Mit chinesischen Rasenmäher-Motoren ab in die Lüfte

Von: Elisa Zander
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Begeisterter: Tobias Schumache
Begeisterter: Tobias Schumacher ist mit 15 einer der Älteren der Jugendgruppe. Seine Patanaria hat er mit Hilfe der Jugendleiter gebaut.

Würselen. Aufgeregt hüpfen Sarah (5) und Lysanne (4) hinter der Absperrbrüstung auf und ab. „Tschüss”, winkt Lysanne dem gelb-blauen Flugzeug hinterher, das sich in schraubenden Bewegungen gen Himmel dreht. „Die sind schwindelfrei”, beruhigt Sarah, „das macht ihnen nichts”.

Die Rede ist von zwei kleinen Piloten an Bord, dem Kuschelteddy Nick und einem weißen Stofftiger, der sonst bei Lysanne im Bett schläft. Sie sitzen, mit Haushaltsgummis befestigt, in einem Modellflugzeug von Achim Schneider, der mit seinem „Space-Walker” sonst Segelflug-Modelle in die Lüfte schleppt.

Nach drei Minuten ist der Spaß vorbei und die Stofftiere wohlbehalten zurück in den Armen der Kinder. Das Kuscheltierfliegen ist für die kleinen Besucher der internationalen Modellflugtage des Modellflugclubs Condor ein Highlight.

Aber im Grunde kommen sie aus dem Staunen nicht heraus, wenn ein Modellflugzeug nach dem anderen über die gut 100 Meter lange Wiese gesteuert wird, abhebt und die tollsten Figuren fliegt. Der Kunstflug ist nur eine Darbietungsform, die von rund 3000 Besuchern am Wochenende beklatscht wurde.

Segelflieger, Fallschirmspringer, Jets oder Hubschrauber werden von den Piloten am Boden gesteuert. Über 100 Hobby-Flieger sind ins Elchenrather Feld gekommen, auch aus Düsseldorf oder Bonn und aus Belgien und den Niederlanden. Sie zeigen ihre Schätze, denen im Wert nach oben keine Grenzen gesetzt sind.

Liebevolle Detailarbeit

Bis zu drei Metern beträgt die Spannweite; viele Modelle sind in liebevoller Detailarbeit entstanden. Ein zeitintensives Hobby, besonders, wenn eine Landung, die schwierigste Disziplin, mal ins Auge geht.

„Ist das Fahrwerk kaputt, kann das Modell nicht mehr starten”, erklärt Franz Hollands, Condor-Vereinsvorsitzender. Und wenn der Motor ausfällt? „Ich schätze, dann hat das Modell einen Fallwinkel von eins zu Plumps.”

Seit Jahrzehnten richtet der Verein das Spektakel aus. „Als wir anfingen, hatten wir niemanden, der uns zeigte, wie man ein Modell baut oder steuert”, erinnert sich Franz Hollands an seinen ersten Start: Innerhalb von Sekunden lag das Modell zerstört auf dem Rasen und musste wochenlang repariert werden.

Heute hat es der Nachwuchs einfacher: Bausätze können relativ günstig nachgekauft werden. Erfahrene Modellflieger geben ihr Wissen gerne weiter und trainieren wöchentlich mit der 20 Jungen starken Jugendgruppe. Erfolgreich: Der zwölfjährige Joel Eckert wurde 2010 deutscher Meister im Turbinenfliegen der Klasse Sport.

Jugendliche und Kinder ab neun Jahren, die Interesse am Modellflug haben, sind eingeladen. Samstags wird gebaut und trainiert. Kontakt: stefan.schneider@modellflugcondor.de oder denis.ross@modellflugcondor.de

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