"Mit dem Becher in der Hand sterben wir fürs Vaterland"

Von: Elisa Zander
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Sie sind das Paar, das den Kre
Sie sind das Paar, das den Kreis schließt: Adrian (Clemens Poth) und Jusemina (Sabrina Nepomuck) (vorne) bekommen durch ihre Leidenschaft kaum mit, dass der Große Makabre (Baran Ercosman, hinten Mitte) die Welt untergehen lassen will. Hilfe sucht er sich dabei beim Philosophen (Timur Cicek, links) und dem Trunkenbold (Muammar Ay). Foto: E. Zander

Würselen. Im Fürstentum Breughelland, einer Art Schlaraffenland, herrscht zügelloses Treiben. Alle frönen der leiblichen Genüsse, Trinken und Essen was ihnen in die Quere kommt.

Voller Hass auf die missratene Menschheit verkündet der Große Makabre (Baran Ercosman) als apokalyptischer Reiter auf dem Rücken eines Trunkenboldes (Muammer Ay) die Ankunft eines Feuerkometen, der die Welt in Staub und Asche legen soll. Aber da das Ende der Welt auch das Ende aller Schwierigkeiten ist, freut sich aufgeregt das ganze Volk auf den Untergang: „Mit dem Becher in der Hand sterben wir fürs Vaterland.” Sie amüsieren sich zu Tode.

Der Literaturkurs des Euregio-Kollegs Würselen inszeniert „Die Ballade vom Großen Makabre”. Unter der Leitung von Sylvia Sayer-Marx arbeiten 22 Darsteller an dem Stück, das aus der Feder des belgischen Autors Michael de Ghelderode stammt.

Die Studierenden, die in dem Kurs teilweise erste Bühnenerfahrungen sammeln, haben die Charaktere vor den ersten Proben gemeinsam studiert. „Die Personen im Stück sind typisiert, so dass man keine Charaktere sondern Typen darstellen muss”, Erklärt Sylvia Sayer-Marx, die darin einen großen Vorteil und Platz für eigene Interpretation sieht.

Ebenjene typischen Merkmale der einzelnen Personen werden durch die Kostüme, die von den Schülern selbst entworfen wurden, unterstrichen: Der Makabre, der cool in einer engen schwarzen Lederhose und weitem Mantel auftritt, Jusemina, mit ausladenden weiblichen Kurven. Unterstützung bei den Kostümen erhielt der Kurs von Diplom-Designerin Anja Setzen, die Beratung beim Bühnenbild übernahm Frank Rommerskirchen vom Das-Da-Theater.

Ein aktuelles Thema

Das biblische Paar Adam und Eva, das im Stück Adrian und Jusemina heißt, tritt immer wieder in Erscheinung und schließt durch seinen Auftritt den Kreis um die Erzählung. Sie, als forsche, lüsterne Frau, er, als überforderter Kerl, der nicht weiß, wie ihm geschieht. Musikalisch wird die Inszenierung von Alexander Steffens am Schlagzeug und Yagmur Erdemir an der türkischen Gitarre begleitet. Das Duo hat nahezu alle Stücke selbst komponiert und auf die entsprechenden Szenen zugeschnitten.

Es ist eine Parodie auf das menschliche Verhalten mit Blick auf drohende Katastrophen, das aus Sicht des Kurses ein aktuelles Thema ist, etwa im Bezug auf das durch den Maja-Kalender vorhergesagte Ende der Welt am 22. Dezember.

Karten für die Premiere

Die Premiere wird am Freitag, 1. Juni, um 19 Uhr im Forum des Euregio-Kollegs, Friedrichstraße 72, gefeiert. Dort finden auch weitere Aufführungen am Samstag, 2. Juni, und Sonntag, 3. Juni, jeweils um 19 Uhr statt. Karten sind zum Preis von sieben Euro, ermäßigt fünf Euro, im Sekretariat des Kollegs unter der Rufnummer 02405/41150 sowie an der Abendkasse erhältlich.

Im Rahmen der Schultheatertage der Städteregion Aachen führt der Literaturkurs „Die Ballade vom Großen Makabre” am Mittwoch, 6. Juni, ein weiteres Mal um 19 Uhr im Theater K in Aachen, Ludwigsallee 139 auf. Kostenlose Karten dafür können unter ? 0241/27458 oder per E-Mail daniel.dericum@schultheatertage.eu reserviert werden.
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