Mit besserem System den passenden Beruf finden

Von: Nina Krüsmann
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Schüler fragen, der Bürgerme
Schüler fragen, der Bürgermeister erzählt und antwortet: Christoph von den Driesch gab sich in der Realschule Kohlscheid auskunftsfreudig und berichtete über seinen eigenen beruflichen Werdegang. Foto: N. Krüsmann

Herzogenrath. Als Bürgermeister ist man Chef der Verwaltung, Vorsitzender des Stadtrats und oberster Repräsentant der Stadt. „Grundsätzlich kann jeder Bürgermeister werden, eine bestimmte Qualifikation braucht es dafür nicht”, erklärte Bürgermeister Christoph von den Driesch jetzt im Berufswahlunterricht an der Städtischen Realschule in Kohlscheid.

Herzogenrath Erster Bürger hatte die Jugendlichen der Klasse 9b gemeinsam mit Ingo Klein vom Fachbereich Wirtschaftsförderung der Stadt Herzogenrath besucht, um sich über die Berufsvorbereitungs-Kooperation zwischen der Realschule und dem Unternehmen Kornel Fohn-Werkzeuge zu informieren.

Von den Driesch hatte hierfür die Schirmherrschaft übernommen - und zeigte sich begeistert: „Solche Kooperationen sind wichtig, damit Schüler sich schon frühzeitig einen Eindruck von einem Berufsbild verschaffen können.”

Anlässlich seines Schulbesuchs informierte er die Schüler natürlich über den Beruf des Bürgermeisters und seinen eigenen Werdegang. „Ich habe 230 Mitarbeiter und verwalte ein Budget von 200 Millionen Euro. Nach meinem Jurastudium habe ich ein Referendariat gemacht, wobei mir die Arbeit in der Verwaltung am besten gefallen hat”, erzählte von den Driesch, der seit 2008 im Amt ist.

Die Schule eng mit dem zukünftigem Leben zu verzahnen, das sei das Ziel der Kooperation, sagte Schulleiterin Reinhild Behr-Bennemann. Auch Klein berichtete über sein Amt als Leiter der Wirtschaftsförderung in der Stadt Herzogenrath und seinen Werdegang. „Auch ich war einst Realschüler in Merkstein und besuchte dann die Schule für Wirtschaft und Verwaltung in Aachen”, sagte Klein.

Heute ist Klein unter anderem auch Leiter des Stadtmarketings. Er zeigte damit den jungen Menschen die Perspektive einer alternativen Berufslaufbahn auf. Die Neugestaltung der Berufsvorbereitung, so Klein, liege der Stadt am Herzen, denn ein eventueller Fachkräftemangel in Handwerk und Industrie der Stadt würde eine Behinderung der wirtschaftlichen Entwicklung bedeuten. „Deshalb dürfen die Potenziale in den jungen Schülern von heute nicht ungenutzt bleiben.”

„Das war der Grund für mich, nach einer Schule zu suchen, die Interesse daran hat, nach meinem Konzept die Berufswahlorientierung zu reformieren”, erklärte Olrik Müller, Geschäftsleiter der Firma Kornel Fohn-Werkzeuge.

Schülersprecher Sebastian Erdogan erläuterte den Gästen das Konzept: Bisher war die Stellenentscheidung für das Schülerpraktikum im 9. Schuljahr weniger durch die Fähigkeiten der Schüler als durch die Möglichkeiten zur Stellenbeschaffung im Elternhaus geprägt. So konnten im vergangenen Schuljahr lediglich zwei Prozent der Schüler durch das Praktikum eine Ausbildungsstelle erhalten.

Beinahe alle übrigen Schüler wollten nicht in dem Praktikantenberuf lernen oder arbeiten, wie die Koordinatorinnen für die Berufswahlorientierung, Karin Jager und Petra Scheidacher, feststellten: „Diese Verschwendung der kostbaren drei Wochen soll in Zukunft vermieden werden.”

Hierzu wurde ein Stellenpool mit Praktikantenstellen in über 50 Berufsbildern geschaffen - mit insgesamt rund 130 Stellen. Alle geworbenen Unternehmen haben in einem Anforderungsprofil ihre Vorstellungen an Praktikanten und Auszubildende definiert.

„Wir Schüler wiederum haben im Unterricht und zu Hause ein Fähigkeitenprofil entwickelt. Durch den Abgleich von Anforderung und Fähigkeit gelangen wir zu einer passenden Praktikantenstelle und die Unternehmen zu einem potenziellen Auszubildenden”, erklärte Schülersprecher Sebastian Erdogan.

Abgerundet werde dieses neue Konzept durch einen kompletten Bewerbungsprozess, dem sich die Schüler zur Erlangung des Praktikantenplatzes aussetzen müssen. Dazu gehören Bewerbungsschreiben und die Teilnahme an einem Assessment-Center.

„Wir hoffen, durch die Zusammenarbeit eine Grundlage für die zukünftige schulische Berufsvorbereitung in der gesamten Stadt gelegt zu haben und wollen das Konzept in Zukunft weiter ausbauen, damit engagierter Ausbildungsnachwuchs ein Standortvorteil für die Stadt Herzogenrath wird”, betonte Olrik Müller.
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