeit soll nicht über vier Wochen liegen.

Anfragen rund um das Angebot nimmt Energieberater Gerhard Weiß in der Beratungsstelle in Alsdorf, Bahnhofstraße 36-38, unter 02404/93908 entgegen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert